Foto: Christian Donner
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, doch die Chemiker wollen, nein, müssen mehr! Nach den Siegen in Zehlendorf, im Derby und auf dem Wurfplatz folgt am Sonnabend nun das Rückspiel gegen die Mannschaft aus dem Berliner Südwesten. Im Schatten des Olympiastadions bewies die Chemie-Elf am vergangenen Wochenende, dass sie ihren Groove gefunden hat und dass die vorangegangenen Erfolge kein Zufall waren. Vor eigenem Publikum soll nun genau diese Serie ausgebaut und drei wichtige Punkte gegen den Abstieg gesammelt werden.
Unsere kommenden Gegner haben an ihrer Tabellenposition seit dem jüngsten Aufeinandertreffen zu ihrem Leidwesen nichts verändern können. Doch im Gegensatz zum Hinrundenduell zeigten die Berliner auf dem Rasen in ihren jüngsten Spielen eine sichtbare Steigerung – und macht sie auch dadurch zu einem gefährlichen Gegner für unsere Grün-Weißen: Am 31. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am kommenden Samstag, 25. April 2026, um 14 Uhr den FC Hertha 03 Zehlendorf im Alfred-Kunze-Sportpark.
Zehlendorf kämpft: was seit dem Hinspiel geschah
Nur rund drei Wochen Abstand zwischen Hin- und Rückspiel sind durchaus nichts Gewöhnliches. Gerade einmal 18 Tage wird das 5:0 (2:0) der Chemiker im Ernst-Reuter-Sportfeld her sein, wenn Schiedsrichter Chris Rauschenberg die Rückrundenpartie in Leutzsch anpfeifen wird. Doch in diesen 18 Tagen hat sich durchaus etwas verändert in der Mannschaft und ihrer Darbietung auf dem Spielfeld: War der Mannschaft im Hinspiel noch deutlich der Einfluss der sehr kurzfristig vorgenommenen und kommunizierten Demission von Trainer Tilman Käpnick anzumerken, scheinen sich die Zehlendorfer in den vergangenen Partien unter dem Interimsduo Marco Böning und Niko Klarkowski wieder gefangen zu haben. Gegen Hertha BSC II (1:3) glich man aus und gab das Spiel erst mit dem späten dritten Gegentor wirklich verloren, gegen den Chemnitzer FC (1:2) ging man selbst in Führung und Alexios Dedidis parierte einen CFC-Elfmeter und gegen den BFC Preussen (2:3) unter der Woche drehte man das Spiel zwischenzeitlich gar auf 2:1 und bekam in den Schlussminuten noch den möglichen Ausgleichstreffer aberkannt.
Böning und Klarkowski haben dem akut abstiegsbedrohten Berliner Team also durchaus eine Frischzellenkur verpasst. Allein, für den Klassenerhalt dürfte die Leistungssteigerung der Zehlendorfer nicht mehr genügen. Der jüngste Sieg der Herthaner ist zwar „erst“ einen Monat her (ein 2:0 beim Tabellenführer), doch zwischen diesem Spiel und dem unsrigen liegen dennoch wettbewerbsübergreifend acht Niederlagen in Folge. Mit lediglich 14 Zählern aus nun 30 Spielen, also einem Punkteschnitt von 0,47 Punkten pro Partie, liegt man immer noch auf dem letzten Tabellenplatz der Staffel und kann selbst bei voller Punkteausbeute aus dem anstehenden Restprogramm den 17. der Tabelle, den FC Eilenburg, nur noch theoretisch einholen.
Nichtsdestotrotz blieben die Zehlendorfer in keinem der jüngsten vier Spiele ohne eigenen Treffer und stellten, wie oben erwähnt, ihre Gegner durchaus vor Probleme; auch, wenn man am Ende ohne Ertrag dastehen sollte. Speziell Niklas Doll tat sich mit drei Scorerpunkten in diesem Zeitraum hervor und steht exemplarisch dafür, dass mental bei dieser Mannschaft bis zum 34. Spieltag noch absolut niemand abgestiegen ist und den wahrscheinlichen Abschied aus der Liga mit erhobenem Haupt antreten wird. Sicher ist, das betonte auch Cheftrainer Alexander Schmidt vor der Presse, dass keiner unserer Chemiker auf Rasen und Rängen das Spiel auf die leichte Schulter nehmen darf – nicht, dass am Ende aufgrund des Zehlendorfer Kampfes im Saisonendspurt noch jemand anderes zuletzt lacht.
Brennen im Herzen: Chemie und Platz 15
Zumindest Lächeln konnten in den vorangegangenen Wochen die Chemie-Fans: zehn Punkte aus den vergangenen fünf Spielen, dazu drei Siege in Serie in den jüngsten drei und der Derbysieg als besonderes Schmankerl dazu. Aufgrund dieser starken Punkteausbeute im Ausklang dieser nach wie vor nervenaufreibenden Saison ist es der BSG gelungen, in der Tabelle am Greifswalder FC vorbeizuziehen und nun den in wirklich allen Fällen zum Klassenerhalt ausreichenden Tabellenplatz 15 zu belegen. Mit 31 Zählern auf dem Konto und noch zwölf zu vergebenden Punkten in dieser Spielzeit könnte die BSG nicht nur dem SV Babelsberg 03 und dem ZFC Meuselwitz (die mit nur einem Punkt mehr die Plätze 13 und 14 einnehmen), sondern sogar dem BFC Dynamo (36 Punkte) noch gefährlich werden. Allerdings steht unsere Mannschaft nach dem Sieg der Greifswalder über Altglienicke wieder umso mehr unter Zugzwang.
Viel wichtiger ist jedoch natürlich, dass der Abstand nach unten gewahrt und der Tabellenplatz 15 gehalten werden kann. Solche Mannschaftsleistungen wie die, die die Chemiker am vergangenen Wochenende im Stadion auf dem Wurfplatz zeigte, können beim Erreichen dieses Ziels selbstverständlich kräftig mithelfen. Gegen Hertha BSC II (1:0) neutralisierten sich beide Teams in den ersten 45 Minuten zwar, doch nach Wiederanpfiff zeigte die Mannschaft, dass sie weiß, um was es geht und dass dieser Kampf angenommen wird. Wagemutige Wechselentscheidungen unseres Trainers Alexander Schmidt, ein brachialer Auswärtsmob an Chemie-Fans (für den noch ein Extra-Block im Stadion geöffnet werden musste) und nicht zuletzt eine brillante Einzelleistung von Kay Seidemann vor dem Tor von Tim Goller besorgten am Ende des Nachmittages den verdienten Sieg für die Chemiker und wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
Die Ergebnisse der vergangenen Wochen und der Derbysieg gegen den favorisierten Spitzenreiter beweisen, dass der eingeschlagene Weg in der Mannschaft der richtige ist. Auf dem Platz und auf den Rängen ist ein Schulterschluss zu spüren, der vom großen Ziel kündet, gemeinsam auch in der kommenden Saison in der Regionalliga aufzulaufen. Vier Spiele liegen nun noch vor allen Grün-Weißen. Nun ist es an uns allen, auf dem Platz und im Stadion, die Herzen weiter brennen und den großen Traum für die kommende Saison wahr werden zu lassen. Regionalliga Nordost? Nur mit uns!
Forza, BSG!
Zum 31. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am kommenden Samstag, 25. April 2026, um 14 Uhr den FC Hertha 03 Zehlendorf im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Chris Rauschenberg (Hörselberg-Hainich), an den Seitenlinien assistieren ihm Jason Poser und André Blank. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die nicht mit in Leutzsch dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen live und direkt. Darüber hinaus zeigt der MDR die Partie ab 14 Uhr live in der Konferenz mit der Begegnung zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Eilenburg.



