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Heimspiel in der Fremde: Chemie vor wichtigem Spiel an der Glaserkuppe

Foto: Christian Donner

Mit dem Heimspiel gegen Hertha Zehlendorf am vergangenen Wochenende, das die Chemiker mit 4:2 (2:0) für sich entscheiden konnten, wanderten weitere wichtige drei Zähler auf das Konto der BSG. Drei Spiele hat das Team von Alexander Schmidt noch vor sich, um den Klassenerhalt zu schaffen. Im Altenburger Land erwartet Chemie nicht nur ein direkter Konkurrent in der Tabelle, sondern auch eine grün-weiße Menge, die die Begegnung auf der Glaserkuppe zu einem Heimspiel in der Fremde machen und ihrer Elf zum Sieg verhelfen will.

Für unsere Gastgeber ist die Partie nicht minder aufgeladen, lediglich zwei Punkte liegen die Thüringer hinter der BSG. Vier Niederlagen in Folge brachten die Zipsendorfer zum Saisonende wieder hinein in die Gefahrenzone und benötigt dringend Punkte für die Trendwende. Ein Sieg könnte ein echter tabellarischer Sprung nach oben und (fast) raus aus dem Abstiegskampf sein – für beide Teams: Zum 32. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig heute um 14 Uhr beim ZFC Meuselwitz in der Bluechip-Arena auf der Glaserkuppe.

Gegen den Trend: Meuselwitz und das Restprogramm

Unverhofft kommt bekanntlich oft und so finden sich Martin Leopold und sein Team drei Spieltage vor Saisonende doch erneut tief drin im Abstiegskampf der Regionalliga Nordost. Blickt man auf den Monat April, sprangen für den ZFC aus sechs Partien lediglich drei Punkte heraus, wodurch man in den wankelmütig wechselnden Verhältnissen des Tabellenkellers (und mit dem feststehenden Abstieg des FC Erzgebirge Aue aus der 3. Liga) ins Hintertreffen geriet. Auf den durchaus unerwarteten Heimerfolg gegen den Halleschen FC (3:2) folgte eine Serie von vier Niederlagen gegen den 1. FC Magdeburg II (1:2), den BFC Dynamo (0:1), den FC Rot-Weiß Erfurt (0:3) und zuletzt den Chemnitzer FC (2:3). Resultat dessen ist Tabellenplatz 16, der nur im Falle des Aufstiegs des Nordost-Meisters für den Klassenerhalt genügen würde.

Vor dieser Niederlagenserie, also am 27. Spieltag, standen die Thüringer auf Rang 14, zwei Plätze und fünf Punkte vor der BSG Chemie. Vier Spieltage später musste der ZFC die Chemiker vorbeiziehen lassen, steht hinter der BSG auf Rang 15 mit zwei Zählern Rückstand. Bei neun noch zu vergebenden Punkten braucht Meuselwitz theoretisch alle neun, um zu einhundert Prozent sicher in der Liga zu verbleiben, was das Duell zwischen beiden Teams umso brisanter und die Zähler umso wertvoller macht. Eine Reise zum BFC Preussen nach Berlin-Lankwitz und der Saisonabschluss zuhause gegen den FSV Luckenwalde warten noch auf den ZFC, die sich, obwohl es für beide Teams nur noch um die Position in der Abschlusstabelle geht, als unangenehmes Restprogramm entpuppen könnten. Gerade auch deswegen, weil die Konkurrenz beispielsweise durch die Duelle zwischen Greifswald und Zehlendorf oder das unserer Chemiker gegen den FC Eilenburg noch unmittelbaren Einfluss im unteren Tabellendrittel nehmen kann.

Es geht also um einiges morgen, nicht nur für den ZFC. Mut macht den Thüringern, dass die Moral und der Einsatz der Spieler auch in den vier jüngsten verlorenen Spielen, selten zu bemängeln war und teilweise Punkte, sei es auch nur einer, für die Meuselwitzer nicht unverdient gewesen wären. Gerade jüngst gegen den Chemnitzer FC ging man zweimal selbst in Führung, Toptorjäger Florian Hansch (7.) mit seinem 14. Saisontreffer und René Eckardt zum zwischenzeitlichen 2:1, nur um durch einen späten Chemnitzer Doppelschlag noch auf den letzten Metern den Sieg aus der Hand zu geben. Auch wenn Andy Trübenbach (Fuß), Luca Bürger (Hüfte) und womöglich auch Luis Fischer (Oberschenkel) nicht zur Verfügung stehen, wird Meuselwitz alles geben, um eine Wiederholung des vergangenen Wochenendes zu verhindern.

High Five? Chemie will im Flow bleiben

Auch, wenn noch nichts erreicht ist und bekanntlich am 34. Spieltag abgerechnet wird, ist die Stimmung bei unserer BSG aufgrund des Formhochs der vergangenen Wochen deutlich sonniger. Die jüngsten Erfolge ließen die Chemiker auf den 14. Tabellenplatz klettern, mit 34 Punkten und eben zwei Zählern auf den ZFC Meuselwitz hat man an diesem Sonntag alles in der eigenen Hand. Ein Sieg auf der Glaserkuppe hätte einen Vorsprung von fünf Punkten auf Rang 16 zur Folge, was vor den dann noch zwei verbleibenden Spieltagen allen Grund zum Optimismus geben würde.

Cheftrainer Alexander Schmidt betonte jedoch auch wiederholt, dass noch nichts erreicht sei und man es sich in dieser Liga und gerade im Abstiegskampf nicht erlauben könne, mit zu wenig Fokus in die verbleibenden Begegnungen zu gehen. Mit dieser Warnung sollte er auch beim Spiel gegen Hertha Zehlendorf Recht behalten: der Doppelschlag von Stanley Ratifo (30.) und Kay Seidemann (31.) ließ die Chemiker und alle anwesenden Grün-Weißen relativ beruhigt in die Pause gehen, nichtsdestotrotz servierte Zehlendorf in der zweiten Halbzeit die Retourkutsche und stellte kurz nach Wiederanpfiff auf 2:2. Doch es brauchte viel Einsatz und Kampfgeist und ungebrochene Unterstützung von den Rängen, damit nach 90 Minuten ein 4:2 auf der Anzeigetafel zu sehen wahr – auch dank Doppelpacker Julius Hoffmann.

Die Brust ist, mit diesen Ergebnissen im Rücken, durchaus berechtigt etwas breiter vor dieser Fahrt nach Zipsendorf und dem Kampf um den womöglich fünften Sieg in Folge. Gleichwohl wird es alle Grün-Weißen für einen positiven Ausgang brauchen, will man doch vor allem gerne auch die offen Rechnung aus der Hinrunde begleichen: im November vergangenen Jahres (0:2) war es Andy Trübenbach, der den Chemikern den nachmittag vermieste und die erste Heimniederlage gegen Meuselwitz seit 2019 bescherte. Auf der Glaserkuppe hat man sich nicht nur in den vergangenen Jahren sehr, sehr wohl gefühlt – 3:1, 4:2, 3:0 in den jüngsten drei Spielen, der letzte Heimsieg des ZFC datiert auf 2017 — sondern mit Blick auf die Hinrunde und den Abstiegskampf, für die zahllosen Grün-Weißen im Gepäck und bei feinstem Fußballwetter, gleich mehrere Fliegen auf einen Streich zu schlagen.

Forza, BSG!

Zum 32. Spieltag der Regionalliga Nordost gastiert die BSG Chemie Leipzig heute um 14 Uhr beim ZFC Meuselwitz in der Bluechip-Arena auf der Glaserkuppe. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Florian Lukawski, komplettiert wird sein Team durch Daniel Läser und Tobias Behm an den Linien und Tim Haubenschild als vierten Offiziellen. Für alle Chemikerinnen und Chemiker, die morgen nicht mit nach Thüringen fahren können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen live und direkt. Darüber hinaus zeigt der MDR die Begegnung ab 14 Uhr im Stream.

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