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Es wissen alle Bescheid: Chemie will gegen Zwickau die nächsten Punkte

By 11. September 2026No Comments

Foto: Christian Donner

Endlich wieder AKS! Fast einen ganzen Monat mussten die BSG Chemie und ihre Fans auf eine Partie in ihrem Wohnzimmer warten, nun steht nach den Reisen nach Magdeburg (0:1), Fürstenwalde (1:1) und Neudorf im Erzgebirge (7:0) morgen endlich wieder ein Heimspiel bevor. Mit dem Schwung aus den jüngsten Pflicht- und Testspielen will man gegen die ebenfalls von einigen Personalsorgen geplagten Westsachsen nun auch auf dem Leutzscher Rasen überzeugen und punkten. In der bei den jüngsten drei Partien gewohnt zahlreich erschienenen grün-weißen Fanszene wissen alle Bescheid, was ihr Anteil in der Leutzscher Hölle sein kann und werden ihr Bestes geben, diesen Beitrag auch zu leisten.

Auch unsere kommenden Gäste bewältigten ihre Aufgabe im Sachsenpokal souverän und können sich auch in der Liga, nach drei Siegen in Folge, über eine deutlich stabilisierte Punkteausbeute freuen. Nichtsdestotrotz blieb die Art und Weise der Siege auch über die Pokalpause hinweg Thema im Umfeld des Vereins, weshalb die rot-weiße Elf im Leipziger Westen zweifellos etwas zu beweisen haben und überzeugen wollen dürfte. Alles ist angerichtet für ein traditionsreiches und sportlich reizvolles Duell, bei dem beide Seiten viel zu gewinnen haben: Zum 8. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Samstag, 12. September 2026, um 14:30 Uhr den FSV Zwickau im Alfred-Kunze-Sportpark.

Zurück in der Spur? Der FSV vor Spieltag 8

Als der FSV Zwickau vor gut sieben Wochen mit einem Auswärtserfolg beim Mitfavoriten aus Jena in die neue Spielzeit startete (2:1), setzte die Elf von Rico Schmitt durchaus ein Statement zum Saisonauftakt und ließ nicht wenige von weiterhin ruhigen Fahrwassern ausgehen. Doch dem Auftaktsieg folgten zwei emotional empfindliche Niederlagen: einmal gegen Greifswald (0:3), gleichsam die erste Heimniederlage seit August 2024, zum anderen im emotional aufgeladenen Traditionsduell mit dem Chemnitzer FC (1:3). Seither konnten sich die Schwanenstädter aber stabilisieren, zumindest, was die Ergebnisse anbelangt. In Hohenschönhausen gab es beim BFC ein torloses Remis, bevor man mit drei Siegen gegen den FSV Luckenwalde (2:1), den RSV Eintracht (2:1) und den SV Babelsberg 03 (1:0) eine perfekte Englische Woche hinlegte.

Die neun Punkte machen sich selbstredend gut auf dem Konto des FSV, doch mit der Art und Weise, in der diese drei knappen Siege eingefahren wurden, gefiel bei weitem nicht dem gesamten Umfeld der Mannschaft. Gegen Aufsteiger RSV Eintracht dauerte es bis in die Schlussviertelstunde und brauchte zwei Joker-Tore für drei Zwickauer Punkte und auch beim 1:0 gegen Babelsberg war die Darbietung, wie es so schön heißt, kaum vergnügungssteuerpflichtig. In einem allen Quellen nach wenig ansehnlichen Spiel brachte der FSV die Führung durch Philipp Harants direkten Freistoß (16.) über die Zeit. Unter dem Strich bleiben natürlich die neun Punkte stehen, doch unter anderem Sportdirektor Robin Lenk gab sich nur wenig Mühe, seinen Unmut über das spielerisch Gebotene gegenüber den Medien zu verstecken.

Für die Herausforderung, die die 2. Runde des Sachsenpokals und in ihr der Heidenauer SV bereithielt und welche die Zwickauer souverän meistern konnten (9:1), spielten die jüngeren Personalprobleme zwar keine Rolle, doch auch diese gehören zum Gesamtbild vor der morgigen Begegnung: mit Kilian Senkbeil (Knie), Gabriel Figurski Vieira (Knie), Lennert Möbius (Kahnbein) Maximilian Somnitz (Syndesmoseband) und Mannschaftskapitän Andrej Startsev (Knochenprellung) fehlen gleich fünf Akteure teilweise langfristig. Vor rund zehn Tagen löste auch noch Stürmer Cemal Sezer (16 Scorer in 31 Pflichtspielen für den FSV) auf eigenen Wunsch seinen Vertrag auf und wechselte zum KSV Hessen Kassel, womit dem FSV gegen die BSG Chemie ein weiterer Offensivmann fehlt. Doch auch trotz vereinzelter personeller Ausfälle wartet morgen ein veritables Schwergewicht dieser Liga, das sich auf den Support von mindestens 750 FSV-Fans verlassen kann und den gastgebenden Chemikern nichts schenken wird.

Der Glaube wächst: Chemie heiß auf den FSV Zwickau

„Sie werden uns alles abverlangen, sie sind sehr kompakt, sie arbeiten sehr gut gegen den Ball und lassen sehr wenig zu, das wird für uns natürlich eine große Herausforderung,“ so Chemie-Coach Alexander Schmidt vor der Presse, „aber, wie man in den vergangenen beiden Wochen gesehen hat, ist unsere Mannschaft gut drauf.“ Der Trainer verwies auf die erfolgreiche Gestaltung der beiden jüngsten Pflichtspiele, die gute Trainingsleistung, die immer noch halbwegs frisch dazu gestoßenen Neuzugänge und auch auf das „sehr gute Gefühl,“ was er habe — Trainer und Mannschaft seien sehr positiv vor der Begegnung mit den Schwanenstädtern.

Die angesprochenen beiden jüngsten Pflichtspiele, beide in der Fremde, können von allen grün-weiß geneigten auch zweifellos positiv wahrgenommen werden. Gegen einen der Top-Wettbewerber im Meisterschaftskampf, die VSG Altglienicke, erarbeitete und erkämpfte man sich in der Fürstenwalder Spree-Arena ein verdientes 1:1, nachdem Tim Hoops die Chemiker in der ersten Halbzeit sogar sehenswert in Führung gebracht hatte. Am vergangenen Wochenende wartete mit dem Aufsteiger in die Sachsenklasse West, dem SV Neudorf, im Erzgebirge die erste Pokalaufgabe auf die Chemiker. Diese meisterte man mit 7:0 (3:0) souverän und vergoldete den fast 600 mitgereisten Fans den Ausflug zu einem von einem sehr engagierten Heimverein liebevoll ausgerichteten Pokalspiel in der Nähe der tschechischen Grenze. In die Torschützenliste trugen sich David Pfeil (26.), Julius Hoffmann (37.), Rajk Lisinski (58.) ein, Darijan Silic (8./58.) und Tyron Profis (73./74.) sogar gleich doppelt — und Fans und Mannschaft hatten beide Gelegenheit, im Erzgebirge sowohl Sonne als auch Selbstvertrauen zu tanken für die Aufgaben, die noch vor ihnen liegen.

Denn auch dies machten Chefcoach Alexander Schmidt und Stürmer Philipp Kühn gegenüber den Medien deutlich: die Regionalliga Nordost ist, ganz einfach, eine sehr schwierige Liga mit hohen Anforderungen, viel Körperlichkeit und kann in ihrer Intensität leicht unterschätzt werden; diese Erfahrung habe man auch machen müssen. „Die Zweikampfquote muss gegen Zwickau auf jeden Fall stimmen,“ so Kühn, „die wissen, wie man verteidigt, wie man Punkte holt, wie man gewinnt in dieser Liga und sie wissen ganz genau, was sie tun, vorne wie defensiv.“ Neben der nötigen Zweikampfintensität forderte der Offensivmann von seiner Mannschaft Mut ein — ohne diesen würde es nicht gehen am Samstag. Dazu gab Alexander Schmidt vorsichtig optimistische Updates zu Rudolf Sanin, Hector Hink und Luca Bürger, die in naher Zukunft alle wieder auf dem Platz stehen dürften. „Der Glaube, der wächst Woche für Woche, wir wachsen mehr und mehr zusammen und ich kann es kaum erwarten, morgen alles reinzuschmeißen,“ so Kühn weiter. Plan, Motivation und ein echtes Team? Dann steht dem ersten Chemie-Sieg gegen Zwickau seit dem Sachsenpokal-Halbfinale 2022 ja kaum mehr etwas entgegen.

Forza, BSG!

Zum 8. Spieltag der Saison 2026/27 empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Samstag, 12. September 2026, um 14:30 Uhr den FSV Zwickau im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Referee Benjamin Strebinger (Schleusingen), komplettiert wird sein Team morgen durch Paul Baudis und Marko Wartmann an den Seitenlinien sowie Paul Drößler als Viertem Offiziellen. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die morgen nicht mit in Leutzsch dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus überträgt der MDR das Spiel ab 14:30 Uhr live in TV und Stream.

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