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Leutzscher Hölle soll heiß laufen: Chemie empfängt den FSV Zwickau

By 28. November 2025No Comments

Foto: Höllenreiter

Erst Auswärtssieg, dann abermalige Spielabsage, dann höchste Konzentration auf die anstehende Aufgabe. Mit dem ersten Dreier in der Fremde im Gepäck geht es für Adrian Alipour und sein Team darum, die Positivität der Trainingswoche mitzunehmen, den Gästen aus Westsachsen die Leutzscher Hölle heiß zu machen und das anstehende Heimspiel erfolgreich zu gestalten.

Die zu uns reisenden Schwanenstädter hingegen wollen bestätigen und aufrechterhalten, was ihre stetig anzusteigen scheinende Formkurve in den vergangenen Wochen und im gesamten Jahr 2025 andeutet – der FSV ist eine Top 5-Mannschaft der Liga. Dabei ist den Westsachsen natürlich auch daran gelegen, die die eigene Heimform kontrastierende Auswärtsbilanz aufzubessern: Zum 17. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie Leipzig am kommenden Samstag, 29. November 2025, um 14 Uhr den FSV Zwickau im Alfred-Kunze-Sportpark.

Zuhause ist es am Schönsten: der FSV Zwickau im Check

Der Blick auf den Kalender des FSV Zwickau offenbart einige sehr erfolgreiche zurückliegende und durchaus als richtungsweisend zu bezeichnende anstehende Wochen. Von den wettbewerbsübergreifend jüngsten zehn Partien konnte das Team von Rico Schmitt stattliche acht für sich entscheiden. Doppelt und dreifach positiv stimmen dürften hierbei a) der überzeugende Sieg gegen den Rivalen aus Chemnitz (4:0 am vergangenen Wochenende), b) das Sieg im Pokalachtelfinale in Glauchau (2:1), wo man in der Vorsaison noch in der gleichen Runde gescheitert war und c) die erfolgreiche Gestaltung all dieser Spiele mit einem Torverhältnis von 21:8 und somit weniger als einem Gegentor pro Spiel (im Schnitt 0,8).

Damit finden sich die Schwäne einerseits im Viertelfinale des Sachsenpokals wieder und wird Ende März 2026 beim VfB Auerbach im Vogtland darum kämpfen, den Traum vom ersten Titelgewinn am Leben zu halten. Ebenso hat sich der FSV mit seinen Leistungen in der Liga den fünften Tabellenplatz erarbeitet und zählt auch in seinen Offensiv- (24 Tore, 1,5 pro Spiel) und Defensivleistungen (17 Gegentore, 1,06 pro Spiel) zu den besten fünf Teams der Liga. Besonders zuhause gefällt es den Rot-Weißen: denn auch in der Heimtabelle belegt man — ohne Niederlage — den dritten Rang, was besonders damit zu tun hat, dass man auf eigenem Rasen nun schon seit sage und schreibe 15 Monaten (!) nicht zu bezwingen war.

Im Umkehrschluss bedeutet das: Alle seine vier Saisonniederlagen musste man als Gastmannschaft hinnehmen, in Eilenburg, bei der VSG Altglienicke, beim BFC Dynamo und dem BFC Preussen. Aus acht Auftritten konnte man lediglich zwei für sich entscheiden (2:0 in Babelsberg, 1:0 bei Hertha 03 Zehlendorf) und der jüngste Auswärtssieg liegt bereits über zwei Monate zurück. Doch eine solche Statistik ficht Rico Schmitt aktuell sicherlich nicht an, befindet sich das Team doch bereits im gesamten Kalenderjahr 2025 im Aufwind — und kann er doch nicht zuletzt dank des erst vor zwei Wochen aus kurzer Vereinslosigkeit verpflichteten Joshua Putze (defensives Mittelfeld, 47 Dritt- und 180 Regionalligaspiele, Meister mit dem FC Energie Cottbus) im dritten Jahr seiner Amtszeit auf einen Kader blicken, der sich in der Staffel vor den wenigsten verstecken muss.

Kämpfen und siegen: Chemie vor dem Duell mit Zwickau

Unser Cheftrainer Adrian Alipour fasste zusammen, wie es den meisten Chemikerinnen und Chemikern seit vergangenem Freitag gegangen sein dürfte: „In der letzten Woche war es absolut nicht wichtig, auf was für eine Art und Weise der Sieg zustande kam. Es ist wichtig, dass wir gewonnen haben, dass wir drei Punkte geholt haben.“ Dabei war das Spiel in Eilenburg, wo die BSG im Ilburg-Stadion den ersten Auswärtssieg der Saison feiern konnte (1:0), alles andere als eines für die leichte Schulter, ging es doch gegen einen direkten Konkurrenten im unteren Tabellendrittel. Und ob nun glücklich oder dreckig, am Ende war es der Siegtreffer per Elfmeter in der Nachspielzeit durch unseren Kapitän Janik Mäder, der die Emotionalität für Fans und Mannschaft ans absolute Maximum und der BSG Chemie drei ganz wichtige Punkte einbrachte.

Bei unwirtlichen Bedingungen auf Rasen und Rängen, mit hartem Boden und Minusgraden, lieferten beide Mannschaften über weite Teile ein Spiel zwischen den beiden Strafräumen mit nur seltenen Strafraumszenen ab. Dennoch kamen sowohl Chemie als auch Eilenburg zu guten bis sehr guten Chancen, die aber vor allem Florian Horenburg im chemischen Tor stets entschärfen konnte. Schlussendlich hatte Chemie das bessere Ende für sich: Ein Foul am nur knapp zuvor eingewechselten Tim Bunge — seine ersten Einsatzminuten seit dem Heimsieg gegen den BFC Dynamo (2:0) Mitte September — resultierte in einem Elfmeter für Chemie, den Janik Mäder in der Nachspielzeit zum umjubelten Siegtreffer verwandelte und damit seinen dritten Saisontreffer markierte. „Wir wussten um die Wichtigkeit des Spiels und uns war auch klar, dass es nicht leicht wird,“ so der Kapitän, „dass wir es dann so eklig geholt haben, gibt uns dann ein richtig gutes Gefühl für die nächsten Aufgaben.“

So habe die Trainingswoche direkt einen positiven Start gehabt, die — aufgrund eines weiteren kurzfristigen Spielausfalls gegen die Hertha aus Zehlendorf (neuer Termin: Mittwoch, 10. Dezember 2025, 19 Uhr) — nun in der Heimpartie gegen den FSV Zwickau ihren Abschluss findet. In der Vergangenheit (und auch am Samstag in einem voraussichtlich erneut komplett ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark) lebten die Partien auch stark von ihren jeweiligen Fankurven, auf dem Rasen waren, laut Janik Mäder, stets, Kampf, Emotionalität und Leidenschaft gefragt und damit Dinge, auf die es speziell bei Spielen zu dieser Jahreszeit ankommen kann. Genau richtig also, dass Valon Aliji und auch Stanley Ratifo ihre jeweiligen Gelbsperren abgesessen haben und gegen die Schwanenstädter wieder zur Verfügung stehen und Adrian Alipour mit Ausnahme der Langzeitverletzten Robin Friedrich, Maxime Langner und Yegor Chyher (gute Besserung, ihr drei!) kadertechnisch weitgehend wieder aus dem Vollen schöpfen kann. Adrian Alipour brachte es auf den Punkt:

„Wir wollen anpacken, wir wollen Dinge verändern in Form von Punkten und beim Tabellenstand und das ist der einzige Auftrag, den wir haben — da ist es völlig egal, wer auf dem Platz steht.“

Forza BSG!

Zum 17. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt die BSG Chemie am kommenden Samstag, 29. November 2025, um 14 Uhr den FSV Zwickau im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Spielleitung liegt bei Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer (Sereetz), an den Seitenlinien assistieren ihr Chris Rauschenberg und Paul Drößler. Für all diejenigen Chemikerinnen und Chemiker, die am Samstag nicht mit von der Partie sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt; ebenso überträgt der Mitteldeutsche Rundfunk das Spiel in TV und Stream.

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