Foto: Sebastian Bloch
Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Matthias Lämmchen ist gerade erst verhallt, schon geht es weiter im Leutzscher Holz. Auf das 2:2 (0:1) gegen den BFC Preussen folgt für die Chemiker die nächste wichtige Aufgabe im Kampf um den Klassenerhalt. Das Team von Alexander Schmidt zeigte in der zweiten Halbzeit Moral, kam zweimal zurück und behielt einen wichtigen Zähler zuhause. Jetzt geht es nahtlos weiter, immer weiter.
Unsere Brandenburger Gäste finden sich selbst in einer anstrengenden Phase, in der es Schlag auf Schlag geht — fünf Partien innerhalb von 15 Tagen und aufgrund der zahlreichen Nachholtermine wenig Aussicht auf Besserung. Dank einer starken Hinrunde haben die Männer aus dem Fläming den Tabellenkeller frühzeitig nachhaltig hinter sich lassen können, wollen aber dennoch punkten, damit dies auch so bleibt. Für unsere Chemiker ist es nun die nächste Chance, den unbeschreiblichen Heimvorteil zu nutzen und die Punkteausbeute aus dem Preussen-Spiel zu verdreifachen: Zum 28. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am heutigen Sonntag, 22. März 2026, um 14 Uhr den FSV Luckenwalde im Alfred-Kunze-Sportpark.
Gelungene Abschiedstour: Michael Braune und seine letzte Saison im Fläming
Der eng getaktete Spielplan der Regionalliga Nordost im Frühjahr 2026 ging und geht, zweifelsohne nicht nur beim FSV, an die Substanz, weshalb Michael Braune in den vergangenen Spielen durchrotierte. Leistungsträger wie beispielsweise Tim Maciejewski, Lucas Will oder Simon Gollnack saßen gegen den Greifswalder FC erst einmal auf der Bank, um die Belastung zu steuern. Doch auch mit wiederholten Veränderungen in der Startelf liest sich die Bilanz des FSV aus den jüngsten Spielen durchaus solide, positiv, aber mit Luft nach oben: ein Sieg (Altglienicke), drei Remis (Magdeburg, Zehlendorf, Greifswald), eine Niederlage (gegen den Tabellenführer). Zurzeit befindet sich der FSV Luckenwalde mit 32 Punkten aus 23 Spielen (1,39 Zähler pro Spiel) in der oberen Tabellenhälfte und Coach Michael Braune auf dem besten Weg, in seiner Abschiedssaison im Fläming ein weiteres Mal die Klasse zu halten.
Die Stärke des FSV in dieser Saison liegt in der Ordnung: kompakte Defensive, hohe Laufbereitschaft, Nadelstiche nach Ballgewinnen. Simon Gollnack, Lucas Will und Tim Maciejewski sorgen für Torgefahr, häufig bringt der Trainer frische (und effektive) Impulse von der Bank, Kapitän Andreas Pollasch ordnet im Mittelfeld. Im Vertrag von Andreas Pollasch griff jüngst die Option für ein weiteres Jahr in gelb und blau, Michael Braune selbst hingegen wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Er übernimmt ab der neuen Saison die Geschicke beim SV Babelsberg 03.
Luckenwalde wird nicht kommen, um das Spiel zu machen – sie warten auf Fehler, stören früh und schlagen zu. Chemie muss dominant sein, Ballbesitz nutzen, Standards vermeiden und im letzten Drittel kaltschnäuzig sein. Vor allem: über die komplette Spielzeit muss die Konzentration auf dem Maximum liegen, denn ihre Cleverness haben die Luckenwalder in dieser Saison schon Mal um Mal unter Beweis gestellt. Kein Team hat mehr Tore in der Schlussviertelstunde erzielt als der FSV (12) und bei kaum einem Team ist der Anteil der Tore in den letzten Spielminuten so hoch wie beim Team von Michael Braune (44 Prozent). Ein cleverer, traditionell unangenehmer und seit vier Spielen ungeschlagener Gegner wartet auf die Chemiker, für die zum Abschluss der englischen Woche aber ohnehin keine Ausreden gelten — sondern nur Punkte.
Nur mit euch wird’s Chemie: 4999 + 11 für das große Ziel
Das Endergebnis im Spiel gegen den BFC Preussen war hart erkämpft: zum Ende einer nervösen ersten Halbzeit mit wenig Torgefahr von beiden Seiten ging Preussen nach einem Einwurf in Führung und es brauchte einen Dreifachwechsel zur Halbzeit, um Schwung, Wucht und Druck auf den Platz zu bekommen. Zwei der Joker, Philipp Wendt und Rajk Lisinski, sorgten per Koproduktion dann auch, nur wenige Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff, prompt für den Ausgleich. Ein Distanzschuss nach abgefälschter Ecke brachte die Chemiker 15 Minuten vor Schluss erneut in Rückstand, bis Kay Seidemann per sehenswertem Schlenker mit dem zweiten Jokertor des Tages das Endergebnis besorgte. Diese Balance aus Wucht und Klasse – der Plan ging in den zweiten 45 Minuten auf, auch wenn es sich für manche wie zwei verlorene Punkte anfühlt.
Auch dieses Spiel hat gezeigt: die Moral ist da, das Team kam (wie auch schon gegen Chemnitz oder Erfurt) zweimal stark zurück, aber der offensive Punch fehlt zu häufig (wie auch schon in Hohenschönhausen). Mehr Robustheit, mehr Präzision im Abschluss, mehr Leutzscher Magie – das braucht es dringend gegen Luckenwalde. Die zweite Halbzeit gegen Preussen hat gezeigt, was diese Mannschaft auf den Rasen bringen kann. Drei Punkte sind heute Pflicht, um den Druck zu lindern und nach oben zu schauen und vor allem, um die Ergebnisse auf anderen Plätzen ignorieren zu können.
Nach dem Punkt gegen Preussen braucht es alle, Spieler, Fans und Mitglieder der BSG Chemie, mehr denn je: die Leutzscher Hölle, den Support, der die Mannschaft trägt und für Magie sorgt am Ort, wo die Sonne stets lacht. In den vergangenen Partien hatte der FSV jüngst gegenüber den Chemikern die Nase vorn. Aus den jüngsten fünf Spielen gingen zwei an Luckenwalde, eines an Chemie und zwei Partien endeten unentschieden; der letzte Sieg der Chemiker datiert auf den 19. Mai 2024: zum Saisonabschluss am 34. Spieltag setzten sich die Grün-Weißen mit 3:1 (1:1) durch, Cemal Kaymaz, Janik Mäder und Marcel Hilßner besorgten seinerzeit die Tore.
Im anstehenden Spiel steht den Chemikern der komplette Kader zur Verfügung, Valon Aliji ist nach abgesessener Gelbsperre zurück im Team. Unabhängig davon, welche elf Chemiker schlussendlich zum Anpfiff auf dem Rasen stehen: in ihrem Rücken sind 4999 Grün-Weiße, die alles geben und deren Tage durch wenig so aufgehellt werden wie durch drei Punkte für die Leutzscher Legende.
Forza, BSG!
Am 28. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am Sonntag, 22. März 2026, um 14 Uhr den FSV Luckenwalde im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Rasmus Jessen (Berlin), ihm assistieren Julius Hanft und Hannes Stein. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die nicht dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Ebenso ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung empfangbar.



