AppnewsVEREIN

Bericht zur Mitgliederversammlung 2026

By 18. Juni 2026No Comments

Ehrenamtskoordinator Ronny Leitzke, der für sein ehrenamtliches Engagement stellvertretend für das Videoteam ausgezeichnete Detlev Ducksch und Vorstand Marc Walenta

Bei ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung 2026 präsentierte sich die BSG Chemie Leipzig vitaler, wachsender Verein, der trotz vieler Weiterentwicklungen wirtschaftlich auf gesunden Füßen steht.

Mehr als 200 Mitglieder waren dabei und erfuhren, dass die BSG Chemie Leipzig im Geschäftsjahr 2025 erneut einen Jahresumsatz von mehr als drei Millionen Euro erzielte. In allen Einnahmesäulen wie Sport/Erste Mannschaft, Merchandise, Mitgliederwesen oder Spenden seien Fortschritte erzielt worden. Abgeschlossen wurde das Geschäftsjahr 2025 mit einem negativen Resultat von 16.000 Euro. Gerd Kroll (Vorstand Finanzen) ordnete ein: „Das sind ein halbes Prozent des Umsatzes und deshalb überhaupt kein Grund zur Beunruhigung.“

Gregor Schoenecker (Vorstand Sport) ging ausführlich auf die Herausforderungen bei der sportlichen Entwicklung der Regionalligamannschaft ein. Schon früh waren die Chemiker nach einem Fehlstart in den Abstiegskampf gezogen worden. Trotz einiger Lichtblicke sei der absolute Turnaround aber nicht gelungen, sodass eine Veränderung auf der Trainerposition sowie eine Verstärkung des Mannschaftskaders notwendig geworden war. Kurzfristig bleibe es Ziel, die Mannschaft in der Regionalliga zu stabilisieren und nach Möglichkeit aus der Abstiegszone fernzuhalten, mittel- bis langfristig sollen sich die Chemiker im oberen Tabellendrittel etablieren.

Darüber hinaus hob Gregor Schoenecker die Fortschritte und Erfolge im Nachwuchs und in der Frauenabteilung hervor. Im Nachwuchs erzielten die Chemie-Teams dank des Engagements der Koordinatoren sowie der Trainerinnen und Trainer und des Unterstützerumfeldes sehr gute Ergebnisse und Tabellenpositionen, die Chemie-Frauen machten auf großer DFB-Pokalbühne auf sich aufmerksam. Die traditionsreiche Handballabteilung hingegen kämpfe nach wie vor ums Überleben und freue sich daher über jede Unterstützung.

Die über weite Strecken des Geschäftsjahres kritische Situation der Regionalligamannschaft, erklärte Bastian Pauly (Vorstand Kommunikation), habe auch dazu geführt, dass man der „Ersten“ als Zugpferd des Vereins mit höherer Aufmerksamkeit bedenken musste als vorgesehen. Daher seien andere Aufgaben wie die geplante außerordentliche Mitgliederversammlung zur Satzungsänderung oder die Konzeptionierung einer Überführung des Chemie-Museums in den Vereinsbesitz nicht umgesetzt worden. Dafür sei das Thema Markenbildung als Teil des von Vorstand und Aufsichtsrat initiierten Mission-/Visions-Prozesses intensiv angegangen worden. Erste Fortschritte wie ein neues Leitbild seien bereits sichtbar, der Prozess zur Stärkung der Markenidentität des Vereins aber noch nicht abgeschlossen.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Kristin Kielon bestätigte in ihrem Bericht die herausfordernde Situation auch für ihr Gremium. Sie betonte die Fortschritte in der Zusammenarbeit, insbesondere in der Kommunikation und bei der Schaffung einer absoluten Vertrauensbasis. Der Verein stehe wirtschaftlich nach wie vor auf gesunden Füßen. Der Aufsichtsrat empfahl den Mitgliedern die Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2025. Revisor Alexander Hoffmann schloss sich – nach ausführlicher Einschätzung über eine korrekte und nachvollziehbare Buch- und Kontenführung sowie eine konstruktive und transparente Zusammenarbeit mit Geschäftsführung und Steuerberatung – der Empfehlung an und empfahl zusätzlich die Entlastung des Aufsichtsrates.

Im Anschluss wurde das neue Leitbild, das den Mitgliedern vor der Mitgliederversammlung per Mitglieder-Newsletter zur Kenntnis gegeben worden war, von der zuletzt zuständigen Arbeitsgruppe präsentiert und von den anwesenden Mitgliedern verabschiedet. Mattis Kießig aus der Arbeitsgruppe unterstrich, dass im neuen Leitbild – trotz optisch frischem Gewand und angepasstem Wording – noch viel von dem Geist des vorherigen, beim Neustart 2008 verabschiedeten Leitbildes und damit von den damaligen Graswurzel-Idealen der BSG sichtbar sei. Zudem bedankte er sich bei allen, die schon vor Jahren große Anstrengungen für eine demokratische Repräsentation des Fan- und Mitgliederwillens bei der inhaltlichen Gestaltung unternommen und damit wichtige Grundlagen für die letztlich verabschiedete Version geschaffen haben.

Nicht zur Abstimmung gelangte ein Antrag zum Thema Sichtbarkeit des Frauenfußballs. Darin forderte der Antragsteller „der Verein“ auf, „Sichtbarkeit und Unterstützung der Frauenmannschaft – insbesondere bei sportlich und symbolisch bedeutenden Spielen – künftig stärker [zu fördern] und aktiv den Austausch mit allen Fanszenen, Fangruppen und Unterstützer*innen [zu suchen].“ In der Begründung kam die Enttäuschung über die fehlende, aus den Spielen der Regionalliga-Herren bekannte, organisierte Unterstützung seitens der aktiven Chemie-Fanszene zum Ausdruck. Der Vorstand hat dem Antragsteller im Vorfeld der Mitgliederversammlung seine Beweggründe für die Nichtzulassung des Antrags erklärt: Eine ausführliche Bewerbung und Begleitung der beiden Frauen-DFB-Pokalspiele hatte vereinsseitig stattgefunden und zu erheblicher Aufmerksamkeit für die Chemie-Frauen geführt. Eine „Verpflichtung“ der organisierten Fangruppen sei jedoch weder möglich noch erstrebenswert. Die Entwicklung des Frauenfußballs bei Chemie bleibe für die kommenden Jahre jedoch ein wichtiges Ziel.

Vor der Verabschiedung würdigten Vorstand Marc Walenta und Ehrenamtskoordinator Ronny Leitzke verdiente Chemikerinnen und Chemiker aus der Ehrenamtsfamilie. Sie stellten klar: ohne die mehr als 200 ehrenamtlich Engagierten würde es Chemie als lebendigen und liebenswürdigen Verein nicht geben.

Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern für die Unterstützung der BSG Chemie Leipzig!

Teilen: