Foto: Christian Donner
Nach dem emotionalen Befreiungsschlag im Leutzscher Holz, dem späten Heimerfolg gegen den im neuen Jahr so formstarken Chemnitzer FC, geht es für die Chemiker nahtlos weiter. Am Sonntag steht das nächste Highlight an, auswärts in einem Duell mit viel Tradition gegen einen der verbrieften Aufstiegsaspiranten der Staffel. Die Grün-Weißen fahren mit frisch getanktem Selbstvertrauen in die Fremde und wollen im engen Abstiegskampf der Liga den positiven Trend fortsetzen — mit Zählbarem aus Thüringen.
Doch auch diese Begegnung verspricht eine Herausforderung: Der FC Rot-Weiß gehört seit Saisonbeginn durchgehend zu den Top 5 der Liga. Unsere Gastgeber wollen, nach der jüngsten Heimniederlage gegen den BFC Preussen (0:1), die Statistik auf eigenem Platz wieder korrigieren, weiter oben dranbleiben und damit auch nach außen die eigenen Ambitionen untermauern – die Lizenzunterlagen für die 3. Liga sind immerhin schon eingereicht: Zum 25. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 8. März 2026, um 14 Uhr beim FC Rot-Weiß Erfurt im Steigerwaldstadion.
Stetig wachsend: die Saison in der Blumenstadt
Der FC Rot-Weiß Erfurt steht aktuell auf Rang 4 der Tabelle mit 43 Punkten bei einem Torverhältnis von 41:29. Ins Auge sticht die Konstanz, mit der das Team von Fabian Gerber in dieser Saison punktet: Aus den jüngsten zwölf Partien musste Rot-Weiß lediglich zwei verloren geben (0:1 in Halle in Oktober und 0:1 gegen den BFC Preussen Ende Februar), auf die gesamte Saison gesehen sind es insgesamt nur vier Niederlagen (wiederum gegen Halle und gegen den Tabellenführer). Trotz der gelegentlichen Rückschläge in der Punkteausbeute bleibt Erfurt gefährlich und am Spitzentrio dran, vor allem durch die (gemeinsam mit dem Rivalen aus Jena) zweitbeste Offensive der Liga.
Ohnehin ist bei Erfurt buchstäblich immer etwas geboten: Lediglich bei Partien mit Beteiligung von Babelsberg 03 (72 Tore) und Hertha BSC II (71 Tore) zappelt der Ball häufiger im Netz als bei Spielen von RWE (70 Tore). Allerdings hebt sich Erfurt dadurch auch in einer Hinsicht von den drei Teams an der Spitze ab: mit ihren 29 Gegentreffern ist man gegenüber dem Drittplatzierten Halle (21) um satte acht Tore hinterher.
Auf Kaderebene sticht Obed Chidindu Ugondu mit 10 Toren und vier Vorlagen als torgefährlichster Offensivakteur hervor und zählt zu den Top-5-Torschützen der Liga. Die Rot-Weißen agieren kompakt, pressen hoch und nutzen ihre Stärken in Ballbesitz und schnellen Umschaltmomenten. Zuletzt holten sie einen wichtigen Auswärtssieg in Greifswald, ein 2:1 durch zwei späte Elfmeter des formstarken Romarjo Hajrulla, der damit in den jüngsten drei Spielen auf fünf Torbeteiligungen kommt.
Im Steigerwaldstadion fühlt sich Erfurt wohl – hier wollen sie den nächsten Schritt in Richtung Spitzenplätze machen. Wie oben erwähnt, wurden die Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht und der Club ist für alle Eventualitäten offen. Für Chemie bedeutet das: Maximale Konzentration, defensive Stabilität und Cleverness im Umschaltspiel sind gefragt, denn gegen einen derart formstarken Gegner (mit Hoffnung auf mehr) gibt es wenig Spielraum für Fehler.
Sturm der Begeisterung: Doppelschlag gegen Chemnitz wirkt nach
Im Alfred-Kunze-Sportpark hat die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Schmidt am Mittwochabend endlich den Knoten platzen lassen: Nach frühem Rückstand — ein unglückliches Eigentor von Julian Bell (10.) nach einer Grimaldi-Flanke — und starker Phase des CFC drehten die Chemiker in den Schlussminuten das Spiel gegen eine gute halbe Stunde in Unterzahl spielende Chemnitzer: Stanley Ratifo vom Punkt nach Textilvergehen (85.) und Rudolf Sanin mit einem Flachschuss aus 20 Metern (87.) sorgten für den umjubelten Heimsieg mit 2:1. Der erste Dreier unter Schmidt, das Ende einer Negativserie und ein Sturm der Begeisterung vor einem wieder einmal ausverkauften AKS mit grandioser, im Herzen brennender Stimmung und passender Choreo. Stanley Ratifo (nun 10 Saisontore, 2 Assists) und Rudolf Sanin zeigten Nervenstärke, die Defensive hielt dem himmelblauen Aufbäumen bis zum Abpfiff stand – genau diese Einstellung braucht es nun auch in Erfurt.
Der späte Dreier gegen Chemnitz gibt dem Trend der Mannschaft Rückenwind und sorgt durch den Formanstieg für wichtiges Selbstvertrauen in intensiven Wochen mit vielen Spielen. Im Mannschaftskader gibt es keine großen Veränderungen zu erwarten – die Jungs sind heiß, den Schwung mitzunehmen und in der Fremde zu punkten, auch wenn Rotation in die Startaufstellung kommen sollte (beispielsweise kehrt Lorenz Hollenbach nach abgesessener Gelbsperre zurück ins Team).
In den jüngeren Begegnungen hatte Erfurt klar die Oberhand – Chemie konnte in den letzten sieben Duellen nicht gewinnen (vier Siege RWE, drei Remis), auch das Hinspiel im Alfred-Kunze-Sportpark endete in einem knappen 0:1 (0:0) für Erfurt und das, obwohl die Chemiker im Grunde genommen die gesamte Spielzeit in Unterzahl bestritten. Aber Statistiken zählen nur bis zum Anpfiff: das Team von Alexander Schmidt fährt nicht zum Mitspielen nach Thüringen, sondern um zu kämpfen, womöglich zu überraschen und Punkte zu holen – gerade in einer Phase, in der im Abstiegskampf (Rang 16, 16 Punkte, 19:32 Tore) jeder Zähler Gold wert ist.
Mit der Unterstützung der wie gewohnt zahlreich mitreisenden Fans – gilt es, den Fokus trotz der vielen Partien kurz hintereinander zu bewahren und die Leidenschaft aus dem Chemnitz-Spiel auf den Platz zu bringen: kompakt stehen, mutig und spielfreudig nach vorne spielen und jede Chance nutzen. Mehr Motivation braucht es nicht – wir sind Leutzscher und wir geben alles.
Forza, BSG!
Zum 25. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 8. März 2026, um 14 Uhr beim FC Rot-Weiß Erfurt im Steigerwaldstadion. Die Partie steht unter der Leitung von Referee Sirko Müke (Neustrelitz), ihm assistieren Christoph Dallmann und Michael Berkowitz an den Seitenlinien. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die nicht mit nach Erfurt reisen können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung empfangbar



