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Brennen im Herzen: Chemiker starten in Jena ins Punktspieljahr

By 19. Februar 2026No Comments

Foto: Christian Donner

Nach 69-tägiger Winterpause geht es für die Chemie-Elf am kommenden Wochenende endlich wieder los. Mit zahlreichen frischen Kräften auf dem Platz und an der Seitenlinie geht es, gemeinsam mit allen Leutzscherinnen und Leutzschern, um jeden Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost. Zum Auftakt steht nicht eben die leichteste Aufgabe auf dem Spielplan, aber ein traditionsreiches Highlightspiel mit Potenzial für ein echtes Ausrufezeichen.

Unsere Gastgeber wollen gegen die Chemiker nicht nur vor eigenem Publikum erfolgreich ins neue Pflichtspieljahr starten und die starke Heimbilanz aufrechterhalten, sondern nach dem Resultat des vergangenen Wochenendes auch den Druck auf den Tabellenführer erhöhen. Für ein Team geht es um Spannung an der Spitze, für das andere um die Aussicht auf Entspannung am Ende der Tabelle – doch beide Mannschaften haben nach mehr als zwei Monaten ohne Punktspiel in winterlichen 90 Minuten das bessere Ende in der eigenen Hand: Am 23. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am kommenden Samstag, 21. Februar 2026, um 14 Uhr beim FC Carl Zeiss Jena im Ernst-Abbe-Sportfeld.

Titelkampf im Paradies? Das neue Jahr für Carl Zeiss

Der FC Carl Zeiss Jena überwinterte in der Liga auf dem zweiten Tabellenplatz und somit als erster Verfolger des souverän punktenden Tabellenführers. Man stellt mit 38 erzielten Treffern die zweitbeste Offensive der Liga, mit nur einem Gegentreffer Unterschied die zweitbeste Defensive der Liga und hat als einziges Team der Staffel erst zwei Spiele verloren geben müssen. Mit 41 Zählern aus 19 Spielen kann Volkan Uluç einen Punkteschnitt von starken 2,16 Punkten pro Spiel vorweisen – auf eine volle Saison umgerechnet hätte dieser Schnitt in drei der jüngsten vier Saisons zur Meisterschaft gereicht.

Mit einer solchen Performance einer solche Resultate liefernden Mannschaft erklärt sich auch der Umstand, dass der FCC im Winter nicht für allzu viele Positionen im Kader Transferbedarf gesehen hat. Darüber hinaus bringen die beiden Neuzugänge noch einmal eine ganze Menge Erfahrung und erprobtes Regionalliganiveau mit an ihre neue Wirkungsstätte: Nicolas Wähling, 28 Jahre alter (linker) Offensivspieler, schnürte im deutschen Fußballnordosten bereits 2023/24 für Energie Cottbus die Schuhe und spielte im vergangenen Jahr für den Cavalry FC in Kanadas erster Liga um die Meisterschaft; jetzt kommt er auf dem Papier für die durch den Abgang von Kay Seidemann frei gewordene Kaderlücke. Und auch Amar Suljic (Mittelstürmer) kennt die RLNO aus seiner Zeit beim BFC Dynamo zwischen 2023 und 2025. Der 27 Jahre alte Bosnier Suljic stößt vom FC 08 Homburg aus der Regionalliga Südwest zum FCC und konnte sich mit bereits über 200 Regionalligaspielen sowie internationaler und Bundesligaerfahrung im U19-Bereich zurückblicken.

Die Testspielergebnisse des FCC zeigen zweierlei Gesichter, auf ein dominantes 10:1 gegen den VfL Halle 96 folgte in der Generalprobe ein 0:1 gegen den VfB Krieschow (beide Gegner NOFV-Oberliga Süd). Doch aufgrund des Strauchelns des Tabellenführers bei dessen Re-Start in den Ligabetrieb an der Chemnitzer Gellertstraße hat man an den Kernbergen sicherlich bereits Morgenluft gewittert. Denn für Volkan Uluç und sein Team geht es in der anstehenden Partie noch einmal um ein bisschen mehr: Mit einem Heimsieg gegen den einen würde der Rückstand auf den anderen Leipziger Verein einerseits auf nur noch zwei Zähler zusammenschmelzen und das Fenster zur Tabellenspitze weit aufstoßen, andererseits könnte ein Punktverlust gegen die runderneuerten Chemiker Carl Zeiss im Titelkampf noch schmerzhaft zu Stehen kommen.

Kühle Köpfe in der heißen Phase: Chemie bläst zur Mission Klassenerhalt

Den Chemikern dürfte an den Kernbergen alles Zählbare recht sein, auch wenn mit Sicherheit allen Chemie-Fans in ihren brennenden Herzen bewusst ist, dass die Auswärtsaufgabe beim Tabellenzweiten keine so genannte Kaffeefahrt werden dürfte. Nichtsdestotrotz hat die radikal in Kader, Startelf und Trainerteam veränderte BSG sowohl ein gewisses Überraschungsmoment für sich als auch die positiv stimmenden Ergebnisse der jüngsten Begegnungen auf ihrer Seite. In den vergangenen Testspielen konnte das Team von Alexander Schmidt gegen alle vier Gegner auf Regionalliganiveau – SpVgg Ansbach (1:0), SpVgg Bayreuth (2:1), KSV Hessen Kassel (3:0) und 1. FC Magdeburg II (4:2) – stets die Oberhand behalten und zeigte über Januar und Februar klares Wachstum und klaren Fortschritt auf dem Platz.

Die sieben Neuzugänge dieser für chemische Verhältnisse sehr geschäftigen Transferphase dürfen sich alle berechtigten Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz im Ernst-Abbe-Sportfeld machen: Zwischen den Pfosten kam mit Marcel Bergmann ein Kandidat für die Torhüterposition aus Leipzig-Probstheida. Rodriguez Fantozzi und Tim Hoops wurden für die Innenverteidigung verpflichtet und Julian Bell verstärkt die rechte Außenbahn. Anton Bulland erweitert die Optionen im zentralen Mittelfeld und mit Cyrill Akono und Kay Seidemann konnte gleich zweifach mit namhaftem Personal in der Offensive nachgerüstet werden. Gleichzeitig fehlen mit Julian Weigel, Lasse Timpelan und Robin Friedrich aber auch mindestens drei Chemiker zum Re-Start 2026.

Alexander Schmidt hat für den ersten Akt der Mission Klassenerhalt dennoch genug Pfeile im Köcher, um den Hausherren das Leben ordentlich schwer zu machen. Beide Teams starten nach der langen Pause bei null und alle Grün-Weißen haben die Entschlossenheit, sich zu zeigen und ihre Ansprüche im Team geltend zu machen. Vor allem aber haben Team und Trainerstab die Chance, mit einer überzeugenden Leistung nicht nur mit einem Ausrufezeichen nach innen und nach außen ins neue Jahr zu starten, sondern auch die jüngsten Ergebnisse gegen den FCC zu begradigen und in einem emotionalen, traditionsreichen Spiel den Thüringern ein Schnippchen zu schlagen.

Forza, BSG!

Zum 23. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig am kommenden Samstag, 21. Februar 2026, um 14 Uhr beim FC Carl Zeiss Jena im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena. Die Begegnung steht unter der Leitung von Schiedsrichter Kai Kaltwaßer (Berlin), an den Seitenlinien assistieren ihm Pascal Wien und Julius Hanft. Das Ticketkontingent für die Chemie-Fans ist restlos aufgebraucht, es wird keine Tageskasse geben. Für alle Chemikerinnen und Chemiker, die das Spiel nicht an den Kernbergen verfolgen können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Ebenso überträgt der MDR die Partie live in TV und Stream.

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