Foto: Franz Engler
In der ersten englischen Woche der noch jungen Saison wartet für die Chemiker das erste Flutlichtspiel – und das gegen einen Gegner, mit dem sie sich in der Vergangenheit hochemotionale Duelle lieferten. Nach dem unglücklichen Saisonstart haben Alexander Schmidt und die Seinen mit dem Club von der Saale ein Team aus dem Favoritenkreis zu Gast und damit eine herausfordernde Aufgabe vor sich – die aber elf Leutzscher auf und tausende neben dem Rasen voller Überzeugung annehmen.
Unsere kommenden Gäste gehen seit ihrer Rückkehr in die Staffel vor zwei Jahren stets mit Meisterschaftsambitionen ins Rennen, die durch den direkten Aufstiegsplatz in diesem Jahr eine noch einmal gestiegen sind. Dennoch warten auch die Saalestädter in der neuen Spielzeit noch auf ihren ersten Sieg, der umso wichtiger wäre, um nicht früh schon den Anschluss an die Spitzengruppe zu verlieren. Doch an der Leutzscher Hölle hat sich schon so mancher verbrannt: Am 3. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt Chemie am morgigen Mittwoch, 5. August 2026, um 19 Uhr im Alfred-Kunze-Sportpark den Halleschen FC.
Sommer an der Saale: der HFC in der neuen Saison
In der abgelaufenen Spielzeit gab der Hallesche FC unter dem damals von Hertha Zehlendorf gekommenen Trainer Robert Schröder direkt zu Beginn Vollgas: sechs Spiele, sechs Siege, 18 Punkte, 14:3 Tore, Tabellenführung. Ein Statement, dass man sich, nach der Vizemeisterschaft in der Saison 2024/25, wieder etwas vorgenommen hatte in Sachen Aufstieg. Im September ergatterte man jedoch aus vier Partien nur einen einzigen Punkt und verlor die Tabellenspitze aus den Augen. Zum Saisonende standen auf den Titelverteidiger und Spitzenreiter neun Punkte Rückstand zu Buche und dem HFC somit eine weitere Saison in der Regionalliga bevor.
Bekanntlich winkt in dieser Saison der direkte Aufstiegsplatz in der Staffel, und auch der Hallesche FC hat diesen im Visier. Auf Kaderebene verabschiedete man sich mit Spielern wie unter anderem Jan Löhmannsröben (Chemnitzer FC), Serhat Polat (1461 Trabzon, türkischer Drittligist) und Malek Fakhro (1. FC Bocholt) zumindest auf dem Papier von reichlich Regionalligaqualität und -erfahrung. Dies auffangen und ihren Teil zur Mission Aufstieg betragen sollen Zugänge wie Stanley Ratifo, Verteidiger Niklas Kastenhofer (SV Babelsberg 03) oder auch Veteran Soufiyan Benyamina (Greifswalder FC).
Doch zumindest bisher erweist sich der Saisonstart für die Saalestädter als holprig und entgegen den eigenen Ansprüchen: zwei Spiele, zwei Remis, zwei Punkte. Im Auftaktspiel drehte der Greifswalder FC nach dem Hallenser Führungstor das Spiel noch in der ersten Halbzeit und erst in den Schlussminuten sicherte Niclas Stierlin dem HFC noch einen Punkt (2:2). Auch am vergangenen Spieltag gab das Team von Robert Schröder eine Führung aus der Hand: Nach dem 1:0 durch wiederum Niclas Stierlin eine Viertelstunde vor Schluss war es der Erfurter Claxton, der mit seinem Treffer dem HFC zwei Punkte stibitzte und diesen weiter auf seinen ersten Dreier warten lässt.
„Nicht verkopfen“: Chemie will unter Flutlicht punkten
Man wird Cheftrainer Alexander Schmidt zustimmen müssen: Den Saisonstart haben sich alle Leutzscherinnen und Leutzscher anders gewünscht. Dennoch ist die Stimmung vor dem – besonders mit Blick auf die Rivalität auf den Rängen – ersten echten Highlightspiel der Saison, dem stets unter Hochspannung stehendem Duell mit dem HFC im eigenen Stadion, alles andere als zaghaft. „Wir waren zweimal nicht die schlechtere Mannschaft, über weite Phasen des Spiels sogar die bessere Mannschaft“, so Schmidt, „bei beiden Niederlagen“.
Diese waren beide schmerzhaft für die BSG Chemie und ihre Fans, auf das 0:2 (0:0) im Auftaktspiel gegen Babelsberg folgte ein weiteres 0:2 (0:0) beim BFC Dynamo in Berlin-Hohenschönhausen. Sowohl vor (inklusive einer starken Chance von Valon Aliji) als auch nach der frühen, pyrotechnikbedingten Spielunterbrechung zeigte sich das Team von Alexander Schmidt griffig und auf Augenhöhe mit den defensiv auftretenden Gastgebern, ging jedoch jeweils in Rückstand und entwickelte nicht ausreichend Offensivwucht, um das Ergebnis noch einmal zu egalisieren oder gar zu drehen.
„Ich bin keiner, der sich da großartig verkopft,“ so schätzte Elias Kratzer vor der Presse den Effekt zweier Niederlagen auf das nächste Spiel ein. Es mache Hoffnung, dass die Mannschaft schon gezeigt habe, dass man relativ dominant Fußball spielen und zu seinen Chancen kommen kann. So sei gegen jeden Gegner etwas drin – und auch seine Hoffnung auf drei Punkte morgen Abend groß. Diese Hoffnung teilen definitiv 4399 Chemikerinnen und Chemiker im voraussichtlich wieder einmal ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark mit ihrer Nummer 72, obendrein können sie ja selbstverständlich auf die vergangene Saison verweisen: Nach sechs Niederlagen zum Saisonauftakt war es ein kämpferisches 0:0 zu Gast in Halle, das Chemie den ersten Punkt aufs Konto bescherte. Vielleicht hilft die interne Absprache von Trainer und Mannschaft: „Wir schießen morgen in der ersten Halbzeit mindestens zwei Tore, führen 2:0“, sagte Alexander Schmidt auf Reporterfrage mit einem Schmunzeln, „das haben wir intern besprochen und da wollen wir uns jetzt dran halten.“
Forza, BSG!
Am 3. Spieltag der Regionalliga Nordost empfängt Chemie am morgigen Mittwoch, 5. August 2026, um 19 Uhr den Halleschen FC im Alfred-Kunze-Sportpark. Die Partie steht unter der Leitung von Schiedsrichter Kai Kaltwaßer (Berlin), an den Seitenlinien assistieren ihm Pascal Wien und Hannes Ventzke, Christoph Beblik ist als Vierter Offizieller im Einsatz. Für all diejenigen Chemie-Fans, die morgen Abend nicht mit dabei sein können, begleiten unser App-Ticker und unser Fanradio Fünfeck.FM das Spielgeschehen wie gewohnt live und direkt. Darüber hinaus ist die Begegnung im kostenpflichtigen Streamingangebot der Leipziger Volkszeitung zu sehen.



