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Chemie verpflichtet und interviewt Florian Brügmann

Foto: Christian Donner

Die Tinte ist trocken: ab der kommenden Saison darf die Regionalligamannschaft unserer BSG Chemie Leipzig auf das Können von Florian Brügmann vertrauen! Der 30-jährige Defensivspezialist wechselt aus der Lausitz vom FC Energie Cottbus zu uns in Leutzscher Holz und wird mit einem Zweijahresvertrag bis 2023 ausgestattet.

Andy Müller-Papra über die Hintergründe des Transfer-Coups: „Florian ist für uns flexibel einsetzbar, da er auf den Außenpositionen sowie auf der „6“ einsetzbar ist. Er bringt viel Erfahrung mit und soll uns bei der sportlichen Weiterentwicklung dabei helfen, die nächsten Schritte zu gehen. Seine technischen Fähigkeiten sowie sein Spielverständnis sind unbestritten seine Stärken. Er ist aber auch ein Spieler, der keinen Zweikampf scheut. Was mich besonders stolz macht, ist, dass die Kontaktaufnahme von Florian persönlich kam, das ist heutzutage eher selten. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Mit Florian Brügmann gewinnt die BSG Chemie Leipzig einen hocherfahrenen Akteur. Nach seiner Ausbildung beim SSV Güster und im Nachwuchsleistungszentrum von Hansa Rostock (während der er auch für die DFB-Juniorenauswahlen zu Einsätzen kam) spielte er in der U19 und U23 des Hamburger SV und war für den VfL Bochum, den Halleschen FC, Carl Zeiss Jena, den MSV Duisburg und zuletzt Energie Cottbus aktiv. Für Bochum stand er in sechs Zweitligaspielen auf dem Platz und erzielte am 30. September 2012 gegen Ingolstadt einen Treffer in der 2. Bundesliga. Darüber hinaus wechselt er mit der Empfehlung von 176 Drittligaspielen (3 Tore) und 80 Regionalligaspielen (Nord, Nordost und West; insgesamt 6 Tore) zu uns.

Anlässlich seiner Verpflichtung hat ihn Mediensprecher René Jacobi zu einem Gespräch eingeladen, an dem er gerne teilgenommen hat:

Chemie: Willkommen in Leutzsch und herzlichen Glückwunsch zum Vertrag! Du hast gerade hier im Alfred-Kunze-Sportpark unterschrieben, Florian. Wie fühlt sich das an, Spieler der BSG Chemie Leipzig zu sein?

FB: Wie fühlt sich das an? Klar bin ich definitiv stolz als Wahl-Leipziger für diesen Traditionsverein spielen zu dürfen. Ich habe jetzt das erste Mal das Stadion hautnah erlebt. Der Platz müsste zwar mal wieder gemäht werden, aber ich bin voller Vorfreude auf die kommenden zwei Jahre hier.

Was hast du bisher als Wahl-Leipziger außerhalb des Ligabetriebes von der BSG Chemie mitbekommen? Was assoziierst du als Allererstes, wenn du den Namen Chemie Leipzig hörst?

Definitiv Fußballromantik. Es ist ein fußballverrückter Verein voller Leidenschaft mit einer ebenso leidenschaftlichen, aktiven Fanszene. Das sind für mich die Hauptmerkmale, was ich mit dem Verein verbinde.

Kannst du dich bitte kurz den Fans vorstellen und etwas zu deiner Karriere sagen. Schließlich bist du schon 30 und kannst über einige Stationen mehr als der am Montag verpflichtete 18-jährige Ben Keßler berichten.

Ich heiße Flo Brügmann. Ich bin 30 Jahre jung! Geboren wurde ich in Hamburg und bin mittlerweile seit knapp fünf Jahren wohnhaft in Leipzig. Ich habe schon ein paar Vereine hinter mir. Unter anderem spielte ich beim Hamburger SV, VfL Bochum und dem MSV Duisburg. Hier in der Umgebung – auch wenn es vielleicht nicht jeder so gerne hört – habe ich für den Halleschen FC und den FC Carl Zeiss Jena die Schuhe geschnürt. Zuletzt war ich bei Energie Cottbus.

Wo sind deine Stärken und wo möchtest du in Leutzsch noch hinzulernen?

Ich bin definitiv kein Kopfball-Ungeheuer. Ich löse gerne Situationen spielerisch. Auf der anderen Seite kann ich auch gut Fußball arbeiten. Dieser Mix charakterisiert mich am besten. Fußball spielen und Fußball arbeiten.

Ich glaube das passt gut nach Leutzsch. Wie ist deine Verpflichtung zustande gekommen? Gerade wenn man die Ansprüche von Energie Cottbus und Chemie Leipzig vergleicht, ist es für mich eine kleine Überraschung.

Warum ist das überraschend? Ich wechsle vom Tabellen-Neunten zum Tabellen-Dritten der Regionalliga Nordost. Klar haben ebenso private Gründe eine Rolle gespielt. Auch die Corona-Krise hat mich zum Umdenken gebracht. Das hat auch Prioritäten bei mir verändert. Keine Angst, ich bin nach wie vor hochmotiviert. Ich möchte mit Chemie Ziele erreichen und erfolgreich Fußball spielen. Der Verein hat eine positive Entwicklung eingeschlagen. Warum soll ich nur auf eine auf den ersten Blick in Anführungsstrichen „Top-Adresse“ wechseln? Ich hatte drei sehr offene und ehrliche Gespräche mit dem Trainer und sportlichen Leiter. Jedes Mal wuchs in mir das „gute Gefühl“, sodass ich heute sagen kann: Ich freue mich sehr ab der kommenden Saison in grün-weiß aufzulaufen.

Du hast es gerade angesprochen. Unterschreibt man in dieser derzeitigen Pandemie-Situation mit einem anderen Gefühl einen Zweijahresvertrag?

Sicherlich bin ich erstmal froh, weiterhin Fußball spielen zu dürfen. Ich glaube, dass die Corona-Krise uns allen unfassbar viel abverlangt hat. Es gilt trotzdem nach vorne zu schauen und zu hoffen, dass wir das Gröbste bald hinter uns haben.

Was sind deine persönlichen Ziele und was möchtest du in den kommenden zwei Spielzeiten mit der Chemie-Mannschaft erreichen?

Eine stetige Weiterentwicklung. Auch wenn es nur 13 Spieltage waren, war der Platz 3 ein Ausrufezeichen. Wenn wir das annähernd bestätigen können, wäre das sensationell. Generell freuen wir uns einfach, wenn wir wieder vor Fußballfans spielen dürfen. Der Rest kommt von alleine.

Hinter dir steht gerade die in Beton gegossene Meisterelf von 1964. In wenigen Tagen begehen wir das siebzigjährige Jubiläum der ersten Meisterschaft von 1951. Wie fit bist du in der grün-weißen Historie?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ich hätte in der Vorbereitung auf die Vertragsunterschrift die gesamte Historie studiert. Klar weiß ich, dass wir 1964 Meister geworden sind. Ich glaube, dass man die BSG als kleines Stehaufmännchen beschreiben könnte – mit allem was in den letzten Jahrzehnten passiert ist. Jetzt gilt es die Gegenwart zu gestalten und anzugreifen. Der Verein befindet sich auf einen richtig guten Weg.

Das nehmen wir gerne auf und nochmal herzlich willkommen in Leutzsch und alles Gute für dich, für die Mannschaft und für die Zukunft!

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