Foto: Christian Donner
Nach der unglücklichen späten Niederlage gegen den Halleschen FC wartet Chemie weiter auf die ersten Punkte der neuen Saison. Erneut konnte sich das Team von Alexander Schmidt nicht für eine kämpferisch überzeugende Leistung belohnen. In der Bundeshauptstadt wartet hierfür — und für die ersten Zähler auf dem chemischen Konto — die nächste Gelegenheit im Premierenspiel gegen den Liganeuling aus Brandenburg.
Unsere Gastgeber, die ihre Heimspiele in Ermangelung eines eigenen regionalligatauglichen Stadions im Berliner Südwesten austragen, zeigten in ihren ersten drei Partien durchaus ansprechende Performances und sammelten die ersten Zähler auf ihrer Mission Klassenerhalt. Diese Mission wurde durch die zahlreichen Abgänge der Sommerpause kaum leichter, nichtsdestotrotz nehmen die Blau-Weißen die Herausforderung nachweislich an und werden alles geben, auch die zum Siegen verdammten Chemiker vor Probleme zu stellen: Zum 4. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Samstag, 8. August 2026, um 14 Uhr beim RSV Eintracht 1949 im Preussenstadion in Berlin-Lankwitz.
Fast alles neu beim Neuling: der Sommer beim RSV
Von Umbrüchen ist in unserer Liga vor jeder neuen Spielzeit allerorten zu lesen, doch das, was der Aufsteiger vom Regionalen Sportverein hinter sich hat, hat durchaus nochmal eine andere Qualität. Satte neun Spieler und dazu auch noch Chef- und Meistertrainer Patrick Hinze sowie Co-Trainer Jörg Miekley kehrten der Eintracht den Rücken und verließen den Club zu Hertha 03 Zehlendorf, dem Regionalligaabsteiger der Vorsaison. Zu den acht Spielern, die nun erneut in der NOFV-Oberliga Nord um den Titel kämpfen, zählten mit unter anderem Matthias Steinborn (vorher SV Babelsberg 03) oder Till Plumpe (FSV Luckenwalde) auch Kicker mit reichlich Erfahrung in der Regionalliga Nordost.
Auch in entgegengesetzter Richtung gab es einige Transfers, von den Zehlendorfern kam einerseits Jules Hasenberg (BFC Dynamo) sowie andererseits Ernes Smailovic zurück, der nach einer Saison zu seinem Heimatverein, dem RSV Eintracht, zurückkehrt. Neben drei Spielern, die aus der eigenen U19 den Regionalligakader verstärken, sind beispielsweise Torwart Linus Löffler (SV Babelsberg 03), die Mittelfeldakteure Oscar Capoano (Hertha BSC II) und Dong-Woo Kim (FC Gießen) und Stürmer Isma Baraze (FC St. Pauli II) neu beim RSV. An der Seitenlinie ist mit Cheftrainer Thomas Franke (TSG Neustrelitz) und Co-Trainer Umberto Sacchi (TeBe Berlin) ebenfalls ein neues Duo für den mit 13 Zu- und 13 Abgängen runderneuerten Kader verantwortlich.
In der noch jungen Saison konnten die Stahnsdorfer bereits vier Zähler sammeln: Im Auftaktspiel beim BFC Preussen (also im „eigenen“ Stadion dieser Saison) erkämpfte sich das Franke-Team dank des Treffers von Endi Jupolli ein 1:1 (0:1). In der Woche darauf folgte vor heimischem Publikum mit dem deutlichen 3:0 (2:0) gegen den FSV Luckenwalde direkt der erste Regionalliga-Sieg dank der Treffer von (erneut) Jupolli, Tim Göth und Ernes Smailovic. Auswärts beim deutlich favorisierten FC Carl Zeiss Jena sah man am vergangenen Wochenende hingegen kein Land und musste sich dem Vizemeister des Vorjahres mit 0:4 (0:2) geschlagen geben. Für die BSG Chemie zeigt dies auch: der Liganeuling ist gewillt und bereit, auf dem Weg zum Klassenerhalt alles zu geben und sich definitiv nicht in die Rolle der so genannten Laufkundschaft drängen zu lassen.
Nach dem Derby ist vor dem Auswärtssieg: Chemie in der englischen Woche
Es hat nicht sollen sein: Gegen ein hochambitioniertes Team der Staffel, gegen das man die Partie über die längste Zeit mindestens auf Augenhöhe bestritt, sollte es in der 93. Minute ein Schuss aus der zweiten Reihe sein, der die BSG Chemie um ihre wohlverdienten ersten Zähler brachte. Das 0:1 in der 93. Minute setzte den Schlusspunkt auf eine Partie, in der das Team von Alexander Schmidt den Halleschen FC vor handfeste Probleme stellte. Aggressiv im Pressing, unnachgiebig in den Zweikämpfen, nach hinten gemeinschaftlich gut organisiert und den eigenen Mitspielern stets zur Hilfe — nur in der Offensive zeigten sich die Leutzscher, trotz zahlreicher durchaus vielversprechender Ansätze, wiederholt glücklos. Eine Derbyniederlage schmerzt immer und in einem Flutlichtspiel in einem ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark, in dem man mindestens einen Punkt verdient gehabt hätte, umso mehr.
Doch es ist müßig, in der Vergangenheit zu leben und Regionalligafußball ist bekanntlich kein Konjunktiv. Mit vollem Fokus gilt es also nun, die nächste Aufgabe anzunehmen und sich im Duell mit den Stahnsdorfern endlich für den betriebenen Aufwand zu entlohnen. Der berühmt-berüchtigte Knoten, er soll endlich platzen in Berlin-Lankwitz und die chemische Offensive ins Rollen bringen. Nach den drei Niederlagen zu Saisonbeginn könnte das Duell gegen den Aufsteiger vielleicht zur genau richtigen Zeit kommen, auch um alle Reminiszenzen an den Saisonstart der vergangenen Saison vergessen zu machen.
Nicht mitwirken können am Samstag wird unser Neuzugang Luca Bürger, der ebenso wie Christoph Maier, Robin Friedrich und Hector Hink an einer Verletzung laboriert. Dennoch wollen die Chemiker endlich die ersten Punkte aufs Konto wandern sehen. „Ich bin überzeugt, dass wir morgen alle hochmotiviert in dieses Spiel gehen,“ so Alexander Schmidt vor der Presse, „und dieses Ergebnis in Berlin erzwingen werden“.
Auch Mittelfeldmann Luis Jakobi schwor im Pressegespräch Mannschaft und Fans auf die morgige Partie ein: „Natürlich war Enttäuschung da nach dem Spiel am Mittwochabend, auch Wut im Bauch — aber genau das gilt es, jetzt in positive Energie umzumünzen und was Zählbares auf die Anzeigetafel zu bringen.“ Im Zusammenspiel mit den sicherlich zahlreich mitreisenden Fans steht eine Partie gegen einen hochmotivierten Aufsteiger bevor, der in der neuen Liga nachweislich bereits einen Fuß auf den Boden bekommen hat. Doch, so wurde in der grün-weißen Familie und auch aus der Mannschaft klar: den RSV Eintracht erwartet eine mindestens genau so hoch motivierte BSG, die alles auf dem Platz lassen wird für die drei Punkte für die Leutzscher Legende.
Forza, BSG!
Zum 4. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Samstag, 8. August 2026, um 14 Uhr beim RSV Eintracht 1949 im Preußenstadion in Berlin-Lankwitz. Die Leitung der Partie übernimmt Schiedsrichter Julius Hanft (Berlin), an den Seitenlinien assistieren ihm Kai Kaltwaßer und Johann Schwarz. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen nicht in der Hauptstadt dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Ebenso ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung zu sehen.



