Im fünften Test ihrer notgedrungen verlängerten Vorbereitungsphase ist den Chemikern der erste Sieg gelungen. Gegner war auf dem Kunstrasen im Alfred-Kunze-Sportpark wieder die U23 des 1. FC Magdeburg, gegen die Chemie eine überzeugende Leistung zeigte und nach 120 Minuten mit 4:2 (2:1) gewann.
Dank der überragenden Vorarbeit der Leutzscher Greenkeeper, die in den frühen Morgenstunden ihr Räumwerk begannen, konnte die Partie steigen und sich gleich zu einem richtigen temporeichen Schlagabtausch entwickeln. Die Grün-Weißen traten gleich viel konzentrierter auf als in den Testspielen zuvor, speziell auch gegen den heutigen Gegner im Aufeinandertreffen vor zwei Wochen und zogen ein starkes Pressing auf.
Nach einigen guten Gelegenheiten auf beiden Seiten eröffnete Cyrill Akono den Torreigen. Eingesetzt von Kay Seidemann, schob er dessen Hereingabe zum 1:0 ein (13.). Nachdem sie ein paar Angriffen der Magdeburger widerstand, hatte sie in einer heftigen Druckphase Chance im Viererpack zum Ausbau der Führung, doch Rodriguez Fantozzi, Stanley Ratifo, Nils Lihsek und Janik Mäder scheiterten (27.). Stattdessen trafen die Chemiker von der Strafstoßmarke. Nach Foul an Lihsek trat Ratifo an und blieb eiskalt (32.). Dass Fehler jedoch bestraft werden, zeigte sich kurz vor der Halbzeitpause. Magdeburg fing einen Ball ab, schaltete blitzschnell um – und traf durch Elisio Widmanns Direktabnahme zum 2:1-Anschluss (43.).
Nach dem Seitentausch kamen die Gäste deutlich besser ins Spiel, Chemie hingegen fehlte der Zugriff – und lief erneut in einen Konter, den Hector Hink zum Ausgleich abschloss (56.). Beinahe wäre das Spiel auf den Kopf gestellt worden, doch Marcel Bergmann parierte mit einer Glanzparade den FCM-Schuss aus der zweiten Reihe (59.). Ein Hallo-wach-Signal für die Leutzscher, die sich danach ins Spiel zurückarbeiteten. Torszenen blieben dennoch lange Zeit aus – bis der BSG erneut eine gute Balleroberung gelang und Tim Bunge den mitgelaufenen Hoffmann bediente. Der zog nach innen und netzte mit hartem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 3:2 ein (87.).
Schluss war danach aber nicht, denn beide Mannschaften hatten vor der Begegnung auf eine 30-minütige Verlängerung vereinbart. In der hatte Chemie dank großem Kader den deutlich längeren Atem, spielte eine Vielzahl von Torchancen heraus. Im Ergebnis des vielleicht schönsten Angriffs im Spiel flankte Jean-Marie Nadjombe herrlich auf den langen Pfosten auf den in Position gelaufenen Bunge, der per Kopf zum 4:2 einnetzte (92.). Nadjombe hatte wenige Momente später die Chance auf den fünften Chemie-Treffer, setzte das Leder aber nur an den Pfosten (94.). Unsere Mannschaft hielt bis zum Schluss den Druck hoch und den spielstarken Gegner vom eigenen Tor weg, sodass die vielen nicht konsequent zu Ende gespielten Umschaltsituationen zu verschmerzen waren.
So stand zusammengefasst die mit Abstand beste Darbietung in den Testspielen. Viele Mechanismen schienen trotz neuer Teambesetzung immer besser zu greifen. Bis auf eine Schwächephase in Halbzeit zwei war es ein beherzter Auftritt mit vielen gelungenen Offensivaktionen. So darf es gern weitergehen!
BSG Chemie Leipzig – 1. FC Magdeburg II 4:2 (2:1)
BSG Chemie Leipzig: Marcel Bergmann, Tim Hoops, Lorenz Hollenbach, Rodriguez Fantozzi, Kay Seidemann, Julian Bell, Nils Lihsek, Janik Mäder (C), Fynn Seidel, Stanley Ratifo, Cyrill Akono; Ersatzbank: Florian Horenburg, Tim Bunge, Maxime Langner, Valon Aliji, Anton Bulland, Julius Hoffmann, Rudolf Sanin, Rajk Lisinski, Jean-Marie Nadjombe, Tim Kießling
1. FC Magdeburg II: Robert Kampa, Marvin Pohl, Timo Birk, Elisio Widmann, Willi Kamm (C), Joonas Frenzel, Robert Leipertz, Leon Mergner, Hector Hink, Felix Vogler, Mihailo Trkulja; Ersatzbank: Tom Schlitter, Laurin Schößler, Stefan Korsch, Conner Schulze, Marlon Siebert, Aleksa Marusic, Marcel Zajusch, Tim Giesen, Enis Bytiqi, Adrian Drews, Henrik Jakob
Tore: 1:0 Cyrill Akono (13.), 2:0 Stanley Ratifo (32., FE), 2:1 Elisio Widmann (43.), 2:2 Hector Hink, 3:2 Julius Hoffmann (87.), 4:2 Tim Bunge (92.)
Schiedsrichter: Albert Lehmann (Dessau), Max Pfannschmidt, Max Grünwoldt
Zuschauer: –



