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Adieu, 2025: Chemie empfängt Greifswald zum Jahresabschluss!

By 13. Dezember 2025No Comments

Foto: Franz Engler

So viel zum Thema besinnliche Zeit: Wie auch der Saisonauftakt konnte aus Sicht der Chemie-Elf gegen die jungen Ottostädter der Start in die zweite Halbserie nicht erfolgreich gestaltet werden. Rund 2000 Chemikerinnen und Chemiker wurden an der Elbe Zeuge eines 1:2 (0:1), welches bei der BSG Chemie große Veränderungen ins Rollen brachte, die an diesem Wochenende auf die Probe gestellt werden. Im Adventskalender und an der Seitenlinie wartete alle Grün-Weißen dafür nicht nur ein alter Bekannter, sondern mit ihm auch nach wie vor der Glauben an Punkte im letzten Spiel des Jahres.

Auch unsere Gäste aus dem Norden suchen in dieser Spielzeit noch nach der Form vergangener Jahre. Die Männer vom Bodden hatten in der Hinrunde des Öfteren so ihre liebe Mühe, ihr spielerisches Potenzial auszureizen. Zwei Teams mit ihren jeweils ganz eigenen Hausaufgaben versprechen eine stimmungsvolle Partie zum Jahresabschluss im Leutzscher Holz: Zum 19. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 14. Dezember 2025, um 14 Uhr den Greifswalder FC im Alfred-Kunze-Sportpark.

Die Hinrunde im Volksstadion

Auch in der Hansestadt geht es dieser Saison eher stürmisch zu: Mit 16 Zählern aus 18 Begegnungen findet sich der GFC kurz vor dem Weihnachtsfest mit nur einem geringen Polster auf die Abstiegsplätze auf dem 15. Tabellenplatz wieder. In der Bilanz stehen drei Siege, sieben Remis und acht Niederlagen bei einem Torverhältnis von 18:27. Der aktuelle Punkteschnitt von 0,89 Zählern pro Spiel ist gleichsam auch der eigene Negativrekord, seit der Verein vom Bodden im Jahr 2022 in die Regionalliga Nordost aufstieg (Punktedurchschnitt der Vorjahre: 1,57). Selbst in der Debütsaison (insgesamt Punkteschnitt von 1,08) stand man nach 18 absolvierten Spielen mit anderthalbmal so vielen Punkten (24) und der doppelten Anzahl Siege auf deutlich stabileren Beinen und beruhigt im Tabellenmittelfeld.

Die anhaltende Formdelle hatte in der jüngeren Vergangenheit auch zur Konsequenz, dass Trainer Markus Zschiesche – Beobachterinnen und Beobachten der Regionalliga Nordost noch bestens bekannt von seinen Stationen beim Berliner AK, TeBe Berlin und dem SV Babelsberg – den Altmeister des Vereins mit dem berühmten Nachnamen an die Seite gestellt bekommen hat: Roland Kroos, seines Zeichens Aufstiegsheld und Vereinsikone, soll als sportlich Verantwortlicher dabei helfen, die ohne Zweifel vorhandenen PS des Kaders endlich auf die Straße zu bringen. Denn dieser hat eigentlich beides: sowohl Namen mit reichlich Erfahrung wie Soufiyan Benyamina (fast 300 Spiele in den drei deutschen Profiligen), Lukas Lämmel (über 170 Partien in 3. und Regonalliga) oder Jakub Jakubov im Tor (der jüngst sein 300. Spiel in der Staffel feierte); als auch zahlreiche talentierte junge Spieler wie Diren-Mehmet Günay (kam von Viktoria Berlin) oder den immer noch erst 24 Jahre alten Joe-Joe Richardson (kam vom Drittligaabsteiger SV Sandhausen).

Nichtsdestotrotz stehen für die Greifswalder bisher lediglich drei Siege zu Buche – davon einer bereits am zweiten Spieltag, im Volksstadion gegen die BSG Chemie. Im Anschluss daran mussten die rot-weißen Fans über zweieinhalb Monate auf einen Sieg ihrer Mannschaft warten, bis Anfang November gegen Altglienicke (2:1) und den FC Eilenburg (2:1) gleich zweimal hintereinander gejubelt werden durfte. Aus den jüngsten drei Partien konnte der GFC allerdings nur zwei Zähler sammeln. In der Begegnung des vergangenen Wochenendes erkämpfte man in Unterzahl (nach Ampelkarte für McMoordy King Hüther) ein 0:0 und einen Punkt gegen den Chemnitzer FC, was angesichts der zahlreichen ungenutzten eigenen Chancen (teilweise allererster Güte) im ersten Durchgang aber nur bedingt trösten dürfte. Im Alfred-Kunze-Sportpark wollen Zschiesche und sein Team auf den zweiten Saisonsieg gehen und beweisen, dass zum Ende des Fußballjahres 2025 nicht Land unter ist.

Das kann doch einen Leutzscher nicht erschüttern: alles für ein Erfolgserlebnis zum Jahresabschluss!

2:1 leuchtete als Endergebnis im Magdeburger Heinz-Krügel-Stadion auf der Anzeigetafel, nachdem Millgramm in der 83. Minute den Siegtreffer für die Blau-Weißen markierte. Wieder einmal sollte die Chemie-Elf in dieser Saison leer ausgehen, auch, wenn das Team in der zweiten Hälfte zu einem sehr ansehnlich gespielten Treffer von Stanley Ratifo zum zwischenzeitlichen 1:1 kam. Die ärgerliche Niederlage an der Elbe hatte personelle Konsequenzen: Adrian Alipour und Marcus Wolf wurden von ihren Aufgaben entbunden.

Interimsweise kehrt Christian Sobottka, Nachwuchsleiter der BSG Chemie, an die Leutzscher Seitenlinie zurück, an der er bereits zwischen 2017 und 2023 als Co-Trainer von Miroslav Jagatic aktiv war. In den wenigen Tagen zwischen Bekanntgabe und Spieltag sei, so Sobottka der wichtigste Impuls gewesen, „dass im Team in erster Linie ein gutes Gefühl herrscht, eine Gemeinschaft und, dass wir alle unseren Plan zu 100 Prozent umsetzen – es geht nur gemeinsam!“ Gegen eine Mannschaft, die zocken, die Fußball spielen will, gelte es für die Grün-Weißen, dies zu unterbinden und durch das Ausnutzen der laut Christian Sobottka bestehenden Schwächen im Spiel die Partie auf die eigene Seite zu ziehen.

Auch Kapitän Janik Mäder, der den Ausgleichstreffer in Magdeburg mustergültig vorbereitete, betonte vor der Presse, wie wichtig es sei, dass die Mannschaft zusammen- und füreinander einstehe und alle an dem Plan festhalten, welchen die Trainer dem mitgeben — und diesen für den gemeinsamen Erfolg umsetzen. Leider ist nach dem Spiel in Magdeburg mit Marc Enke ein weiterer Zugang ins chemische Lazarett zu vermelden; für Innenverteidiger Marc Enke (Gute Besserung!) geht mit einer Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen in eine vorgezogene Winterpause.

Doch ob Formdelle, Verletzungspech oder Trainerwechsel: Sowas kann doch einen Leutzscher nicht erschüttern, im Gegenteil Gegen Greifswald hat das Team laut Janik Mäder nun die Chance — und den Anspruch — mit einem Heimsieg im voraussichtlich ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark für ein etwas etwas versöhnlicheres und ruhigeres Jahresende in einem ansonsten turbulenten Fußballjahr 2025 zu sorgen.

Forza BSG und frohe Weihnachten!

Zum 19. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am morgigen Sonntag, 14. Dezember 2025, um 14 Uhr den Greifswalder FC im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Referee Johannes Drößler (Gotha), Reinhard Meusel und Leon Maximilian Metz assistieren ihm an den Seitenlinien. Für diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die den dritten Advent nicht in Leutzsch begehen können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt.

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