Die Chemiker um Nils Lihsek waren nah an einem Punktgewinn in Jena. (Bild: Christian Donner)
Unsere BSG hat das erste Pflichtspiel im Jahr 2026 verloren. Beim Titelmitfavorit Carl Zeiss Jena zeigten die Fünfeckträger zwar eine ansprechende Leistung, konnte aber leider nichts Zählbares holen. Somit sahen die 7096 Zuschauer:innen in der ad hoc Arena Ernst-Abbe-Sportfeld ein 2:1 (1:0) zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und der BSG Chemie Leipzig.
Nach fast zwei Monaten Winterpause stand das erste Pflichtspiel der BSG unter Neu-Trainer Alexander Schmidt an. Dabei waren die Chemiker beim Tabellenzweiten Carl Zeiss Jena gefordert. Die Mannschaft von Trainer Volkan Uluc konnte mit einem Sieg den Rückstand auf Spitzenreiter Lok Leipzig auf zwei Punkte verkürzen. Das wollten die Leutzscher verhindern. Dabei setzte Alexander Schmidt auf sechs der sieben Winterneuzugänge in seiner Startelf.
Erst Elfmeter pariert, dann Traumtor kassiert
Das Spiel begann verhalten. Die Intensität war hoch, nur Torchancen waren in den Anfangsminuten Mangelware. Die Thüringer hatten mehr Ballbesitz, Chemie hielt aber mit hohem Pressing gut dagegen. Der erste Abschluss gehörte Nicolas Wähling für den FCC, jedoch scheiterte dieser an Marcel Bergmann im Chemie-Tor (22.).
Nach etwas mehr als einer halben Stunde erhöhten die Gastgeber den Druck. Emeka Oduah scheiterte per Kopf an der Latte (34.). Auf der Gegenseite zischte ein Distanzschuss von Kay Seidemann am langen Pfosten vorbei (39.). Kurz darauf gab es Elfmeter für Carl Zeiss: Rodriguez Fantozzi ließ gegen Oduah das Bein stehen. Bergmann parierte aber den darauffolgenden Strafstoß von Sören Reddemann (43.)! Wenige Sekunden danach lag der Ball dann aber doch im chemischen Netz: Timon Burmeister traf per Direktabnahme von der Strafraumkante unhaltbar zur Führung für Jena (44.). Mit dem Rückstand aus chemischer Sicht ging es auch in die Pause.
Oduah Kopfball kontert Lihsek Distanzschuss
Chemie kam mit Druck aus den Kabinen. Erst scheiterte Stanley Ratifo, der die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führte, an Marius Liesegang (51.), dann gelang der BSG aber der Treffer: Fynn Seidel schlug eine Ecke in den Rückraum, aus dem Nils Lihsek abzog und abgefälscht zum Ausgleich traf (55.)!
Der Treffer zog für kurze Zeit den Stecker bei den Thüringern, die in der Folge viele Abspielfehler hatten. Es entwickelte sich eine zerfahrene Partie. Dennoch gab es weiterhin Chancen: Erst schoss Oduah neben den Kasten (57.), dann verpasste Fantozzi nach einer Ecke die Führung für Chemie (68.).
In den Schlussminuten erhöhten die Gastgeber wieder den Druck. Erst verhinderte Bergmann mit einer Glanztat gegen Wähling die erneute Führung von Carl Zeiss (71.), den anschließenden Eckball nutzte der FCC dann aber: Oduah köpfte die Ecke von Nils Butzen in die Maschen (71.).
Chemie war um eine Antwort bemüht, kam aber nur noch selten in die gefährlichen Zonen. Trotz Platzverweis für die Heimmannschaft (Maurice Hehne sah innerhalb weniger Sekunden Gelb-Rot) standen die Thüringer zu sicher in der Defensive. Jena hingegen verpasste die Chance auf den dritten Treffer, als der eingewechselte Amar Suljic im Strafraum in Rücklage drüber schoss (90.). Die letzte Möglichkeit zum erneuten Ausgleich hatte Julian Bell, der aus der Distanz den Ball neben das Tor schlenzte (90.+1). Danach war Schluss.
Chemie mit einer deutlichen Leistungssteigerung im Vergleich zu den letzten Spielen in der Hinserie. Man bot einem der Staffelfavoriten über neunzig Minuten Paroli und war nah an einem Punktgewinn, dennoch steht man am Ende ohne Punkte da. Das nächste Spiel der Chemiker ist bereits kommenden Mittwoch. Dann ist man bei Hertha Zehlendorf im Nachholspiel des 14. Spieltags gefordert. Anpfiff ist um 19 Uhr.
FC CARL ZEISS JENA – BSG CHEMIE LEIPZIG 2:1 (1:0)
FC Carl Zeiss Jena: Marius Liesegang – Nils Butzen (MK), Maxim Hessel, Sören Reddemann, Malik Talabidi – Maurice Hehne, Patrick Weihrauch – Timon Burmeister (77. Kevin Lankford), Justin Schau (67. Amar Suljic), Nicolas Wähling (77. Alexander Prokopenko) – Emeka Oduah (85. Paul Krämer); Trainer: Volkan Uluc
BSG Chemie Leipzig: Marcel Bergmann – Tim Hoops (46. Marc Enke), Lorenz Hollenbach, Rodriguez Fantozzi – Julian Bell, Valon Aliji, Fynn Seidel (79. Rajk Lisinski), Nils Lihsek – Stanley Ratifo (MK, 61. Janik Mäder), Cyrill Akono (69. Tim Bunge), Kay Seidemann (46. Julius Hoffmann); Trainer: Alexander Schmidt
Tore: 1:0 Timon Burmeister (44.), 1:1 Nils Lihsek (55.), 2:1 Emeka Oduah (71.)
Bes. Vork.: Marcel Bergmann hält Foulelfmeter von Sören Reddemann (43.)
Gelbe Karten: Justin Schau, Maxim Hessel / Julius Hoffmann, Rajk Lisinski
Gelb-Rote Karte: Maurice Hehne (wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Kai Kaltwaßer (Berlin), Pascal Wien, Julius Hanft
Zuschauer: 7096 in der ad hoc Arena im Ernst-Abbe-Sportfeld (davon 800 Chemie-Fans)



