Der Eingang zum neuen Zuhause zahlreicher Chemie-Fußballer.
von Stefan Schilde
Während Mannschaft und Fans der BSG Chemie Leipzig sich dem Abstiegskampf immer erfolgreicher stellen, geht es auch im Alfred-Kunze-Sportpark stetig voran. Stück für Stück, Stein auf Stein. Von drei Großprojekten profitiert die ganze Fußballabteilung. Die Projekte im Überblick.
Neues Funktionsgebäude vor der Übergabe an den Verein
Eigentlich sollte das neue Funktionsgebäude im Alfred-Kunze-Sportpark schon im Herbst 2025 fertiggestellt werden. Umso größer ist die Vorfreude, dass der große Tag immer näher rückt: Ende Mai wird Leipzigs Sportbürgermeister Heiko Rosenthal das Gebäude feierlich an den Verein übergeben.
Schlüsselfertig übergeben wird ein fertiges, zweistöckiges Gebäude von ca. 1000 Quadratmetern Nutzfläche mit allem, was das Vereinsherz begehrt: Kabinen, Duschen und Sanitärbereiche für die Mannschaften, modern ausgestattete Büros und Besprechungsräume für Trainer und Koordinatoren. Einen Beitrag zur klimaneutralen Energieversorgung leistet eine Photovoltaikanlage auf dem Dach.
Einziehen wird der komplette Leistungsbereich unseres Nachwuchses, also alle Teams von der U16 bis zur U23, sowie die 1. Herrenmannschaft der BSG Chemie Leipzig. An Spieltagen werden auch die jeweiligen Gegner und Schiedsrichterkollektive Platz zum Umziehen im Funktionsgebäude vorfinden. Insgesamt soll das Gebäude von bis zu 250 Sportlern gleichzeitig genutzt werden können. Den Umzug der Leistungsbereich-Nachwuchsteams aus dem Nachwuchsareal rund um den Fuchsbau wird die dortige, von großer Platzknappheit geprägte Situation spürbar entspannen.
Bevor es richtig losgehen kann, steht allerdings noch die Inneneinrichtung mit Möbeln und Technik aus, für die der Verein selbst verantwortlich zeichnet – angesichts von Baukosten in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro, deren Löwenanteil mit 5,7 Millionen Euro die Stadt Leipzig beisteuerte, aber ein vergleichsweise verschmerzbares Übel. Die weiteren 1,8 Millionen steuert übrigens das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen bei.
Wird das „weiße Haus“, das alte, zum unverwechselbaren Charme des AKS gehörende Geschäftsstellengebäude, damit verwaist? Mitnichten: Die Geschäftsstelle der Chemiker einschließlich Fanshop wird darin verbleiben, wegen des Auszugs der 1. Mannschaft aber künftig mehr Platz vorfinden. Wie genau das freiwerdende Unter- bzw. Kellergeschoss in Zukunft genutzt werden sollen, darüber werden derzeit verschiedene Überlegungen angestellt. Das grundsätzliche Ziel: den Chemie-Fans einen möglichst angenehmeren und auch barrierefreieren Besuch unserer Geschäftsstelle ermöglichen.
Neues Flutlicht auf Trainingsplatz 3 fertiggestellt
Einen weiteren entscheidenden Beitrag für die Verbesserung der Trainingsbedingungen im Alfred-Kunze-Sportpark leistet die neue Flutlichtanlage auf Feld 3, dem Trainingsplatz hinter der Dieter-Scherbarth-Tribüne. Besonders, als die Tage kürzer wurden, konzentrierte sich das Trainingsgeschehen auf den Kunstrasenplatz, bis jetzt das einzige Feld mit Flutlichtanlage. Fortan wird also auch Platz 3 den jungen Chemikerinnen und Chemikern für abendliche Trainingseinheiten zur Verfügung stehen. Bisher mussten die Nachwuchsteams weichen, wenn beispielsweise die Herren-Regionalligamannschaft nachmittags trainierte und hierfür den beleuchteten Kunstrasen nutzen musste.
Mit einem Schwerlastkran wurden nach wochenlangen Vorbereitungen – die Ziehung von Erdgräben, die Errichtung von Fundamenten und die Verlegung der nötigen Leitungen – nun die vier Masten aufgestellt. Mit 16 Metern sind sie halb so hoch wie die großen Flutlichtmasten um Hauptplatz 1. Die LED-Beleuchtung liefert 200 Lux, ermöglicht damit nicht nur Trainingseinheiten in den Abendstunden, sondern war auch das fehlende Puzzlestück für einen Naturrasenplatz, der den Anforderungen der Junioren-Regionalligen genügt. Platziert wurden die Masten gezielt so, dass die Anwohner vom neuen Flutlicht nicht behelligt werden.
Möglich gemacht haben das Projekt nicht nur der Freistaat Sachsen (Sächsische Aufbaubank) und die Stadt Leipzig als Fördermittelgeber, sondern auch bewährte Partner der Chemiker im Bereich Bau wie die Firma Glass Ingenieurbau, das Architekt und Planer Sebastian Goltzsch und die treuen Unterstützer vom Förderverein 64. Vielen Dank auch an dieser Stelle!
Kein Vergleich zu den vier Riesen um unseren Hauptplatz, aber dennoch nicht von schlechten Eltern: das neue Flutlicht um Feld 3.
Chemie und AKS erhalten Fördermittelzuschlag für zweiten Kunstrasenplatz
Dass Geduld und Durchhaltevermögen sich auszahlen können, zeigte die Bewerbung der BSG Chemie Leipzig um die Förderung eines zweiten Kunstrasenplatzes. Zwar war bereits das erste neue Kunstrasenfeld ein echter Meilenstein für unseren Verein – angesichts von mehr als 20 Teams war die Kapazitätsgrenze dennoch schnell erreicht. Besonders angespannt ist die Situation in den Wintermonaten, in der der Trainings- und Spielbetrieb zwangsläufig stark eingeschränkt ist, viele Teams auf andere Trainingsstätten ausweichen oder auf kommerzielle Anbieter zurückgreifen mussten. Deshalb beantragte Chemie seit sechs Jahren Fördermittel für einen zweiten Kunstrasenplatz – bislang ohne den erhofften Erfolg, deshalb aber nicht weniger beharrlich und auch aufwändig.
Entsprechend groß war der Jubel im Leutzscher Holz, als bekannt wurde, dass der AKS zu den Sportstätten gehört, die vom Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (auch bekannt als „Sportmilliarde“) mit Fördermitteln bedacht werden, und zwar für das ersehnte zweite Kunstrasenfeld, mit genau 949.156,17 Euro – 75 Prozent der zugrunde gelegten Gesamtsumme von 1.265.541,56 Euro. Insgesamt stellte der Bund im Rahmen der Sportmilliarde bisher Fördermittel in Höhe von 333 Millionen Euro aus.
So – oder so ähnlich – könnte Chemies zweiter Kunstrasenplatz aussehen. (Bild: Büro VTVR)
Entstehen soll der neue zweite Kunstrasenplatz dort, wo derzeit noch das alte, aus den 1990er Jahren stammende Kunstrasenfeld steht. Wegen starker Schäden ist dieses für den Trainings- und Spielbetrieb seit Jahren ungenutzt, bietet stattdessen Parkmöglichkeiten für Dienstleister und Partner der BSG sowie Freiflächen für Veranstaltungen wie etwa das Chemie-Familienfest.
Diese Kapazitäten würden nach Beginn des Kunstrasenneubaus entfallen – eine Kröte, die der Verein mit Blick auf die extreme Verbesserung der Trainingsbedingungen jedoch zu schlucken bereit ist – eine für die eine pragmatische Lösung gefunden werden soll.
Ebenfalls noch unklar ist, wie hoch die Anteile an den verbleibenden 25 Prozent des Gesamtvolumens (316.385,39 Euro) von Stadt Leipzig und Verein für Chemies neues Kunstrasenplatz ausfallen werden. Das Förderprogramm war vom Bund aufgesetzt worden, um die stark beanspruchten Haushaltskassen von Kommunen und Ländern zu entlasten. Üblich war bei investiven Maßnahmen im Bereich von Sportstätten bisher ein Eigenanteil von 10 Prozent, das würde für Chemie rund 127.000 Euro bedeuten. Die kommenden Wochen und Monaten werden zeigen, welchen Anteil die Stadt Leipzig übernehmen möchte.
Egal, welcher Beitrag das sein wird: Gut möglich, dass der Verein abermals auf die Chemie-Familie angewiesen sein wird, um seinen Eigenanteil stemmen zu können. Über die weiteren Entwicklungen werden wir euch auf dem Laufenden halten!
Dieser Beitrag ist Teil des Mitglieder-Newsletters im Monat April 2026, der für Mitglieder am 30.04.2026 erschien.
Auch du möchtest direkt beim Erscheinen mitlesen, viele weitere Vorteile genießen und dabei auch noch deinen Verein unterstützen? Dann werde jetzt Mitglied!



