Foto: Moritz Heidenblut
Es geht Schlag auf Schlag im Leutzscher Holz: Bereits wenige Tage nach dem Heim- und Punktspielauftakt des neuen Jahres öffnet der Alfred-Kunze-Sportpark für das nächste Traditionsduell seine Pforten. Nach dem Dämpfer gegen den Halleschen FC (0:2) sollen im nächsten Anlauf vor heimischer Kulisse endlich die so wichtigen ersten Zähler 2026 auf dem Konto landen – gleichzeitig ein möglicher Auftakt nach Maß in richtungsweisende Frühlingswochen in Leutzsch. Welches Spiel wäre für einen Frühlingsanfang besser geeignet als ein echtes Saisonhighlight, unter Flutlichtsonne, vor ausverkauftem Haus?
Auf der anderen Seite befinden sich unsere morgigen Gäste aktuell in bestechender Form und werden das Team von Alexander Schmidt vor keine leichte Aufgabe stellen. Im neuen Jahr lieferten die Himmelblauen eine fast makellose Performance mit der perfekten Punkteausbeute – ein Trend, den man in der Fremde gerne fortführen möchte. Doch elf Leutzscher (und noch ein paar Tausend mehr) sind mindestens genauso motiviert, ihren Trend zu durchbrechen und zu einhundert Prozent bereit für ein Erfolgserlebnis: Zum Nachholspiel des 20. Spieltags der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Mittwoch, 4. März 2026, um 19 Uhr den Chemnitzer FC im Alfred-Kunze-Sportpark.
Null auf hundert: der Re-Start in Chemnitz
Drei Spiele, drei Siege, neun Punkte, 9:1 Tore – so liest sich die beeindruckende Bilanz des Chemnitzer FC im Fußballjahr 2026. Das Team von Cheftrainer Benjamin Duda konnte die Winterpause augenscheinlich produktiv nutzen: auf drei Remis (BFC Dynamo, Greifswald, Luckenwalde) unmittelbar vor dem Jahreswechsel ließen die Himmelblauen nun drei Siege (Magdeburg, Probstheida, Babelsberg) unmittelbar danach folgen und mussten seit dem deutlichen 0:4 (0:2) in der Zwickauer GGZ-Arena im November kein Spiel mehr geschlagen geben. Aktuell belegt der Chemnitzer FC mit 34 Zählern aus 22 Spielen (Punkteschnitt von 1,55) den siebten Tabellenplatz, der Achtplatzierte BFC Preussen allerdings zurzeit auch noch vier Partien weniger absolviert.
Speziell der Sieg gegen den Tabellenführer aus Probstheida fällt in der Statistik des noch jungen Fußballjahres ins Auge, fiel dieser doch mit 3:0 (0:0) auch überraschend deutlich aus. Gerade im eigenen Stadion fühlt sich der Chemnitzer FC wohl: An der Gellertstraße steht aus zwölf Spielen lediglich eine Niederlage zu Buche (ein 2:4 gegen den 1. FC Magdeburg II im August 2025), in der Heimtabelle reiht man sich mit einem Punkteschnitt von 1,92 auf dem vierten Platz ein. Auswärts hingegen belegt das Team von Benjamin Duda einen Platz im unteren Tabellenmittelfeld. Auf fremdem Rasen ging man in der Hälfte der Spiele leer aus und erzielt im Schnitt ein ganzes Tor weniger pro Partie als zu Hause in Chemnitz.
Doch man sollte sich von einem statistischen Anschein in den Leistungen auf des Gegners Platz nicht von der dominanten Form der Chemnitzer im neuen Jahr ablenken lassen: Perfekte Punkteausbeute aus den Spielen gegen Magdeburg (1:0), den Spitzenreiter (3:0) und Babelsberg 03 (5:1), dabei nur ein einziges Gegentor (Ehrentreffer nach 0:5) und mit Dejan Bozic (sechs Torbeteiligungen, Viererpack gegen Babelsberg) und Domenico Alberico (drei Torbeteiligungen) zwei verlässliche Offensivakteure, die pünktlich zum Re-Start ihre Leistung abrufen können. Beide sind auch integrale Bestandteile des Angriffsspiels, speziell über die Flügel versuchen es die Himmelblauen immer wieder Gefahr zu erzeugen und dann über einen kompletten Stürmer wie Bozic zu ihren Chancen zu kommen – und schaffen das aktuell zurzeit auch oft genug.
Es wartet also nicht die leichteste Aufgabe auf die chemische Defensive: Formhoch, Siegesserie und Effektivität vor dem Tor wollen allesamt verteidigt werden, damit Frühlingsgefühle im Leutzscher Holz immer noch den Leutzschern vorbehalten bleiben.
Immer voran, BSG: englische Woche in Leutzsch
Nur noch dreimal schlafen, dann ist wieder Heimspiel! So oder so ähnlich kann der Rhythmus der BSG (und weiterer Teams der Staffel) in den kommenden Wochen aufgrund der zahlreichen winterbedingten Spielausfälle beschrieben werden. Drei Tage nach dem Heimspielauftakt kämpft die Chemie-Elf erneut auf heimischem Rasen um die ersten Punkte im neuen Jahr. Nach dem Auftakt an den thüringischen Kernbergen (1:2) sollten die Leutzscher auch am vergangenen Sonntag gegen den Halleschen FC beim 0:2 (0:0) leer ausgehen. Sowohl Spieler als auch Cheftrainer Alexander Schmidt monierten besonders die mangelnde Erzeugung von Gefahr in der Nähe des gegnerischen Tores und insgesamt die offensive Durchschlagskraft, die dem Team gefehlt habe. Die einzige personelle Veränderung im Vergleich zur Vorwoche in Jena war der Wechsel von Rodriguez Fantozzi zu Marc Enke in der Innenverteidigung.
Nach einer eher zerfahrenen und auf beiden Seiten chancenarmen ersten Hälfte war der Halbzeitstand von 0:0 folgerichtig und verdient. Kurz nach Wiederanpfiff musste Chemie-Keeper Marcel Bergmann — der zu Beginn der zweiten Hälfte schon eine echte Glanzparade gegen ihn ausgepackt hatte — aber das erste Mal hinter sich greifen, nachdem Joscha Wosz für die Chemnitzer ins Tor traf. Der kurz darauffolgende Dreifachwechsel der Chemiker konnte das Glück nicht für die BSG wenden, da die offensive Harmlosigkeit nicht überwunden werden und leider nicht an die grundsätzlich sehr stabile Leistung des Jena-Spiels angeschlossen werden konnte. Kilian Zaruba machte gute zehn Minuten vor Schluss mit seinem 2:0 dann den Deckel auf eine aus Leutzscher Sicht unzufriedenstellende Partie (79.). „Wir waren alle etwas enttäuscht, weil wir dachten, wir sind in allen Bereichen etwas weiter,“ so Cheftrainer Alexander Schmidt, „das war leider gegen Halle phasenweise nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben – aber das wollen wir am Mittwoch unbedingt wieder gutmachen.“
Zur Belastungssteuerung in dieser und den kommenden englischen Wochen und natürlich auch, um am morgigen Mittwoch die nötigen Leistungen auf den Platz bringen zu können, sei laut Alex Schmidt in den nur zwei zur Verfügung stehenden Tagen sensibel, regenerativ und mit Fokus auf die mentale Stärke trainiert worden. Gegen die formstarken Chemnitzer wird es auch darauf ankommen, damit die Punkte in Leutzsch bleiben. Für Nils Lihsek und Fynn Seidel ist es beide ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein, von draußen zusehen müssen wird gegen den Tabellensiebten allerdings Lorenz Hollenbach, der gegen die Hallenser seine fünfte gelbe Karte sah. Philipp Wendt und Julian Weigel werden nach wie vor an die Mannschaft herangeführt und voraussichtlich wird Schmidt sich zu keinen Experimenten hinreißen lassen.
Wer auch immer für Chemie morgen auf dem Platz stehen wird: Ein wieder einmal ausverkaufter Alfred-Kunze-Sportpark, Flutlicht, Traditionsduell, ein echtes Highlightspiel der Saison können durch einen Heimsieg zur vollendeten Wiedergutmachung veredelt werden – spürt ihr sie, die grün-weiße Magie?
Forza, BSG!
Zum Nachholspiel des 20. Spieltags der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Mittwoch, 4. März 2026, um 19 Uhr den Chemnitzer FC im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Begegnung steht unter der Leitung von Schiedsrichter Marvin Tennes (Rostock), ihm assistieren Florian Strübing und Ole Donner an den Seitenlinien sowie Max Kluge als Vierter Offizieller. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die am Mittwochabend nicht mit dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen live und direkt. Darüber hinaus ist die Partie über das kostenpflichtige Streamingangebot von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung empfangbar.



