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„Aufstiegsreform 2025“ konkretisiert Struktur der neuen 4. Liga und legt zentrale Eckpunkte vor

Nach der weiter wachsenden Unterstützung für das „Kompass-Modell“ konkretisiert die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ nun zentrale Eckpunkte für die strukturelle Ausgestaltung einer neuen 4. Liga. Die Reforminitiative wird inzwischen von 77 Klubs von der Bundesliga bis zur Oberliga getragen und unterstreicht damit ihre breite Verankerung im deutschen Fußball.

Der nächste und zugleich wichtigste Schritt im laufenden Reformprozess ist ein klares Commitment der Mehrheit der Regionalliga-Klubs sowie der beteiligten Verbände zum Kompass-Modell, um die angestrebte Reform auf eine möglichst breite und belastbare Basis zu stellen. Zugleich gilt es, frühzeitig Klarheit über wesentliche Rahmenbedingungen zu schaffen und damit eine solide Grundlage für die anstehende Detailarbeit zu legen.

„Mit der wachsenden Unterstützung für das Kompass-Modell steigt auch unsere Verantwortung, konkrete und tragfähige Lösungen für die Ausgestaltung der neuen 4. Liga vorzulegen. Uns geht es als Reforminitiative darum, frühzeitig Klarheit über zentrale Leitplanken zu schaffen und damit eine belastbare Grundlage für die anstehenden Entscheidungen zu liefern. Denn wir wollen nicht von der Seitenlinie aus kommentieren, sondern den weiteren Prozess aktiv, fokussiert und lösungsorientiert mitgestalten“, erklärt Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform 2025“.

Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:
• vier Staffeln nach geografischen Gesichtspunkten („Kompass-Modell“)
• einheitliche Staffelgröße mit jeweils 20 Mannschaften
• klare und faire Aufstiegsregelung aus den Oberligen (künftig 16 Aufsteiger)
• einheitliche Lizenzierungs- und Infrastrukturstandards mit realistischen Übergangsfristen
• transparentes Qualifikationsmodell zur Reduzierung von 90 auf 80 Teams
• Einbindung der Vereine aus allen Regionalligen in den weiteren Entscheidungsprozess

Einheitliche Staffelgröße und organisatorische Trägerschaft

Im Mittelpunkt der Überlegungen steht eine klare Struktur der neuen 4. Liga mit vier Staffeln, die nach den Himmelsrichtungen West, Nord, Ost und Süd benannt werden.

Die Reforminitiative spricht sich dabei für eine einheitliche Staffelgröße von jeweils 20 Mannschaften aus. Die konkrete Zuordnung der Teams soll unter anderem mithilfe KI-gestützter Verfahren erfolgen, die eine Einteilung nach möglichst kurzen Fahrtstrecken ermöglichen und gleichzeitig den Erhalt von Derbys berücksichtigen.

Darüber hinaus gilt es, die organisatorische Trägerschaft der neuen Spielklasse zu definieren. Denkbar ist ein gemeinsames Modell in Form einer Liga-GmbH, entweder unter dem Dach der bestehenden Regionalverbände oder in enger Anbindung an den DFB.

Einheitliche Standards und realistische Entwicklungsperspektiven

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vereinheitlichung von Zulassungsvoraussetzungen in den Bereichen Lizenzierung und Infrastruktur. Ziel ist es, die neue 4. Liga schrittweise weiter zu professionalisieren und so die bestehende Lücke zur 3. Liga zu schließen.

Gleichzeitig betont die Reforminitiative, dass diese Entwicklung nicht zu Lasten kleinerer Vereine gehen darf. Vielmehr sollen realistische Übergangszeiträume geschaffen werden, die eine nachhaltige Anpassung an die neuen Anforderungen ermöglichen.

Klar ist zudem: Sportlich qualifizierte Aufsteiger aus den Oberligen müssen auch künftig ohne unüberwindbare Hürden das Spielrecht in der neuen 4. Liga erhalten. Offen ist darüber hinaus die finale Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) zum zukünftigen Umgang mit Zweitvertretungen sowie zur maximalen Anzahl von U23- oder U21-Teams in der neuen Spielklasse.

Oberligen-Strukturen und Durchlässigkeit sichern

Die Reforminitiative hat immer betont, dass die Regionalliga-Frage nicht auf dem Rücken anderer Spielklassen gelöst werden darf. Von zentraler Bedeutung ist daher auch die zukünftige Ausgestaltung der Oberligen-Strukturen, um einen gerechten und ausgewogenen Unterbau für alle Regionen sicherzustellen.

Gerade mit Blick auf die Regionalliga Nordost wird deutlich, wie unterschiedlich die Ausgangslagen aktuell sind: Hier treffen große Flächen, zahlreiche Bundesländer und weite Reisewege auf eine besonders hohe Dichte an ambitionierten Vereinen. Diese strukturellen Unterschiede müssen in einem fairen System berücksichtigt werden.

Ziel muss es sein, einen gerechten Nachfluss aus allen Regionen des Bundesgebiets in die neue 4. Liga zu gewährleisten und strukturelle Ungleichgewichte beim Aufstiegsrecht dauerhaft zu vermeiden.

Im Zuge der Reform ist vorgesehen, in allen vier Staffeln der neuen 4. Liga jeweils vier feste Absteiger zu etablieren. Damit würde es künftig insgesamt 16 Aufsteiger aus den Oberligen geben – statt bislang maximal 15. Auf diese Weise bleibt die notwendige Durchlässigkeit an der Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball erhalten und wird strukturell gestärkt.

Qualifikationssaison und faire Verteilung der Startplätze

Ein weiterer zentraler Baustein ist die Ausarbeitung eines tragfähigen Konzepts für eine Qualifikationssaison innerhalb der aktuell fünf bestehenden Regionalliga-Staffeln. Ziel ist es, die Reduzierung von derzeit 90 auf künftig 80 Teilnehmer der neuen 4. Liga transparent und nachvollziehbar zu gestalten.

Die Reforminitiative spricht sich in diesem Zusammenhang geschlossen dafür aus, dass sich aus allen bestehenden Regionalligen die Mannschaften bis einschließlich Tabellenplatz 13 für die neue Spielklasse qualifizieren. Dieses Modell stellt sicher, dass alle Staffeln solidarisch ihren Beitrag leisten und keine Region einseitig benachteiligt wird.

Eine erneute Verzerrung durch strukturelle Ungleichgewichte darf sich nicht wiederholen. In der Vergangenheit wurde das Aufstiegsrecht unter anderem anhand der Gesamtzahl an „Herrenmannschaften“ in den Regionen berechnet. Dabei flossen jedoch auch dritte, vierte oder fünfte Mannschaften sowie Altherrenteams in die Bewertung ein – also Teams, die am Spielbetrieb teilnehmen, aber gar kein Aufstiegsrecht in die Regionalliga besitzen.

Dieses System führt zu einer verzerrten Realität und hat einzelne Regionen in den vergangenen Jahren nachweislich strukturell benachteiligt. Künftig müssen daher ausschließlich sachgerechte und vergleichbare Kriterien herangezogen werden. Andernfalls drohen langfristig weitere Ungleichgewichte – mit spürbaren Auswirkungen bis hinein in den Profifußball.

Einbindung der Vereine als zentraler Erfolgsfaktor

„Für uns ist entscheidend, dass die offenen Fragen im weiteren Prozess nicht hinter verschlossenen Türen oder in isolierten regionalen Arbeitsgruppen geklärt werden, sondern unter Einbindung der maßgeblichen Verbände und Klubvertreter aus allen derzeit existierenden Regionalligen. Die Vereine sind das Fundament des Wettbewerbs – ihre Perspektiven und Interessen müssen in der Lösungsfindung zwingend berücksichtigt werden. Gleichzeitig geht es jetzt darum, den Blick konsequent nach vorn zu richten. Nicht mögliche Probleme dürfen im Mittelpunkt stehen, sondern die Lösungen, die wir gemeinsam erarbeiten. Nur wenn wir diesen Prozess transparent, fair und konstruktiv gestalten, werden wir am Ende eine tragfähige Reform erreichen, die von allen getragen wird. Und genau das ist unser Ziel“, erklärt Tommy Haeder, Sprecher der Initiative „Aufstiegsreform 2025“.

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