Foto: André L.
Im fränkischen Glutofen haben die Chemiker in ihrem ersten Testspiel bei Drittligaabsteiger Schweinfurt 05 ein 1:1-Remis erzielt. Luca Bürger egalisierte vor 448 im Sachs-Stadion (darunter 97 Chemie-Fans) im zweiten Durchgang den Halbzeitrückstand. Es war ein gelungener Auftakt in die Vorbereitungsphase.
Gleich kurz nach Anpfiff hatten die Chemiker ihre erste gute Gelegenheit. Julius Hoffmann kam nach Anton Bullands Eckstoß frei zum Kopfball, doch der gut aufgelegte Schweinfurter Tormann Jan Mottl war gleich hellwach (2.). Kurz darauf flog die nächste scharfe Ecke von Bulland hinein, diesmal war es Rajk Lisinski, der zum Schuss kam, aber etwas zu wenig Druck hinter den Ball brachte (6.). Chemie war in dieser Phase sehr griffig, immer direkt am Gegenspieler, den „Schnüdeln“ nur wenig Entfaltung lassend.
Nach einer Viertelstunde hatten aber auch die Hausherren ihre erste Möglichkeit. Bei einem schnell ausgeführten Freistoß schlief Chemie etwas, doch Marcel Bergmann war im Eins-gegen-eins zur Stelle (16.). Danach ging es munter hin und her, und zwar überwiegend gen Schweinfurter Kasten. Nachdem sich Philipp Wendt auf der linken Seite stark durchsetzte, hatte Tyron Profis die Einschussgelegenheit, sein Schuss geriet jedoch deutlich zu hoch (19.). Kurze Zeit später eroberte Valon Aliji gewohnt hart, aber herzlich die Kugel und spielte quer durch den Torraum, doch in der Mitte fand sich kein Abnehmer (21.).
Zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend wie unnötig gerieten unsere Grün-Weißen in Rückstand. Luis Jakobi wurde im Mittelfeld unsauber vom Ball getrennt, doch der Pfiff blieb überraschend aus. Schweinfurts Valentin Schmitt spazierte auf Bergmanns Tor zu und umkurvte den Leutzscher Schlussmann – 1:0 für die Gastgeber (24.). Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs waren die 05er auf Augenhöhe, Chemie agierte bemüht, aber etwas zu fahrig. Kurz vor der Pause hätte die Elf von Trainer Alexander Schmidt auf 1:1 stellen können, ja, müssen, doch Tim Hoops zielte per Kopf nach einer weiteren Bulland-Ecke knapp daneben (43.).
In der Halbzeitpause wechselte Chemie komplett durch, die „zweite Elf“ stand in Sachen Engagement und Spielfreude der „ersten“ in nichts nach und blieb am Drücker. Christoph Maier konnte nach tollem Antritt im Konter nur durch ein Foul gestoppt werden. Der fällige Freistoß von Luca Bürger flog einen guten Meter drüber (56.). Spektakuläre Szene nach einer Stunde: 05-Schlussmann Mottl flutschte der Ball durch die Finger auf den Kopf von Marc Sodji, doch der Schlussmann machte seinen Fehler mit einem fulminanten Hechtsprung (60.) wieder wett. Kurz darauf demonstrierte Luca Bürger aus der Distanz seinen strammen Linken (63.).
Als auf der Tribüne schon manch mutmaßte, die Chemiker könnten tun, was sie wollten, würden das Tor heute aber nicht mehr treffen, passierte das Gegenteil. Indem sie von rechts temporeich in den Strafraum eingedrungen, provozierten Fünfeckträger das Foulspiel der Ostfranken. Bürger schnappte sich das Spielgerät und ließ mit seinem wuchtigen Schuss in den linken Knick keine Fragen ungeklärt (71.) – das längst überfällige 1:1 für die BSG.
In der Folge machte sich die drückende Hitze immer stärker bemerkbar. Die Leutzscher ließen hinten wenig anbrennen, doch vorn blieben klare Chancen erst einmal aus – ein echter Abnutzungskampf. In der Schlussphase mobilisierte Chemie nach harten Trainingstagen noch mal alle Kräfte. Marc Sodjis Schuss aufs kurze Eck konnte gerade so an den Außenpfosten gelenkt werden (85.). Ein satter Schuss von der Strafraumgrenze bei der darauffolgenden Ecke ging nur knapp übers Gebälk. Einige Halbchance waren nicht von Erfolg gekrönt.
So blieb es beim 1:1-Unentschieden. Es war ein guter Auftakttest, mit zwei unterschiedlichen, aber spielerisch und kämpferisch gleichwertigen „Chemie-Mannschaften“. Insbesondere das spielfreudige Kurzpassspiel wusste zu gefallen. Der Auftrag ist klar: die Torgelegenheiten künftig noch konsequenter nutzen. Die knapp hundert Chemie-Fans verabschiedeten ihr Team mit verdientem Applaus.
1. FC Schweinfurt – BSG Chemie Leipzig 1:1 (1:0)
BSG Chemie Leipzig: Marcel Bergmann, Tim Hoops, Valon Aliji, Anton Bulland, Conner Schulze, Julius Hoffmann, Rudolf Sanin, Rajk Lisinski, Tyron Profis, Philipp Wendt, Luis Jakobi; Florian Horenburg, Lorenz Hollenbach, Marc Enke, Luca Bürger, Hector Hink, Christoph Maier, David Pfeil, Daniil Turchyn, Marc Sodji, Elias Kratzer (alle kamen zum Einsatz)
Tore: 1:0 Valentin Schmitt (24.), 1:1 Luca Bürger (71., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Maximilian Ziegler; Felix Richter, Phillip Trenk
Zuschauer: 458 (darunter 97 Chemie-Fans) im Sachs-Stadion



