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Chemie will gegen Hertha BSC II ersten Heimsieg

By 24. Oktober 2026No Comments

Nach dem Derby ist vor der Rückkehr in den Ligaalltag und dieser meldet sich mit dem nächsten Heimspiel der Chemiker zurück. Das 2:2 (2:1) in Probstheida bescherte den Leutzschern einen Platztausch mit ihren kommenden Gegnern, die nun den 14. beziehungsweise 15. Tabellenplatz belegen. Die Hauptstädter gehörten in den vergangenen Jahren gewissermaßen zu den Lieblingsgegnern der Grün-Weißen. Gemeinsam mit ihren unverwechselbaren Fans wollen Alexander Schmidt und seine Mannschaft im chemischen Wohnzimmer dafür sorgen, dass dies auch weiter so bleibt.

Unsere Gäste, bei denen traditionell die Ausbildung über dem Ergebnisdruck steht, rangieren zurzeit nur aufgrund des um sechs Treffer schlechteren Torverhältnisses hinter den Chemikern. Das Team von Rejhan Hasanovic, seit 2024 an der Seitenlinie der Jung-Herthaner, kam in der neuen Spielzeit noch nicht so gut in den Tritt wie in den Vorjahren. Nichtsdestotrotz birgt der Jahr für Jahr hochtalentierte Kader der alten Dame für alle Teams der Staffel eine Gefahr, die es nicht zu unterschätzen gilt: Zum 14. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 25. Oktober 2026, um 14 Uhr Hertha BSC II im Alfred-Kunze-Sportpark.

Gefährliche Bubis: Warum mit Hertha II stets zu rechnen ist

Wundertüte — ein Wort, was auch der Autor dieser Zeilen zweimal pro Saison zu vermeiden versucht, wenn es um die Zweitvertretung der Herthaner geht, an dem man aber dennoch kaum vorbeikommt. Einerseits gehören, speziell in der Altersklasse von Akademieteams wie den Hertha-Bubis, Leistungsschwankungen schlicht und ergreifend dazu, andererseits liegt es in der Natur der Sache solcher Teams, dass kurzfristige Ergebnisse zugunsten der langfristigen Entwicklung in den Hintergrund treten. Eine weitere Variable in dieser Wundertütigkeit ist die Performance des Profikaders in der 2. Bundesliga, deren Krankenstand, Bedarfe und Personalsituation stets mit dem Spielerpool der U23 in Wechselwirkung stehen. (So gehört beispielsweise auch Jelani Ndi, mit drei Treffern der Topscorer von Hertha II, eigentlich zum Profikader.)

In diesem Jahr gehört die Erste Mannschaft der Hertha zur Spitzengruppe im deutschen Unterhaus. Und die Zweite? Diese befindet sich nach 13 Spieltagen als 15. der Tabelle ungefähr im Leistungskorridor der vergangenen Jahre. Zum selben Zeitpunkt der Saison belegte man immer eine Position zwischen dem 11. (2022/23) und dem 15. Rang (2025/26) im Tableau; lediglich der dritte Tabellenplatz (2024/25) fällt hier etwas aus der Reihe. Auffällig bei dieser Bilanz: die offensive Ladehemmung in der aktuellen Spielzeit. Mit nur zehn Treffern (0,77 pro Partie) stellt man die harmloseste Offensive der Liga und hängt dem Angriffsoutput vergangener Saisons teilweise deutlich hinterher, hatte man doch seit 2022 nach 13 Partien nie weniger als 20 Treffer auf dem Konto.

Doch dies bedeutet nicht (das betonte auch unser Chefcoach Alexander Schmidt vor der Presse), dass man es sich erlauben könnte, gegen die jungen Herthaner auch nur ein Prozent weniger zu geben. Bisher sammelte man auswärts beim Leipziger Ortsrivalen (2:1) und beim SV Babelsberg 03 (2:0) ebenso viele Siege wie die BSG (und wartet demnach auch noch auf den ersten Heimsieg), konnte sich aber mit dem FSV Zwickau (1:1), dem FC Erzgebirge Aue (0:0) und dem BFC Dynamo (1:1) gegen gleich drei nominelle Top-Teams der Liga schadlos halten. Im jüngsten Spiel setzte es zwar gegen die Männer des RSV Eintracht eine Last-Minute-Niederlage (0:1), doch gegen einen traditionell technisch beschlagenen und top ausgebildeten Kader wird die BSG alles geben müssen, um die Punkte im AKS zu behalten — gerade, weil die Erste der Hertha bereits am Samstag gegen den DSC Arminia Bielefeld spielt und einige nicht eingesetzte Profis ihren Weg auf den Leutzscher Rasen finden könnten. „Bei Hertha II ist es stark davon geprägt, wer auf dem Platz steht,“ gab BSG-Trainer Alexander Schmidt zu Protokoll, „aber egal, wer spielt von der Hertha: wir wollen am Sonntag punkten.“

Halber Kader, volle Konzentration: wie Chemie die Heimbilanz aufpolieren will

Hin und wieder auf einen zweiten Profikader zurückgreifen zu können ist ein Luxus, der dem Chemie-Coach und seinem Staff leider nicht vergönnt ist. „Leider habe ich fast eine komplette Mannschaft, die ausfällt, das ist natürlich nicht einfach,“ so Schmidt, „aber wir bringen immer noch eine gute Mannschaft auf den Platz.“ Zu den (Langzeit)verletzten der BSG gesellte sich im Nachgang des Derbys auch noch Bradley Lokilo, der im Krankenhaus beobachtet werden musste — gute Besserung Bradley, gute Besserung allen verletzten Leutzscher Jungs! Auch Valon Aliji, einer von sechs in Probstheida mit gelb verwarnten Spielern (allesamt Chemiker), wird das anstehende Spiel gegen die Berliner gesperrt verpassen, dafür konnte Alex Schmidt die Rückkehr von Darijan Silic und Entwarnung bei Philipp Kühn vermelden.

Aus dem Derby am vergangenen Sonntag ging die BSG Chemie mit einem Punkt nach Hause, mit dem im Vorhinein nicht jeder in grün und weiß gerechnet hatte — und nach den 90 Minuten gegen die Blau-Gelben trauerte mancher gar zwei verlorenen Punkten hinterher. Obwohl die Gastgeber es unentwegt versuchten, waren es eher die Chemiker, die den Gegner zurück ins Spiel holten, am Ende den einen Punkt aber auch hochverdient über die Ziellinie brachten.Wie dem auch sein möge, fest steht: In den Stadtduellen des Jahres 2026 bleibt die BSG ungeschlagen. Nach dem 1:0 durch Nils Lihsek in der Rückrunde der Vorsaison besorgten vergangenen Samstag Willi Reincke und Luis Jakobi die zwischenzeitliche 2:0-Führung beim Remis gegen den amtierenden Meister.

Folgt man der Statistik, so liegt die sogenannte Favoritenrolle morgen durchaus bei den Chemikern. In den vergangenen zehn Begegnungen mit den Hertha-Bubis ging die Leutzscher Elf sieben Mal als Sieger vom Platz, so auch in den beiden Aufeinandertreffen der Vorsaison: In Leutzsch drehte Chemie das Spiel nach Rückstand in der ersten Spielminute noch zu einem 3:1 (Ratifo, Hoffmann, Mäder), in der Rückrunde sicherte Kay Seidemann beim 1:0 auf dem Wurfplatz der BSG wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Auf die bisherige Bilanz und den noch ersten ausstehenden Heimdreier angesprochen, verwies der Coach darauf, dass nur zähle, was am Sonntag auf dem Rasen passiere. „Wir brauchen keine Motivation, wir sind immer motiviert,“ sekundierte Anton Bulland vor der Presse, „und ich denke, das wird auch ein klarer Sieg für uns.“ Na dann:

Forza, BSG!

Zum 14. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 25. Oktober 2026, um 14 Uhr Hertha BSC II im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Begegnung steht unter der Leitung von Schiedsrichter Florian Lukawski (Oranienburg), an den Seitenlinien assistieren ihm Henry Müller und Maurice Schmidt. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen nicht in Leutzsch mit dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Obacht: morgen wird es darüber hinaus keine Übertragung geben, wer das Spiel also sehen möchte, sollte sich im Ticketshop oder an der Tageskasse noch mit einer Karte ausstatten.

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