100 JAHRE AKS

Das Ministerium für Staatssicherheit vs. Chemie Leipzig

By 7. August 2020 No Comments

Foto: Christoph Grandke

Der Alfred-Kunze-Sportpark im Visier der Stasi
Vortrag Jens Fuge – 14.08.2020
Ort: AKS-Tribüne (Zugang über Haupteingang)

Beginn: 19 Uhr
Eintritt frei!

In Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig

„Stasischweine, Stasischweine!“ Nicht mehr ganz ernst gemeint und doch mit ernstem Hintergrund schallten in den letzten Spielen gegen den BFC Dynamo die Rufe aus dem grün-weißen Fanblock in Richtung der Berliner. „Die Stasi“, das Ministerium für Staatssicherheit war in DDR berühmt und vor allem berüchtigt. Die Organisation zu charakterisieren fällt schwer, denn weitverzweigt war ihr Wirken im In- und Ausland – alles zum angeblichen Schutz der Deutschen Demokratischen Republik. Dieser Schutz beinhaltet aber auch die Bespitzelung, Überwachung und wenn als notwendig erachtet, die Zersetzung der als feindlich eingestufte „Elemente“ – seien es nun Gruppen oder Einzelpersonen. Wer die DDR oder deren Politik kritisierte oder gar nicht anerkannte, geriet ins Visier der Stasi. Im Leutzscher Stadion, zu dieser Zeit noch Georg-Schwarz-Sportpark waren angebliche und tatsächliche staatsfeindliche Äußerungen an der Tagesordnung. Mal sportlich verpackt wie beim „Ran an die Roten“, mal offensiv über das Feiern abgehauener Spieler. Die Fanclubs als illegale Organisationen gerieten dabei genauso in den Fokus, wie Einzelpersonen und ihre Äußerungen. Die Mittel der Überwachung durch offizielle und inoffizielle Mitarbeiter waren dabei genauso vielseitig wie die Strafen. Fühlten sich die Köpfe der Stasi als Elite und Verteidiger des Staates, war sie für die Betroffen verbunden mit Unsicherheit, Angst und in vielen Fällen mit Gefängnis und der Beschneidung des eigenen Lebens.

Über das Wirken des Sicherheitsapparates im Fußball, speziell in Leutzsch wird euch Jens Fuge berichten, der sich auch aus der eigenen Geschichte heraus eingehend mit dem Thema beschäftigt hat. Kommt vorbei und lernt etwas über ein wichtiges Kapitel Leutzscher Geschichte!

Die Veranstaltung wird umgesetzt nach einem geltenden Hygienekonzept für soziokulturelle Veranstaltungen im Alfred-Kunze-Sportpark. Wir bitten darum die vor Ort ausgehangenen Hinweise zu beachten. Das beinhaltet die allgemeingültigen Abstandsregelungen und das Tragen von Masken an Engstellen, an denen dieser Abstand nicht eingehalten werden kann. Der Vortrag findet auf der Tribüne statt. Die Missachtung der Hygieneregeln kann zum Ausschluss von der Veranstaltung führen.


AKS100 – 100 Jahre Alfred-Kunze-Sportpark

Das Projekt AKS100 wird gefördert, mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, durch die DFB-Kulturstiftung, das Kulturamt der Stadt Leipzig und durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig.