Foto: Christian Donner
Die Niederlage im Sportforum Hohenschönhausen war für die grün-weiße Familie ein herber Dämpfer im Tabellenkeller. Trotz lautstarker Unterstützung der mitgereisten Chemie-Fans sollten die Chemiker am Ende mit leeren Händen die Rückreise antreten. Bei der Rückkehr ins Leutzscher Holz gegen den nächsten Berliner Fußballclub müssen den Worten im Abstiegskampf nun Taten folgen und die Punkte im Leipziger Westen bleiben, damit der Trend umgekehrt werden kann und der erste direkte Nichtabstiegsplatz in Reichweite bleibt.
Der Trend ist in jüngster Zeit allerdings auch nicht der Freund der kommenden Gäste der Leutzscher. Die Lankwitzer reisen mit drei Niederlagen in Serie im Gepäck nach Leipzig und sind selbst auf der Suche nach dem Befreiungsschlag aus dem Formtief. Beide Teams wollen die jüngsten Rückschläge so schnell wie möglich abhaken und Zähler aufs Konto packen — doch vor aller Voraussicht nach wieder restlos ausverkauftem Haus wollen die Chemiker ihren Heimvorteil voll ausspielen und sich und tausende Grün-Weiße jetzt erst recht mit Punkten belohnen: Zum Nachholspiel des 22. Spieltags der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am heutigen Mittwoch, 18. März 2026, um 19 Uhr den BFC Preussen im Alfred-Kunze-Sportpark.
Die Hinrunde in weiter Ferne: der BFC Preussen seit dem Re-Start
Der BFC Preussen steckt aktuell in einer echten Ergebniskrise: drei Niederlagen am Stück, 2:11 Tore und lediglich drei Zähler aus den Spielen seit dem Re-Start im neuen Jahr nach dem 1:0 (1:0) in Erfurt direkt zum Auftakt. Zuletzt setzte es ein 1:3 (1:0) auf eigenem Platz gegen den Halleschen FC, welches nach eigener Führung durch Nikolas Frank in der zweiten Halbzeit komplett aus dem Ruder lief. Gegen die Hallenser fanden die Preussen nach dem Seitenwechsel praktisch nicht mehr statt, zur offensiven Chancenlosigkeit gesellten sich Abstimmungsprobleme in der Defensive hinzu und resultierten folgerichtig in der dritten Pleite hintereinander.
Die Lankwitzer finden sich vor diesem Nachholspiel auf einem (gerade aus Sicht eines Liganeulings) nach wie vor komfortablen 12. Tabellenplatz wieder, was der BFC größtenteils auf eine starke Performance in der Hinrunde zurückführen kann: von den 17 vor dem Jahreswechsel absolvierten Partien gab man lediglich fünf verloren und sammelte als frischer Aufsteiger in dieser Zeit Siege gegen echte Schwergewichte wie den FSV Zwickau (3:2), beim Halleschen FC (1:0), gegen den Tabellenführer (2:0) und auch die BSG Chemie (2:1).
Doch auch trotz der komfortablen Tabellenplatzierung mit 29 Punkten aus 21 Spielen (bei 28:34 Toren) sind die Preussen durch ihre Performances im Jahr 2026 alarmiert. Vor allem, da man gemeinsam mit der Hertha aus Zehlendorf mit erst 21 absolvierten Spielen die wenigsten in der Liga und mit allein acht Partien innerhalb des nächsten Monats ein straffes Restprogramm vor sich hat — und die starke Form der Hinrunde in weite Ferne gerückt zu sein scheint. Gleichwohl macht das die Preussen auch für die Chemiker besonders gefährlich: eine körperlich starke, groß gewachsene und mit viel Erfahrung im Kader ausgestattete Mannschaft, die in den vergangenen Wochen selbst ins Taumeln geraten ist und beweisen will, dass die Form vor dem Jahreswechsel kein Ausrutscher war.
Auf geht’s Chemie, kämpfen und siegen: Leutzscher Reaktion gefordert
Das Spiel gegen „den anderen“ BFC hingegen soll für die BSG Chemie ein eben solcher Ausrutscher sein. Beim 0:2 (0:1) in Hohenschönhausen fehlten dem Team von Alexander Schmidt der Punch und die offensive Durchschlagskraft, die Stringenz und die letzte Kaltschnäuzigkeit in der Torerzielung. Die Leutzscher Elf hat beim BFC Dynamo vermissen lassen, wie man gegen einen unangenehmen, defensiv sattelfesten Gegner Lösungen finden will, auch, wenn dieser Gegner selbst mit einer inkonstanten Form zu kämpfen hatte. Durch den Sieg konnte der BFC Dynamo vor allem auch den unruhigeren Gefilden der Tabelle einigermaßen entkommen und sich vom Keller absetzen. Diese drei Punkte hätten allerdings auch der BSG extrem gut getan und vor allem die rot-weißen Hansestädter aus Greifswald mächtig unter Druck gesetzt.
Vor eigenem Publikum muss am heutigen Mittwoch im AKS der Schalter umgelegt werden. „Ein Vorteil der vielen Englischen Wochen ist, dass man Niederlagen nicht so lange im Kopf behält,“ so Cyrill Akono vor der Presse. Es gelte nun, die unmittelbar nächste Chance am heutigen Abend zu nutzen, um wieder in die Spur zu finden und sich und die Fans zu belohnen. In der jüngsten Englischen Woche lief es ja auch für die BSG: vier Punkte aus den Spielen gegen Chemnitz, Halle und Erfurt waren wichtige Schritte auf dem Weg zum Klassenerhalt, mit dem BFC Preussen und dem FSV Luckenwalde als kommende Gegner muss dieselbe Punktzahl anvisiert werden.
Verzichten müssen Alexander Schmidt und die BSG am heutigen Abend dabei allerdings auf Valon Aliji, der sich beim Spiel in Berlin seine fünfte gelbe Karte abgeholt hat; abseits von ihm und den Langzeitverletzten steht der gesamte Kader zur Verfügung. Doch es gilt nach wie vor: egal, wer am Ende für die BSG die Schuhe schnürt, wir brauchen heute mehr von allem. Mehr Zweikampfstärke, mehr Cleverness bei Standards, mehr Mut im letzten Drittel, es geht um Leidenschaft, Entschlossenheit und den Willen, die Punkte in Leutzsch zu behalten. Mit dem grün-weißen Support im Rücken, der Berge versetzen kann, soll es auch der letzte Preuße kapieren — wir kämpfen bis zum glorreichen Ende!
Forza, BSG!
Zum Nachholspiel des 22. Spieltags der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am heutigen Mittwoch, 18. März 2026, um 19 Uhr den BFC Preussen im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Matthias Lämmchen (Meuselwitz), an den Seitenlinien assistieren ihm Paul Baudis und Jason Poser. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen Abend nicht mit von der Partie sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus ist die Begegnung über das kostenpflichtige Streamingangebot von Leipziger Volkszeitung empfangbar.



