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Mit Vollgas nach Neukölln: Chemie bei Tasmania gefordert

By 16. September 2026No Comments

Foto: Höllenreiter

Englische Woche! Wieder einmal gab es gerade drei Tage Verschnaufpause für die BSG Chemie und ihre Fans, bevor es, nach dem verdienten Remis gegen den FSV Zwickau auf eigenem Rasen (2:2), in der Fremde die nächste Herausforderung zu meistern gilt. Gegen den Tabellennachbarn aus dem Berliner Südosten, der nach vier Jahren Abwesenheit die Rückkehr in die Regionalliga feiern konnte, gab unser Mittelfeldmann Darijan Silic vor der Presse schon das passende Motto vor — Vollgas!

Für unsere kommenden Gastgeber kommen die Hürden der Akklimatisierung in der Liga nicht unerwartet, das große Ziel ist selbstredend der Klassenerhalt. Nichtsdestotrotz boten die Berliner, die ihre Heimspiele mittlerweile im eigenen Stadion in Neukölln austragen können, auch deutlich favorisierten Teams schon durchaus Paroli und brauchen im Kampf gegen den Tabellenkeller jeden Punkt — und werden demnach einen Teufel tun, den Chemikern morgen Abend, im ersten Aufeinandertreffen seit Januar 2022, irgendwelche Geschenke zu machen: Zum 9. Spieltag der Saison 2026/27 gastiert die BSG Chemie Leipzig am heutigen Mittwoch, 16. September 2026, um 19 Uhr beim SV Tasmania Berlin im Werner-Seelenbinder-Sportpark.

Aufsteiger Tasmania: Gekommen, um zu bleiben?

Durch den Gewinn der Meisterschaft in der NOFV-Oberliga Nord konnte die Tasmania vor wenigen Monaten den Wiederaufstieg in die Regionalliga Nordost feiern, nachdem man diese in der Saison 2021/22 als Tabellenletzter verlassen musste. Den krönenden Abschluss einer ereignisreichen Oberliga-Saison bildete für Tas ein deutlicher Auswärtssieg bei Eintracht Mahlsdorf (5:0) — und lieferte gleichzeitig auch die mathematische Gewissheit des zweiten Regionalligaaufstiegs der Vereinsgeschichte. Zentrale Baustein der Rückkehr in die deutsche Viertklassigkeit: Trainer Pardis Fardjad-Azad, der im Sommer 2024 an der Seitenlinie der Tasmania übernahm.

Fardjad-Azad kennt die Regionalliga Nordost aus seiner aktiven Karriere (bis 2023) — er stürmte beispielsweise für Viktoria Berlin und den Berliner AK — auf jeden Fall gut genug und ein Blick auf die Transfers des Sommers zeigt, dass es in punkto Erfahrung so einigen seiner Spieler ganz genauso geht. Mit Spielern wie Ali Abu-Alfa (früher unter anderem FC Rot-Weiß Erfurt, VSG Altglienicke, FC Energie Cottbus), Steffen Eder (BFC Dynamo, Greifswalder FC) oder Tahsin Çakmak (Berliner AK, SV Babelsberg 03) wurden gleich mehrere Akteure verpflichtet, die sich ihre Sporen im Fußball-Nordosten schon zweifelsfrei verdient haben und dem Aufstiegskader die nötige Verstärkung bieten soll, um den Klassenerhalt am Saisonende in der Tasche zu haben. Einer der gewissermaßen Königstransfers der Tasmanen ist jedoch sicherlich Innenverteidiger Jamilu Collins (FC Erzgebirge Aue), der nicht nur über 70 Spiele in der 1. und 2. Bundesliga, sondern auch satte 30 Spiele in der A-Nationalmannschaft Nigerias in seiner Vita stehen hat und der Defensivanker der Tasmania werden soll.

Bisher jedoch gestaltet sich der Saisonstart für die Berliner, für einen Aufsteiger, alles andere als ungewöhnlich: mit vier Zählern aus acht Partien sortiert sich Tas auf Platz 16 der Tabelle ein, einen Rang vor den Chemikern. Auf der einen Seite zeigte man gegen nominelle Favoriten wie bei der sehr knappen Niederlage gegen unseren Ortsrivalen (2:3) oder den Greifswalder FC (2:2) ansprechende Leistungen, die gut und gerne mit mehr Punkten hätten belohnt werden können. Auf der anderen Seite fielen die sechs anderen Spiele, allesamt Niederlagen, auch teilweise sehr deutlich aus, wie in Magdeburg zum Auftakt (1:5) oder auswärts beim FC Rot-Weiß Erfurt (0:6). Doch niemand sollte sich auf einen sogenannten Spaziergang einstellen: auch unser Coach Alexander Schmidt betonte vor der Presse, dass beide Mannschaften in den Duellen gegeneinander quasi zum Siegen verdammt sind.

Schwung und Belohnung: Chemie will den ersten Dreier

Mit bisher lediglich drei Remis aus den ersten acht Spielen möchte man meinen, dass auch gegen den FSV Zwickau am vergangenen Samstag schon drei Punkte für die BSG Pflicht gewesen wären. Doch angesichts des Spielverlaufs fühlt sich, so Neuzugang Darijan Silic vor der Presse, auch das Unentschieden gegen die Schwanenstädter beinahe wie ein Sieg an: in den ersten 45 Minuten musste eine überlegene chemische Elf gleich zwei Treffer der gnadenlos effizienten Gastmannschaft hinnehmen, da erneut mehrere gute bis sehr gute Chancen nicht den Weg ins Zwickauer Tor finden wollten. Doch aufstecken liegt dem Leutzscher ja generell nicht und so blieb das Team von Alexander Schmidt dran, glich die eigenen defensiven Fehler durch viel Kampf und Bissigkeit wieder aus und egalisierte in einem wieder einmal ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark dank des Kopfball-Doppelpacks von Stürmer Philipp Kühn (79., 85.) zum Endstand von 2:2.

Erneut zeigte die Leutzscher Mannschaft gegen einen favorisierten Gegner ihren fußballerischen Wert und, dass sie mit jedem Team dieser Liga mithalten kann. Engagiertes, energisches Offensivspiel resultierte in zahlreichen Abschlüssen und Gelegenheiten, mit deren Verwertung das Team leider nur etwas zu spät im Spiel anfing. Gerade die später im Transferfenster verpflichteten Akteure stehen dem chemischen Spiel sehr gut zu Gesicht und zeigen, in einer in allen Mannschaftsteilen immer besser zusammen findenden Elf ihren Wert. Und auch aus dem chemischen Lazarett sind positive Signale zu vernehmen und eine Rückkehr von beispielsweise Rudolf Sanin oder Luca Bürger nicht mehr in allzu weiter Ferne.

Abseits des Erwähnten dürfte auch der Blick in die Statistik die Chemiker durchaus positiv stimmen: alle bisherigen Begegnungen, beide in der Saison 2021/22, konnte die BSG Chemie für sich entscheiden. In Leutzsch (2:0) trafen seinerzeit Mvibudulu und Benny Schmidt für die Chemiker, auswärts im Stadion Lichterfelde, der damaligen Ausweichspielstätte der Tasmania, erzielte Timo Mauer den goldenen Treffer für Grün-Weiß. Zwei Spiele, zwei Siege, sechs Punkte, null Gegentore — ob die Weste nach heute Abend genau so blütenweiß bleibt? „Wir müssen auf uns schauen, nicht auf den Gegner,“ so Darijan Silic, „und wenn wir unsere Sachen durchziehen, bin ich mir sehr sicher, dass wir unsere drei Punkte holen.“

Forza, BSG!

Zum 9. Spieltag der Saison 2026/27 gastiert die BSG Chemie Leipzig am heutigen Mittwoch, 16. September 2026, um 19 Uhr beim SV Tasmania Berlin im Werner-Seelenbinder-Sportpark. Die Leitung der Partie hat Schiedsrichter Marvin Tennes (Hamburg) inne, an den Seitenlinien assistieren ihm Andy Stolz und Lennard Brenmoehl. Für all diejenigen Chemie-Fans, die nicht in der Bundeshauptstadt dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fan-Radio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus ist die Partie im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung zu sehen.

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