Die Ausstellung „Wir sind Leutzscher!“ hat das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig in den vergangenen Monaten zu einem Publikumsmagneten gemacht. Mehr als 9000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die facettenreiche Geschichte der BSG Chemie Leipzig im Kontext von Stadtgeschichte, Sport und Fankultur zu erleben.
Die Ausstellung geht zurück auf eine enge Partnerschaft zwischen Museum und Verein. Museumsdirektor Dr. Anselm Hartinger erinnert: „Die Idee entstand aus der bewährten Kooperation zwischen Museum und Verein im Vorfeld der großen Publikation zur Geschichte des AKS (Buch „100 Jahre AKS“, erhältlich im Fanshop, Anm. d. Red.) heraus. Wir hatten einfach Lust, die bewegte Geschichte der BSG vor dem Hintergrund der Industriegeschichte und Arbeiterkultur im Leipziger Westen sowie auf Basis der spannenden Sammlung des ‚Chemie-Museums‘ zu erzählen.“ Dass Chemie niemanden kalt lässt, sagt Anselm Hartinger, habe sich auch an der Resonanz gezeigt. Besonders eindrücklich waren für ihn die langen Aufenthalte im Ausstellungsraum und intensive Gespräche mit Besucherinnen und Besuchern.
Wiedersehen mit alten Fahnen und Fankutten
Für die Kuratoren Alexander Mennicke und Jens Fuge war vor allem die enge Zusammenarbeit mit dem Museum prägend. Mennicke spricht von einer „sehr engen, sehr fruchtbaren, sehr guten Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ und betont die Wertschätzung im gesamten Team. Jens Fuge hebt besonders die Auswahl der Objekte hervor: „Die Auswahl der Objekte war sehr herausfordernd, verfügen wir doch über viel mehr in Frage kommende Ausstellungsstücke als in der Ausstellung gezeigt. Da spielten vor allem Platz und Relevanz eine Rolle. Klar war, dass gerade aus den wichtigsten Phasen der Vereinsgeschichte Objekte nicht fehlen dürfen, wie Alfred Kunzes Meistermedaille, das Europapokal-Geschenk von Vasas Györ oder die Fußballschuhe von Bernd Bauchspieß.“ Auch die Kürzung des 15-minütigen Films zur Fankultur sei nicht leichtgefallen.
Die Resonanz auf die Ausstellung fiel durchweg positiv aus. Hartinger berichtet von über 9000 Gästen aus verschiedenen Generationen, „die vor allem lange geblieben sind“. Alexander Mennicke hat „extrem viel Wertschätzung, sehr viel Freude über die Ausstellung“ erlebt und „sehr viel positives Feedback“ erhalten. Fuge bestätigt diesen Eindruck: „Viele haben sich einfach gefreut, unsere Geschichte so kompakt und konzentriert nachvollziehen zu können, andere wiederum feierten einfach ein Wiedersehen mit vertrauten Bildern oder Objekten wie beispielsweise der für die 1970er Jahre so typischen Fahne oder der Fankutte aus den 80ern. Chemie im öffentlichen Raum zu erleben, war für viele Menschen einfach eine spannende und neue Erfahrung.“
Beschäftigung mit Chemie-Geschichte als Demokratiebildung
Mit Blick in die Zukunft denken Museum und Verein bereits weiter. „Die Ausstellung zeigt, dass man Sportgeschichte nicht nur als zentralen Überblick, sondern auch als Serie spannender Einzelprojekte erzählen kann“, sagt Direktor Anselm Hartinger. Auch Mennicke sieht das nächste große Ziel in einer eigenen musealen Präsentation: „Das größte Folgeprojekt ist es, das eigene Museum, eine eigene Präsentation unserer Vereinshistorie vor Ort hinzubekommen.“
Fuge unterstreicht diesen Anspruch: „Das Folgeprojekt sollte aus meiner Sicht die ernsthafte Beschäftigung innerhalb unseres Vereines mit dem Thema ‚eigenes Museum‘ bzw. ‚Dauerausstellung‘ sein. Gerade wir sind doch mit unserer Geschichte jederzeit in der Lage, Wissen und Erfahrungen in verschiedenen Gesellschaftsordnungen anhand der Vereinsgeschichte nachvollziehbar und erlebbar zu machen für junge Generationen und so zu deren demokratischen Bildung beizutragen.“
Chemie bedankt sich beim Stadtgeschichtlichen Museum, bei Dr. Anselm Hartinger, Alexander Mennicke, Jens Fuge und allen Beteiligten für die großartige Zusammenarbeit. Die Ausstellung hat eindrucksvoll gezeigt, wie Vereinsgeschichte, Stadtgeschichte und Fankultur zusammenfinden – und wie viel Kraft in gemeinsamen Projekten steckt.
Anselm Hartinger erinnert sich an seinen persönlichen Höhepunkt während der Ausstellungszeit: „Mannschaft und Trainerteam waren auch zur Besichtigung – und waren sichtlich gerührt von dem Gezeigten, vor allem von den Videoaufnahmen von den begeisterten Massen, die hinter Chemie standen.“ Was die Spieler dem Museumsdirektor versprachen, wünscht sich die ganze Chemie-Familie mehr denn je: „Sie haben mir fest versprochen, dass die Saison gut ausgeht.“
Dieser Beitrag ist Teil des Mitglieder-Newsletters im Monat September 2025, der für Mitglieder am 30.09.2025 erschien.
Auch du möchtest direkt beim Erscheinen mitlesen, viele weitere Vorteile genießen und dabei auch noch deinen Verein unterstützen? Dann werde jetzt Mitglied!


