ERSTE

Testspielsieg gegen den FC Inter Leipzig

By 29. Februar 2020No Comments

Philipp Wendt

Nach dem Spielausfall beim SV Lichtenberg 47 hat Regionalligist BSG Chemie Leipzig ein kurzfristig anberaumtes Testspiel gegen den Oberligisten FC International Leipzig mit 1:0 (0:0) siegreich gestaltet. Bei äußerst schwierigen Platzverhältnissen im Alfred-Kunze-Sportpark nutzte BSG-Trainer Miroslav Jagatic dabei einerseits die Möglichkeit noch einmal allen Akteuren eine gewisse Wettkampfpraxis zu geben und andererseits neue taktische Dinge auszuprobieren. Sah dies im ersten Durchgang noch etwas holprig aus, so steigerten sich die Leutzscher in den zweiten 45 Minuten und konnten letztlich nicht unverdient einen Erfolg gegen ein Oberliga-Spitzenteam verbuchen. Auch aus diesem Test konnte das Trainerteam wiederum einige Erkenntnisse ziehen, welche vor dem kommenden Regionalliga-Heimspiel gegen die aktuell zweitplatzierte VSG Altglienicke (Samstag, 07.03.2020 – Anstoß: 13.30 Uhr) durchaus nützlich sein können.

Dabei entwickelte sich in der ersten Hälfte eine Begegnung, welche von Beginn an Fahrt aufnahm. Inter Leipzig stellte sich in Leutzsch als erwartet hartnäckiger Kontrahent vor und deutete an, dass man nicht umsonst eine Spitzenmannschaft der Oberliga darstellt. Bereits in der Anfangsphase setzten die Gäste die erste Duftmarke, doch sowohl Patrick Hädrich als auch Arlind Shoshi per Nachschuss scheiterten am gut reagierenden Julien Latendresse-Levesque im BSG-Tor (3.). Auf der Gegenseite zeigte sich Inter-Keeper Julian Knoll zunächst bei einem Versuch von Alexander Bury auf der Höhe (8.), anschließend strich ein abgefälschter Schuss von Rafael Cvijetkovic knapp am Gehäuse vorbei (9.).
Dies war es jedoch, was die Leutzscher zunächst an zwingenden Tormöglichkeiten zu bieten hatten, was vor allem an der fehlenden Durchschlagskraft im letzten Drittel lag. Im Spiel nach vorn war reichlich Sand im Getriebe, eine Reihe von Fehlpässen und Missverständnissen prägten das Geschehen. Einerseits war dies natürlich darauf zurückzuführen, dass man so vorher noch nie zusammenspielte und daher die Abläufe selbstverständlich nicht reibungslos funktionieren konnten, andererseits erwies sich Inter Leipzig als hoch motivierter Gegner, der sich gegen einen höherklassigen Gegner sehr viel vorgenommen hatte. So agierte der Oberligist vor dem Tor durchaus gefährlich, profitierte dabei von dem einen oder anderen Fehler im Leutzscher Spielaufbau und hätte in den ersten 45 Minuten in Führung gehen können. Doch einerseits konnte Chemie-Schlussmann Julien Latendresse-Levesque gegen Marcelo Franceschi (23.), Christopher Misaki (34.) und Marek Langr (39.) mit sehr guten Reaktionen aufwarten, andererseits ließen die Gäste in Person von Arlind Shoshi (vorbei, 26.) und abermals Marcelo Franceschi (drüber, 35.) sehr gute Möglichkeiten ungenutzt. So blieben die ersten 45 Minuten torlos, in welchen International Leipzig durchaus Vorteile verbuchen konnte.

In der zweiten Hälfte gelang es der Jagatic-Elf jedoch mehr und mehr die Spielkontrolle zu übernehmen. Zwar setzten die Gäste mit einem Distanzschuss von Arman Melkonyan das erste Achtungszeichen, doch strich die Kugel knapp am BSG-Tor vorbei (52.). In der Folgezeit wurden die Offensivaktionen der Leutzscher zwingender, so dass man vor dem gegnerischen Tor auch für Gefahr sorgte. Den Anfang machte Leo Felgenträger, der sich aus spitzem Winkel versuchte, jedoch in Julian Knoll seinen Meister fand (64.). Wenig später war der Inter-Schlussmann allerdings machtlos. Philipp Wendt brachte einen Freistoß vom rechten Strafraumeck gefährlich in Richtung Tor und an Freund in Feind vorbei trudelte die Kugel zum 1:0 ins lange Eck (71.).
Dieser Treffer gab den Platzherren zusätzlichen Auftrieb, so dass ein zweites Tor durchaus im Bereich des Möglichen lag. Gut von Andy Wendschuch eingeleitet, verfehlte ein Schuss von Leo Felgenträger hauchzart das lange Eck (74.), bei einem Versuch von Florian Schmidt zeigte sich Knoll erneut auf der Höhe (76.). Inter Leipzig blieb zwar bis zum Ende ein hartnäckiger Gegner, doch in Sachen Torgefährlichkeit baute der Oberligist stark ab. Einzig Lovro Sindik versuchte sich aus der Distanz, doch brauchte Benjamin Bellot hier nicht einzugreifen (drüber, 73.). Einmal musste der Chemie-Schlussmann dann jedoch noch zupacken, als sich Denjel Muca aus halblinker Position versuchte, doch machte Bellot rechtzeitig das kurze Eck dicht (80.). Ansonsten blieben die Leutzscher, wie schon in der Regionalliga, defensiv äußerst kompakt und ließen nichts zu. Auf der Gegenseite hätte die Jagatic-Elf die Begegnung in der Schlussphase endgültig entscheiden müssen, doch verstolperte Max Keßler die flache Eingabe von Florian Schmidt zentral vor dem Tor (78.).
So blieb es letztlich beim knappen Leutzscher Erfolg gegen einen guten Gegner – aufgrund der Steigerung der Chemiker in den zweiten 45 Minuten ein nicht unverdienter Sieg.
Natürlich ist in allen Bereichen noch etwas Luft nach oben, doch sollte den Fünfeckträgern dieser Testspiel-Erfolg zusätzliches Selbstvertrauen geben.

Tom Rietzschel

BSG Chemie Leipzig – FC Inter Leipzig 1:0 (0:0)

BSG Chemie Leipzig: Julien Latendresse-Levesque (46. Benjamin Bellot), Sebastian Berg (46. Philipp Wendt), Burim Halili (23. Benjamin Schmidt), Denny Krahl, Valentino Schubert (46. Max Keßler), Benjamin Boltze, Björn Nikolajewski, Marc Böttger, Alexander Bury (46. Leo Felgenträger), Abdallah El-Haibi (46. Andy Wendschuch), Raffael Cvijetkovic (46. Florian Schmidt) – Trainer: Miroslav Jagatic
FC International Leipzig: Julian Knoll, Patrick Hädrich (75. Arman Melkonyan), Ugis Moncevics (90. Tshomba Luvumbu Oliveira), Christos Iereidis, Marcelo Franceschi, Dongmin Kim, Iskander van Doorne, Christopher Misaki (46. Arman Melkonyan), Lovro Sindik, Arlind Shoshi (63. Denjel Muca), Marek Langr – Trainer: Zoran Levnaic
Schiedsrichter: Johannes Schipke (Landsberg-Queis)
Zuschauer: 110
Tor: 1:0 Philipp Wendt (71.)

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