ALTHERRENVEREIN

Stimmt die Einstellung, geht Einiges – die Saison der Chemie-Ü35

By 23. Mai 2026No Comments

Jubel bei Chemies Ü35 samt Unterstützern über den 5:0-Auswärtssieg beim BSV Schönau. Mit im Bild: Trainer Martin Hamann (obere Reihe, Dritter von rechts) und Kapitän Hajo Leitzke (Reihe davor, im Trikot, hinter dem vierbeinigen Fan).

von Stefan Schilde

Im Grunde genommen gilt für die Altherren der Chemie-Ü35 das Gleiche wie für die 1. Mannschaft: An guten Tagen können sie jeden schlagen – an schlechten aber auch jedem Gegner unterliegen. Trainer Martin Hamann und Kapitän „Hajo“ Leitzke über die selbstgesteckten Ziele – und wie diese bisher erreicht werden konnten.

Martin Hamann ist ein Mann der klaren Worte. „Unser Saisonziel war und ist, neben dem Spaß am Fußball auch Erfolg zu haben. Denn ohne Erfolg macht es ja auch keinen Spaß“, sagt der Trainer von Chemies Ü35-Mannschaft, die aktuell den sechsten Platz in der Stadtliga Staffel I belegt. Er legt den Finger in die Wunde: „Wir können eigentlich mehr. Voraussetzung dafür ist, dass wir in jedem Spiel als absolute Einheit auftreten, immer an einem Strang ziehen. Daran arbeiten wir intensiv, der Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, so Hamann.

„Gewisse Dinge“ zu beherzigen, trägt Früchte

Das Thema war schon in der Hinrunde klar angesprochen worden, auch vom Mannschaftsrat, sowohl im Training als auch in der Vorbereitung am Spieltag. Dass die kritische Ansprache ein Stück weit gefruchtet hat, zeigte der Sieg über den damaligen Tabellenführer Lipsia Eutritzsch. „Wir haben die erhoffte Reaktion gezeigt. Vier Wochen vorher waren wir Lipsia im Pokal noch deutlich unterlegen, verloren das Spiel mit 1:4. Beim Wiedersehen gab es einen 5:2-Erfolg, und das gegen den bis dato unbezwungenen Spitzenreiter“, sagt Martin Hamann.

Dass es auch mal eines reinigenden Gewitters brauche, da pflichtet ihm Kapitän Jens „Hajo“ Leitzke bei. „Da muss man sich mal gegenseitig schütteln, sich einander fest in die Augen schauen“, sagt er. „Auf dem Platz haben wir dann eindrucksvoll erlebt, welche Früchte es tragen kann, wenn man gewisse Dinge auch beherzigt.“

Die Rückrunde begann dennoch wenig verheißungsvoll – und unter schlechten Vorzeichen, denn beide geplanten Vorbereitungsspiele fielen aus. Dann musste Chemie gegen die Spitzenteams Störmthal/Großpösna und Lok Engelsdorf Niederlagen einstecken. Anschließend verspielte man gegen das Kellerteam aus Lindenau eine 3:0-Führung, fing sich vier (!) Gegentore und konnte erst kurz vor Ende wenigstens das Unentschieden retten.

Nach misslungenem Rückrundenstart die Kurve gekriegt

Sich nach Führungen die Butter vom Brot nehmen lassen, für die Mannschaft kein unbekanntes Phänomen. Schon in der Winterpause wurde es klar thematisiert. „Wir müssen einen Vorsprung auch mal halten, anstatt weiter wild anzurennen und uns dann einen Konter einzufangen“, forderte Trainer Martin Hamann.

Vielleicht war das der benötigte, endgültige Weckruf für die Leutzscher, die sich danach wieder stabilisierten. Taucha konnte die Hamann-Elf deutlich bezwingen, bei der SpVgg 1899 einen Rückstand in den Schlussminuten noch zum Auswärtssieg drehen. Von einer unnötigen Niederlage gegen Wiederitzsch ließ man sich nicht wieder aus der Bahn werfen, schlug Schönau auswärts deutlich mit 5:0.

Dieses bessere ihrer beiden Saison-Gesichter will die Chemie-Ü35 nun auch in ihren verbleibenden fünf Spielen zeigen. Rang 6 – und in der 13 Mannschaften starken Stadtliga Staffel 1 damit ein Platz in der oberen Tabellenhälfte – ist allemal noch möglich. Auch wenn dafür vieles stimmen muss, gerade gegen den Tabellenersten Markranstädt und den Zweiten Eutritzsch.

Andererseits: Erfolge lassen sich – gerade im Altherrenbereich – nicht nur an Platzierungen in der Tabelle bemessen. Dass die Ü35 mit Martin Hamann inzwischen einen „echten“ Trainer hat, ist für Tausendsassa Hajo Leitzke, der bis dahin auch noch Spielertrainer war, ein Glücksfall. „Wir haben alle schon gesehen, wie wichtig das Training ist. Spieler sind individuell ebenso besser geworden wie unser Zusammenspiel durch verschiedene Trainingsformen“, sagt er.

Generell ist beiden mit Blick auf die Zukunft nicht bange. „Entgegen dem allgemeinen Trend haben wir immer genug Spieler, auch in dieser Saison kamen wieder drei Neuzugänge“, erzählt Hajo Leitzke. Eine einfache Erklärung hat er auch parat: „Chemie – der Name zieht einfach an!“

Dieser Beitrag ist Teil des Mitglieder-Newsletters im Monat April 2026, der für Mitglieder am 30.04.2026 erschien.

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