Foto: Sebastian Bloch
In unterhaltsamen 90 Minuten im nordhessischen Nieselregen setzte sich die Chemie-Elf beim KSV Hessen Kassel mit 3:0 (1:0) durch. Gegen den Tabellenzehnten der Regionalliga Südwest ließ das Team von Alexander Schmidt am Mittwochnachmittag auf dem Kunstrasenplatz an der Damaschkestraße (nahe dem Auestadion) nichts anbrennen und bestätigte den ansteigenden Trend der jüngsten Testspiele.
Nach der am Dienstag erfolgten Absage des Regionalligaspiels gegen den BFC Preussen konnte mit dem KSV Hessen Kassel kurzfristig ein Testspielgegner gefunden werden. Cheftrainer Alexander Schmidt schickte gegen den Tabellenzehnten der Regionalliga Südwest dieselbe Startelf aufs Feld wie im jüngsten Test gegen Halberstadt (4:0).
Die Chemiker markierten mit einem Kopfball von Stanley Ratifo die erste Gelegenheit des Spiels (5.), die den Kasseler Keeper aber vor keine größeren Probleme stellte. Danach fanden auch die Hausherren mehr und mehr ins Spiel. Früh in der Partie musste unser Neuzugang Cyrill Akono verletzt das Feld verlassen, für ihn kam Julius Hoffmann (11.).
Beide Mannschaften rangen im Anschluss darum, die Spielkontrolle zu übernehmen, diese Versuche erschöpften sich jedoch zunächst im Hin und Her. Julian Bell blieb nach einem Zweikampf in der gegnerischen Hälfte liegen (21.), konnte aber weitermachen. Kassel meldete erste Chancen an, insgesamt zeigte diese Phase der Partie allerdings wenig Spielfluss.
Nach intensivierten Bemühungen der Chemiker prüfte erst Stanley Ratifo gefährlich den Kasseler Schlussmann (27.), bevor es nur zwei Minuten in dessen Kasten klingeln sollte: Auf Vorarbeit von Kay Seidemann, der nach dem Vorstoß über halblinks noch stark die Seite verlagerte, brachte Bell die Chemiker mit 1:0 in Führung (28.)! In der Folge wurden beide Teams bis zum Pausenpfiff nur selten zwingend. Eine hatten die Grün-Weißen aber noch: Seidemann servierte für Ratifo, dessen Schuss aber etwas zu hoch geriet (42.).
Zur zweiten Hälfte brachte Alexander Schmidt Marc Enke, Rajk Lisinski und Rudolf Sanin für Tim Hoops, Janik Mäder und Nils Lihsek aufs Feld. Früh gerieten die Chemiker nach einer Kerze im eigenen Sechzehner in eine brenzlige Situation, die allerdings durch Julius Hoffmann bzw. ein Foul an ihm entschärft werden konnte (50.). Nur kurz darauf ließen die Chemiker aber ihrerseits das 2:0 folgen: Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte öffnete Chemie über Sanin das Spiel über die linke Seite, Diagonalball auf Kay Seidemann, den dieser auf Julian Bell ablegt, der butterweich auf Julius Hoffmann hereingab, der den Ball wiederum sehenswert per Volley unter die Latte versenkte (52.).
In der Chemie-Elf wurde weiter kräftig durchgewechselt; unter anderem hütete Florian Horenburg für den Rest des Spiels das Tor. Die neu zusammengesetzten Chemiker mussten sich zwar frisch sortieren, verwalteten die Führung aber dennoch weitestgehend souverän. Rajk Lisinski hatte aus der Distanz noch eine der besseren Leutzscher Chancen (75.), blieb aber damit zu ungefährlich.
Wenige Minuten später machten die Chemiker in Person von Maxime Langner den Deckel endgültig drauf: Aliji und Kießling sorgten mit ihrem Einsatz und ihren Laufwegen für Gefahr über die linke Seite, von wo Tim Kießling den Ball für Maxime Langner auflegte, der ins kurze Eck vollendete – 3:0 (78.)!
In den Schlussminuten hatte Kassel nach einer Ecke per Kopfball noch die Chance auf den Ehrentreffer, doch die Latte rettete für Chemie (89.). Schiedsrichter Elias Appel pfiff die Testspielbegegnung pünktlich ab, die Chemie verdient für sich entscheiden konnte. Auch, wenn gegen den Regionalligisten aus der Südweststaffel diverse, auch bessere Chancen zugelassen werden mussten, verkraftete die BSG auch eine starke Spielerrotation gut und setzte in veränderter Besetzung sogar noch einen eigenen Treffer obendrauf.
Bereits am Samstag, 14. Februar 2026, geht es für die Chemiker in der Fremde weiter: Beim Miniturnier bei der SpVgg Ansbach bestreitet Chemie gegen die Gastgeber und die SpVgg Bayreuth zwei Partien über je 60 Minuten. Gespielt wird auf dem Kunstrasen des Xaver-Bertsch-Sportparks in Ansbach, los geht es für die Fünfeckträger um 13 Uhr gegen die Hausherren.
KSV Hessen Kassel – BSG Chemie Leipzig 0:3 (0:1)
BSG Chemie Leipzig: Marcel Bergmann, Lorenz Hollenbach, Rodriguez Fantozzi, Tim Hoops, Janik Mäder (C), Julian Bell, Nils Lihsek, Fynn Seidel, Stanley Ratifo, Kay Seidemann, Cyrill Akono; Ersatzbank: Florian Horenburg, Marc Enke, Tim Bunge, Maxime Langner, Valon Aliji, Anton Bulland, Julius Hoffmann, Rudolf Sanin, Rajk Lisinski, Jean-Marie Nadjombe, Tim Kießling
KSV Hessen Kassel: Jonas-Janko Weyand, Tim Knipping, Phinees Bonianga, Emre Boeyuekata, Adrian Sanchez (C), Jakob Kuntze, Jan Dahlke, Tobias Boche, Yannick Stark, Maurice Springfeld, Nael Najjer; Ersatzbank: Luke Schneider, Joshua Kopf, Tyron Duah, Aaron Prieto, Frederic Brill, Benjamin Girth, Zvonimir Plavcic, Danny Breitfelder, Luis Podolski, Cornelius Bräunling
Tore: 0:1 Julian Bell (28.), 0:2 Julius Hoffmann (52.), 0:3 Maxime Langner (78.)
Schiedsrichter: Elias Appel, Tobias Lecke, Kevin Kühne
Zuschauer: keine im Auestadion (Kunstrasen)



