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Glück auf! Chemie zu Gast im Schacht

By 26. September 2026No Comments

Foto: Christian Donner

Nur wenige Wochen ist der jüngste Pokaltrip der BSG Chemie Leipzig ins Erzgebirge her, da macht sich die Leutzscher Elf — mit beeindruckenden 1800 Chemikerinnen und Chemikern im Gepäck — erneut auf den Weg in die Berge. In der Liga wird es nun sogar historisch: Zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert, seit April 2001, schlägt eine grün-weiße Elf zu einem Punktspiel im Schacht der Veilchen auf. Mit dem brachialen Support seiner Fans im Rücken will das Team von Alexander Schmidt im Highlightspiel gegen den Drittplatzierten der Tabelle nicht mit leeren Händen nach Leutzsch zurückkehren.

Unsere Gastgeber, die in der abgelaufenen Saison erstmals seit 2003 den Gang in die deutsche Viertklassigkeit antreten mussten, haben (ganz unabhängig des in dieser Spielzeit in unserer Staffel liegenden direkten Aufstiegsplatzes) die Meisterschaft und den direkten Wiederaufstieg zum Ziel. Das im Sommer einmal komplett umgekrempelte Team geht als Tabellendritter in diesen Spieltag und will auf eigenem Rasen weiterhin ungeschlagen bleiben. Drei Punkte gegen die Chemiker wären deutlich hilfreicher, um das Spitzenduo aus Erfurt und Chemnitz nicht aus den Augen zu verlieren — doch dabei hat die immer besser werdende BSG Chemie, die fünf ihrer sechs Zähler auf fremdem Platz holte, noch ein ordentliches Wörtchen mitzureden: Zum 11. Spieltag der Saison 2026/27 gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 27. September 2026, um 14 Uhr beim FC Erzgebirge Aue im Erzgebirgsstadion.

Ab und Auf: Aue und der Blick nach oben

Regionalliga Nord, 33. Spieltag, 1. Juni 2003, Rudolf-Harbig-Stadion, 1:1 nach 45 Minuten zwischen dem Dresdner SC und dem FC Erzgebirge Aue. 18 Minuten später liegt der Ball nach einem Abpraller im Tor und ein 1,70m großer georgischer Mittelfeldspieler stellt für sein Team die Weichen auf Sieg. Nach Abpfiff steht ein 1:4 auf der Anzeigetafel und der FC Erzgebirge als Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. 23 Jahre später starten die Veilchen erneut aus der Regionalliga in den Aufstiegskampf, diesmal jedoch aus der Viertklassigkeit, die man mit Hilfe des nun an der Seitenlinie agierenden, 1,70m großen, georgischen Mittelfeldspieler so zügig wie möglich verlassen will: mit der Hilfe von Kvicha Shubitidze.

Nach zehn Spieltagen auf der Mission Wiederaufstieg gehört sein Team zum Spitzentrio der Liga. In diesen 11. Spieltag geht der FC Erzgebirge als Tabellendritter mit 21 Punkten, mit zwei beziehungsweise drei Zählern Rückstand auf den Chemnitzer FC und den FC Rot-Weiß Erfurt. Auf eigenem Platz konnten sich die Veilchen dabei schadlos halten. Aus fünf Begegnungen resultierten Siege gegen den BFC Dynamo (3:2), den BFC Preussen (2:1) und den FSV Luckenwalde (2:1) sowie zwei Remis: das rasante Eröffnungsspiel der Saison gegen die mitfavorisierte VSG aus Altglienicke (3:3) und ein eher ärgerliches 0:0 gegen Hertha BSC II, bei dem man zahlreiche Chancen ausließ. Der Ausbeute von elf Punkten steht aber auch der Wert von 1,4 Gegentoren pro Heimspiel gegenüber, womit man sich von den restlichen Teams im oberen Tabellendrittel teils deutlich negativ abhebt.

Auf fremdem Platz wird die fast genauso starke Bilanz (zehn Punkte aus fünf Spielen) lediglich von der Niederlage an der Chemnitzer Gellertstraße (1:3) getrübt, die neben der emotionalen Brisanz auch, als Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellendritten, eine konkret sportliche Brisanz mitbrachte. Erst am vergangenen Spieltag kam es zum Spitzenspiel beim FC Rot-Weiß Erfurt, in dem der FC Erzgebirge einerseits niemals aufgab und bis zur letzten Sekunde dranblieb — den Ausgleich erzielte Willi Kamm per Kopf in der 90.+11 — doch auch andererseits einen eher glücklichen Elfmeter zugesprochen bekam und beim 1:2 (89.) selbst das Spiel zu verlieren drohte. Nachdem durch dieses Ergebnis der Abstand zum Spitzenreiter immerhin nicht größer wurde, wollen Shubitidze und sein Team, den Blick weiterhin nach oben gerichtet, diesen gegen die Chemiker nun möglichst gänzlich aufholen. Fraglich für die Auer ist allerdings der Einsatz von Unterschiedsspieler Marcel Bär (nach Ödem im Knie) und von Linus Queißer (nach Erkältung), die gemeinsam mit Tim Maciejewski (kam vom FSV Luckenwalde) mit jeweils fünf Torbeteiligungen das interne Ranking anführen.

„Wir müssen an die Leistungsgrenze“: Chemie vor dem Highlight in Aue

Auch in Leutzsch hat der eingangs erwähnte 1,70m große georgische Mittelfeldspieler seine Spuren hinterlassen: In der Saison 2010/11 schnürte der zur Kategorie „Ballkünstler“ zählende Mittelfeldspieler für den FC Sachsen Leipzig die Schuhe und erzielte in 29 Einsätzen in der NOFV-Oberliga Süd vier Treffer in grün und weiß. Sein letztes Spiel im Leutzscher Dress war ein 0:3 bei Germania Halberstadt am 29. Mai 2011. 15 Jahre später erwartet erwartet Chemie-Coach Alexander Schmidt, dass seine Spieler gegen Shubitidzes FC Erzgebirge ans Maximum gehen müssen, gegen eine Mannschaft, „die immer noch sehr gute Fußballer hat, einen hohen Etat hat, ein Anspruchsdenken hat, die nach Höherem strebt.“ Schmidt klar: „Wir müssen an der Leistungsgrenze spielen, dass wir da was holen.“

In dieser Saison hat die BSG Chemie unter seiner Führung schon oft genug gezeigt, dass sie mit den echten und so genannten Top-Favoriten der Liga mithalten kann, wenn auch die Ergebnisse gegen beispielsweise Halle (0:1) und Jena (0:1) zu Ungunsten der BSG ausfielen. Auch gegen den Chemnitzer FC (1:3) sahen 4999 Menschen im Publikum des ausverkauften Alfred-Kunze-Sportparks über weite Teile des Spiels eine dominant und selbstbewusst aufspielende Leutzscher Elf, die nicht nur beim wegen Abseits aberkannten frühen (vermeintlichen) Führungstreffer durch Philipp Kühn regelmäßig gefährlich vor den Chemnitzer Kasten kam und dem Ausgleich nahe war. „Chemnitz war ein starker Gegner, der unsere einfachen Fehler konsequent bestraft hat und der nicht umsonst dort oben steht,“ gab Offensivspieler Willi Reincke zu Protokoll. Schlussendlich hätte auch Reife das Spiel mitentschieden, so unter anderem Kapitän Philipp Wendt vor der Presse, ein Spiel, das angesichts der gezeigten Leistungen aber womöglich ein Tor zu hoch ausfiel.

Vor über 10.000 erwarteten Zuschauerinnen und Zuschauern am morgigen Sonntag haben die Grün-Weißen vor absoluter Traumkulisse die erste Gelegenheit auf einen Sieg im Erzgebirgsstadion in sage und schreibe 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der damalige FC Sachsen Leipzig zuletzt im Erzgebirgsstadion antrat, im April 2001 hieß es für die Leutzscher in der Regionalliga Nord (damals drittklassig und in zwei Staffeln) 0:2 nach 90 Minuten.   Viel hat sich verändert in 25 Jahren, wie sieht der Weg zum Sieg heute aus? „Ich bin überzeugt von unserer Mannschaft,“ so Alex Schmidt, „sie beweisen immer wieder, dass sie es können, dass wir zweikampfstark sind, dass wir wuchtig sind, dass wir mit Ball gut sind, dass wir frech sind — ich hab das Gefühl, die Jungs sind heiß auf das Spiel.“ Das gilt nicht nur für seine Jungs, sondern auch für die 1800 Chemie-Fans im Gästeblock und zahllose an den Empfangsgeräten, wenn morgen in der langen Geschichte dieses Traditionsduells ein neues Kapitel aufgeschlagen wird.

Forza, BSG!

Zum 11. Spieltag der Saison 2026/27 gastiert die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 27. September 2026, um 14 Uhr beim FC Erzgebirge Aue im Erzgebirgsstadion. Die Partie steht unter der Leitung von Referee Johannes Drößler (Gotha), sein Gespann komplettieren Daniel Bartnitzki und Paul Drößler an den Seitenlinien sowie Leon Metz als Vierter Offizieller. Der Gästeblock für das Spiel in Aue ist restlos ausverkauft, es wird keine Tageskassen geben. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen nicht in Aue mit dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüberhinaus ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung zu sehen.

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