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Keine Punkte für die BSG in Halberstadt

By 28. Oktober 2020 November 2nd, 2020 No Comments

Foto: Christian Donner

Halberstadt bleibt ein schwieriges Pflaster für die BSG Chemie Leipzig. Seit mehr als zehn Jahren konnte keine Leutzscher Mannschaft mehr gegen den VfB Germania gewinnen. Das blieb auch am Mittwoch so, Halberstadt siegte im Flutlichtspiel gegen Chemie mit 2:1 (2:0) und beendet damit die kleine Sieges-Serie der BSG.

Nach dem deutlichen 5:1-Sieg gegen den Bischofswerdaer FV 08 sah Trainer Miroslav Jagatic keine Veranlassung, etwas an der Aufstellung der Fünfeckträger zu ändern. Es starteten die gleichen elf Spieler wie vor wenigen Tagen. Bei Halberstadt waren die Augen auf Maksym Kowal gerichtet, der, gerade erst verpflichtet, direkt von Anfang an spielte.

Im Halberstädter Friedensstadion entwickelte sich zunächst ein Spiel auf Augenhöhe. Morgan Fassbender für Chemie (2. Minute) und auf der Gegenseite Stefan Korsch für Germania Halberstadt (4. Minute) sorgten für die jeweils ersten Torannäherungen, die jedoch jeweils ungefährlich blieben. Nach knapp zehn Minuten wurden die Angriffe gefährlicher. Erst war Jan-Pelle Hoppe auf der rechten Angriffsseite der Halberstädter gut freigespielt worden, blieb mit seinem Schuss von der Strafraumgrenze aber erfolglos. (10.) Im direkten Gegenzug tauchte Florian Kirstein nach kurzer Flanke von links frei vor dem Halberstädter Tor auf, traf aber ebenfalls nicht ins Schwarze. (11.) Kurz darauf musste VfB-Schlussmann Florian Sowade einen Freistoß von Lucas Surek aus 18 Metern entschärfen und vollbrachte dies tadellos. (13.)

Was sonst früher oder später klappte, sollte in Halberstadt aber nicht gelingen: das Toreschießen. Auch Florian Kirstein mit einem Volleyschuss (19.) oder noch einmal Morgan Fassbender, der erst durch gutes Forechecking den Ball eroberte, dann in den Strafraum eindrang und die Murmel über das rechte Dreiangel legte (23.), konnten den Torerfolg nicht erzwingen. Halberstadt hingegen offenbarte ungewohnte Lücken in der BSG-Abwehr: nach 20 Minuten zischte David Vogts völlig unbedrängter Schuss aus 20 Meter nur ganz knapp rechts am Kasten vorbei. Und nach einer knappen halben Stunde war es dann soweit: auf der linken Angriffsseite ließ Fabian Wenzel erst Morgan Fassbender und Benjamin Boltze stehen und flankte dann punktgenau auf den in der Mitte wartenden Patrik Twardzik. Der brauchte nur den Fuß hinhalten, um flach links in die Maschen zu treffen. (29.) Halberstadt war nicht unbedingt die bessere Mannschaft, aber die glücklichere: während nach 37 Minuten auch Stephane Mvibudulu, geschickt von Morgan Fassbender, an Sowade scheiterte, zeigte Kowal bei Halberstadt unmittelbar vor der Halbzeitpause eine tolle Einzelaktion: Körpertäuschung, Dribbling – und dann ab mit der Kugel in den linken Winkel zum 2:0. Keine Chance für Benjamin Bellot. (44.) Kurios: der Torschütze hatte kurz zuvor die gelbe Karte gesehen, feierte seinen Treffer dann indem er sich das Trikot auszog – eine denkbar unnötige gelb-rote Karte war die Konsequenz.

In der zweiten Halbzeit wollte Chemie natürlich unbedingt den Ausgleich erzielen und kam auch schnell durch Morgan Fassbender, der von Lucas Surek bedient wurde, zum Anschlusstreffer. (52.) Halberstadt verlegte sich nun aber geschickt auf die Abwehrarbeit, setzte vorne zum Beispiel durch Stefan Korsch auch brandgefährliche Nadelstiche (Schuss nach Körpertäuschung in der 57. Minute nur knapp rechts vorbei). Am Mittwoch-Abend fehlte den Chemie-Spielern dann aber auch das letzte Quäntchen Kraft, nur noch zwei gute Chancen durch Kirstein/Fassbender im Duett (67.) und dem in der Halbzeitpause eingewechselten Tarik Reinhard (81.) sprangen bis zum Abpfiff heraus, wurden jedoch nicht veredelt.

Halberstadt bleibt damit für die BSG fast so etwas wie ein Angstgegner. In der Liga wartet Grün-Weiß seit dem 2. Mai 2010 auf einen Sieg gegen Halberstadt. Die kleine Serie von drei siegreichen Partien in Folge endet für Chemie – Halberstadt holt hingegen den ersten Saison-Heimsieg überhaupt. Für Chemie geht es schon am Wochenende weiter: dann ist der Chemnitzer FC zum Traditionsduell zu Gast im Alfred-Kunze-Sportpark.

VfB Germania Halberstadt – BSG Chemie Leipzig 2:1 (2:0)

VfB Germania Halberstadt: Florian Sowade – Michael Ambrosius, Patrik Twardzik (MK), Stefan Korsch (87. Gino Dörnte), David Vogt, Elias Löder (60. Justin Bretgeld), Jan-Pelle Hoppe (72. Kimbyze-Kimby Januario), Maksym Kowal, Patrick Baudis, Fabian Wenzel, Benyas Solomon Junge-Abiol; Trainer: Danny König
BSG Chemie Leipzig: Benjamin Bellot – Stefan Karau (MK), Andy Wendschuch (76. Max Keßler), Alexander Bury, Morgan Fassbender (68. Tomáš Petráček), Lucas Surek, Benjamin Schmidt (46. Tarik Reinhard), Stephane Mvibudulu, Florian Kirstein (68. Benjamin Luis), Benjamin Boltze, Burim Halili; Trainer: Miroslav Jagatic
Tore: 1:0 Patrik Twardzik (28.), 2:0 Maxim Kowal (44.), 2:1 Morgan Fassbender (53.)
Gelb-Rote Karte: Maxim Kowal (45., Halberstadt, Trikotausziehen)
Schiedsrichter: Michael Wilske, Marko Wartmann, Richard Lorenz
Zuschauer: 619