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Zurück zu Hause: Chemie empfängt Luckenwalde unter Flutlicht

By 9. Oktober 2026No Comments

Foto: Marc Lukas Meyer

Mit zwei Pflichtspielsiegen in der Fremde im Gepäck geht es für das Team von Alexander Schmidt im Freitagabendspiel um den ersten Heimerfolg in dieser Saison. In der Liga wurde der erste Trip ins Erzgebirge seit 25 Jahren mit drei Punkten gegen einen der Staffelfavoriten vergoldet und auch im Pokal, der die Chemiker und ihre Fans in die Oberlausitz führte, wurde die Herausforderung souverän gemeistert und das Achtelfinale klar gemacht. Zurück daheim, unter Flutlicht, soll es gegen das Tabellenschlusslicht genau so weitergehen.

Unsere Gäste hingegen brauchen nach einem ungenügend verlaufenen Saisonstart und zuletzt wettbewerbsübergreifend neun Niederlagen am Stück dringend Erfolgserlebnisse sowie Zählbares im Tabellenkeller. Die Brandenburger, mittlerweile in ihrem siebten Regionalligajahr, wissen jedoch, was es im Kampf um den Klassenerhalt braucht und werden der Leutzscher Elf nichts schenken im Duell um wichtige Punkte: Zum 12. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig heute um 19 Uhr den FSV 63 Luckenwalde im Alfred-Kunze-Sportpark.

Das verflixte siebte Jahr? Die Saison beim FSV

Seit der Saison 2020/21 tritt der FSV Luckenwalde durchgehend in der Regionalliga Nordost an und hat in diesen Jahren, trotz limitierter Mittel, wiederholt so einige Zweifler Lügen gestraft. Eine der prägenden Personalien dieser Zeit ist zweifellos Michael Braune. Braune, ehemals auch Spieler bei den Blau-Gelben, übernahm 2021 und stand in fünf der sechs vergangenen Jahre in insgesamt 190 Spielen für den FSV an der Seitenlinie. Dieses Kapitel fand im Sommer 2026 sein Ende und Michael Braune heuerte beim Ligakonkurrenten SV Babelsberg 03 an.

Seinen Posten übernahm Patrick Weiser, doch unter dem Ex-Profi (270 Bundesligaspiele), der zuvor in den Jugendakademien von beispielsweise Hertha BSC oder Schalke 04 tätig war, sollte das Team sich mit einem sehr unruhigen Saisonstart konfrontiert sehen. Lediglich ein Sieg (1:0 in Magdeburg am dritten Spieltag) aus den ersten elf Spielen steht für die Brandenburger zu Buche, mit demnach drei Zählern hält der FSV momentan die rote Laterne der Staffel. Weiser legte bereits nach sechs Spieltag sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder, doch auch die beiden Co-Trainer, die interimistisch übernahmen, Lukas Müller und Rainer Stock, konnten in den Spielen seither die Wende noch nicht einleiten.

Nach ihrer Amtsübernahme im September folgte direkt erstmal das bittere Ausscheiden aus dem Landespokal, in dem man sich — der FC Energie Cottbus gehört aufgrund des Aufstiegs in die 2. Bundesliga nicht mehr zum Teilnehmerkreis — durchaus Einnahmen und Erfolge ausgerechnet hatte: Gegen die BSG Stahl Brandenburg aus der sechsten Liga konnte man das Spiel nicht entscheidend auf seine Seite ziehen und verlor am Ende in der 2. Runde mit 0:1. Auch in der Liga folgte eine Pleitenserie gegen Aue (1:2), den BFC Preussen (0:2), Greifswald (1:3), die bei der Rückkehr von Michael Braune ins Werner-Seelenbinder-Stadion in der jüngsten Saisonniederlage gegen den SV Babelsberg 03 gipfelte (2:3). Mit nur neun Treffern stellt Luckenwalde eine der harmlosesten Offensiven der Liga; nicht zuletzt hier macht sich der Abgang von Unterschiedsspieler Tim Maciejewski (vergangene Saison Top-Scorer mit 14 Torbeteiligungen) zu den Veilchen bemerkbar. Der FSV will und muss langsam die Trendwende einleiten, um den Kontakt zur direkten Konkurrenz aus Stahnsdorf und Neukölln nicht abreißen zu lassen — und gibt sich nach dem Testspielsieg gegen den 1. FC Magdeburg II (3:1) im Vorfeld des Gastspiels in Leutzsch durchaus offensiv.

Jäger des ersten Heimsiegs: Selbstvertrauen und Vorsicht bei der BSG

„Für Luckenwalde ist es ein extrem wichtiges Spiel. Es sind schon einige Kampfansagen aus dem FSV-Umfeld bei uns eingetroffen,“ so Alexander Schmidt vor der Presse. Der Coach der Chemiker betonte den Charakter des Spiels und den Zugzwang für die Luckenwalder nach einem Saisondrittel — er kennt sich aus seiner Amtszeit in Leutzsch ja durchaus schon mit Trendwenden aus. Auch Tim Hoops, der sich gemeinsam mit dem Trainer den Fragen der Presse stellte, hob hervor, dass man, trotz der jüngsten Erfolge und milden Euphorie, den gegangenen Weg vor Augen habe: „Wir sind auch schlecht in die Saison gestartet. Mannschaftsintern wussten wir aber: Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis wir die Punkte holen.“

Jüngst gelang dies bei einem der Mitfavoriten der Staffel: Mit gut 2000 Chemikerinnen und Chemikern im Rücken veredelte die Leutzscher Elf das erste Gastspiel im Erzgebirgsstadion seit 25 Jahren mit drei Punkten. Rudolf Sanin und Julius Hoffmann erzielten beim 2:1 die Tore für die Leutzscher, mit dem Sieg schob man sich in der Tabelle vorbei an Hertha BSC II auf Rang 14. Eine  auffallende Effektivität vor dem gegnerischen Kasten und disziplinierte, gemeinschaftliche Defensivarbeit waren der Schlüssel zum Erfolg gegen den FCE. Auch in der 3. Runde des Sachsenpokals konnten die Chemiker ihre Begegnung erfolgreich gestalten: Im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion setzte sich die Chemie-Elf mit 4:1 (2:0) gegen den Hoyerswerdaer FC durch und zog ins Achtelfinale ein, in welchem im November der TSV IFA Chemnitz wartet. Für die Leutzscher, die auch noch höher hätten gewinnen können, trugen sich Julius Hoffmann mit einem sehr sehenswerten Hackentreffer (2.), Philipp Kühn in bester Stürmermanier (18.) und Malick Sanogo mit einem Doppelpack (48./71.) in die Torschützenliste ein.

Überschattet wurde die verbesserte Laune durch die jüngste Verletzung von Robin Friedrich, die Spieler, Mannschaft und Trainer gleichermaßen getroffen zurückließ. Aufgrund eines erneuten Kreuzbandrisses wird Robin lange Monate ausfallen und dem Team fehlen — alles, alles Gute für deine Genesung, Robin! Auch Rudolf Sanin wird für einige Wochen nicht zur Verfügung stehen, ihn plagt sein Syndesmoseband. Doch auch trotz der diversen Verletzungen im Saisonverlauf und vor diesem wichtigen Duell ist die Marschroute für Alexander Schmidt klar: „Vom Selbstvertrauen her sind wir da, sind wir gut drauf.“ Man müsse vorsichtig sein, dass eine dumme Niederlage eine solche Entwicklung nicht mir nichts, dir nichts zunichte macht. Aber: „Wenn wir gewinnen, dann sind wir gut in der Spur — und da werden wir alles dafür tun.“ Verlassen kann er sich bei diesem Unterfangen wie immer auf die unvergleichlichen Fans der BSG Chemie, die in einem voraussichtlich wieder restlos ausverkauften AKS alles für ihre Mannschaft und den ersten Heimsieg der Saison geben werden.

Forza, BSG!

Zum 12. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig heute um 19 Uhr den FSV Luckenwalde im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie wird geleitet von Schiedsrichterin Miriam Schwermer (Rieder), an den Seitenlinien assistieren ihr Jason Poser und Nils Schröter. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen Abend nicht in Leutzsch mit dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung zu sehen.

Der Spieltag wird präsentiert von der FRAGEMAUER. Indem sie Fragen unterschiedlichster Natur zum Judentum und zu jüdischem Leben beantwortet, will die FRAGEMAUER angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland einen wertvollen Beitrag gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen leisten.

ZUR FRAGEMAUER

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