Da war Chemies Handball-Welt scheinbar noch in Ordnung: die Grün-Weißen bejubeln den Aufstieg in die Regionsliga. (Foto: BSG Chemie Leipzig Handball)
Was für eine turbulente Zeit: Das gilt nicht nur für die Fußballer der BSG Chemie Leipzig, sondern ihre ebenfalls traditionsreiche Handballabteilung. Zuletzt war da vor allem viel Schatten. Die komplette Auflösung der Abteilung stand im Raum. Doch unsere Handballer entschieden sich für den chemischen Weg: zu kämpfen. Und am Ende des Tunnels ist wieder ein kleines Licht erkennbar. Aber der Reihe nach. Spieler Tim Fritsch erklärt, wie alles kam – und wie Stand der Dinge ist.
Man muss etwas ausholen: Schon die Vorsaison in der Regionsklasse war unter schwierigen Vorzeichen gestartet. Die Abteilung musste in der Sommerpause einige Abgänge hinnehmen. Für die Mannschaft bedeutete das, noch enger zusammenzurücken. Die Zielsetzung konnte dementsprechend auch nur ein Mittelfeldplatz sein. Dieser Umstand nahm aber gleichzeitig ein wenig Druck vom Team, nachdem man sich in den vergangenen Saisons stets explizit vorgenommen hatte, ganz oben anzugreifen und dabei immer knapp gescheitert war. Vielleicht war das der Grund für den unerwarteten Erfolg.
Sensationeller Aufstieg überstrahlte die Probleme
Denn dass am Ende der Aufstieg stehen würde, konnte keiner ahnen – auch nicht, als nach den ersten souveränen Siegen das Selbstvertrauen stieg und wir die Herbstmeisterschaft holten. Erst zum Saisonende hin begann der Glaube an eine Meisterschaft tatsächlich Form anzunehmen, auch wenn man die Tabellenführung noch mal aus der Hand gab. In einem fulminanten Schlussspurt – der größte Konkurrent verlor überraschend, man selbst siegte – machte man am letzten Spieltag tatsächlich alles klar und holte die Meisterschaft in der Regionsklasse! Für die meisten von uns war dies der größte Erfolg unserer Amateurkarriere im Herrenbereich – und das gut zehn Jahre, nachdem der Aufstieg in eben diese Liga gelungen war. Ein, wenn nicht der Höhepunkt der jüngeren Geschichte von Chemies Handballabteilung.
Mit einigem Abstand zurückgeblickt, waren damals aber bereits die Probleme zu erkennen, die den Chemie-Handball Ende des Jahres einholen sollten. Durch die Erfolge wurde überlagert, dass unser Team eigentlich mehrfach viel zu dünn besetzt war. Hinzu kommen Auflagen seitens des Verbandes im Bereich Schiedsrichterwesen, welche die kleineren Vereine vor erhebliche Herausforderungen stellen.
So mussten wir schweren Herzens unsere Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb zurückziehen. Ein Schritt, der niemandem in der Abteilung leichtgefallen ist, der aus personeller und finanzieller Perspektive aber unvermeidbar wurde. Eine Zäsur in 75 Jahren Leutzscher Handballtradition.
Handball-Schiedsrichter dringend gesucht
Aber ein Ende, das zeigt die Chemie-Geschichte bekanntlich abteilungsübergreifend eindrucksvoll, kann auch ein neuer Anfang sein – und wir wären nicht Chemie, wenn wir uns dem Schicksal einfach so ergeben würden. Durch gute Gespräche mit dem Hauptverein sowie einem klaren Bekenntnis zu Chemie seitens des harten Kerns der Mannschaft und ihres Umfelds ist das Ziel für das kommende Jahr klar formuliert: Chemie Leipzigs Handball wieder an den Start zu bringen und zur Saison 2027/28 erneut in den Spielbetrieb einzusteigen. Neu aufgestellt in der untersten Liga, so wie einst alles begann.
Ein zartes Pflänzchen der Hoffnung keimt bereits. Ein Stamm ist erhalten geblieben, zusammen mit einigen Neuen sind es neun Spieler, wovon meistens vier bis sechs Spieler beim Training sind. Nun soll ein wieder ein solides Fundament errichtet werden, um mit neuer Stärke zurück in den Spielbetrieb zu kehren.
Ein wichtiger Baustein dafür fehlt der Abteilung aber nach wie vor: das Schiedsrichterwesen. Schiris werden noch dringend gesucht, denn ohne rollt bzw. fliegt nirgendwo der Ball. Um möglichst viele Leute zu erreichen, wollen die Handballer beim letzten Heimspiel der Regionalliga-Fußballer gegen den FC Eilenburg Flyer verteilen.
Doch auch an dieser Stelle: Was wir brauchen, seid ihr – und deshalb an dieser Stelle ein ganz klarer Aufruf an jeden, der dem Handballsport und Chemie Leipzig verbunden ist: Egal, ob als Spieler oder Schiedsrichter – meldet euch, kommt vorbei und werdet Teil unserer Mannschaft.
Nur noch Chemie!
Grün-weiße Grüße
Eure Handballabteilung
Kontakt zur Handballabteilung: handball@chemie-leipzig.de
Dieser Beitrag ist Teil des Mitglieder-Newsletters im Monat April 2026, der für Mitglieder am 30.04.2026 erschien.
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