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Klasse zweite Hälfte sichert Remis beim Nord-Spitzenreiter

By 16. Februar 2019 August 21st, 2019 No Comments

Foto: Tom Rietzschel

In ihrem vorletzten Vorbereitungsspiel zur Oberliga-Rückrunde hat die BSG Chemie Leipzig einen weiteren Achtungserfolg erzielt. Beim Spitzenreiter der NOFV-Oberliga Nord, dem SV Lichtenberg 47, erreichten die Leutzscher nach einer deutlichen Steigerung im zweiten Durchgang ein verdientes 2:2 (0:2)-Unentschieden.

Allerdings sah es in den ersten 45 Minuten danach nicht wirklich aus. Lichtenberg wirkte präsenter sowie gedanklich schneller und nutzte die wenigen Möglichkeiten gnadenlos aus. Den Chemikern fehlte es im Offensivbereich an der nötigen Durchschlagskraft, allzu oft verloren die Schützlinge von Trainer Miroslav Jagatic viel zu zeitig die Bälle. Dies änderte sich jedoch in Halbzeit zwei, in welcher die Grün-Weißen fortan viel entschlossener agierten. Im Spiel nach vorn agierten die Leutzscher nun bedeutend zielstrebiger, was beim Gegner sofort Wirkung zeigte. Durch Treffer von Kai Druschky (57.) und Ryutaro Omote (69.) egalisierte die BSG kurzerhand die Partie und war in der Schlussphase dem Siegtreffer sogar noch näher. Leider wurde der positive Leutzscher Spielverlauf etwas getrübt, als Andy Wendschuch in einer unübersichtlichen Situation aufgrund Stoßens von Schiedsrichter Channir (Berlin) mit Rot vom Platz gestellt wurde (84.). Nichtsdestotrotz überwiegen jedoch die positiven Momente auf Seiten der BSG, die gegen einen starken Gegner Moral bewies und sich letztlich dieses Ergebnis verdiente.

Die ersten 45 Minuten gehörten allerdings dem Tabellenführer der Oberliga Nord. Die in der laufenden Saison bisher noch ungeschlagenen Lichtenberger stellten sich von Beginn als spielstarkes und robustes Team vor. Zwar gestaltete die Jagatic-Elf das Spiel durchaus offen, doch im Offensivspiel war noch reichlich Sand im Getriebe. Torgefährlich wurden die Chemiker überhaupt nicht, da man im Ballvortrag einfach zu fehlerhaft agierte. Die Platzherren erarbeiteten sich zwar ein optisches Übergewicht, doch richtig zwingend vor dem Tor waren auch sie nicht. Dies änderte sich allerdings kurz vor der Pause, als die Gastgeber zwei Schaltpausen der Chemiker konsequent bestraften. Zunächst köpfte Jahn zum 1:0 ein, nachdem Bechler eine Flanke von Fiegen unfreiwillig auf den Torschützen verlängerte (35.). Kurz vor dem Wechsel riss ein Pass von Jahn in die Schnittstelle der Viererkette die komplette Leutzscher Hintermannschaft auf – Brechler umkurvte BSG-Schlussmann Dominic-René Heine und schob anschließend mühelos zum 2:0 ein (43.).

Mit Wiederanpfiff sahen die Zuschauer dann allerdings eine wie verwandelte Leipziger Mannschaft. Fortan wurde der Ball viel besser durch die eigenen Reihen zirkuliert, die Fehlerquote im Passspiel sank beträchtlich. Lichtenberg wurde fortan mehr und mehr in die eigene Hälfte gedrängt, was sich kurzerhand im Resultat bemerkbar machen sollte. Sehr gut von Marc Böttger in Szene gesetzt, zog Kai Druschky aus halblinker Position ab und ließ Keeper Wollert mit einem Flachschuss ins lange Eck keine Abwehrchance – 2:1 (57.).

Dieser Anschlusstreffer setzte im Spiel der BSG weitere Kräfte frei, mit Vehemenz drängte man fortan auf den Ausgleich. Torschütze Druschky hatte diesen auf dem Stiefel, doch nach einer Kombination über Philipp Wendt und Branden Stelmak setzte der Linksfuß seinen Schuss etwas zu hoch an (66.). Doch bereits drei Minuten später war es dann soweit. Nach gutem Zusammenspiel mit Max Keßler passte Branden Stelmak die Kugel flach nach innen – der gerade eingewechselte Ryutaro Omote hatte wenig Mühe aus Nahdistanz zum 2:2 auszugleichen (69.). Doch auch damit noch nicht genug. Weitere 120 Sekunden später hätten die Leutzscher um ein Haar die Partie sogar komplett drehen können. Sehr gut von Niklas Opolka und Max Keßler eingeleitet, stand Branden Stelmak plötzlich völlig frei vor Wollert, doch verhinderte der Lichtenberger Schlussmann mit einem Blitzreflex den Rückstand der Gastgeber (71.).

Bei den Platzherren zeigte dieser Spielverlauf durchaus seine Wirkung. Die Gastgeber wirkten längst nicht so zielstrebig wie in Durchgang eins, obwohl die fußballerische Klasse des Tabellenführers der Nordstaffel ab und an noch durchaus aufblitzte. So verstolperte Künne nach klasse Pass von Gawe (64.), von einem sich senkenden Freistoß von Gawe ließ sich Dominic-René Heine nicht überraschen (74.). Ansonsten blieben zwingende Offensivaktionen der Lichtenberger in den zweiten 45 Minuten eine absolute Seltenheit. Gefährlicher blieben zweifelsohne die Grün-Weißen, nach Flanke von Max Keßler fand Johannes Günther mit seinem Schuss in Wollert seinen Meister (80.).

Sechs Minuten vor Ende entluden sich allerdings sämtliche Emotionen auf dem Spielfeld. Nach einem groben Foulspiel von Hollwitz an Niklas Opolka sorgte eine anschließende Rudelbildung für eine komplett unübersichtliche Situation. Nach der Auflösung kam Übertäter Hollwitz mit Gelb davon, während Andy Wendschuch aufgrund angeblichen Umstoßens des Gegners mit Rot vom Platz gestellt wurde (84.). Allerdings tat auch dies der positiven Leutzscher Vorstellung in den zweiten 45 Minuten keinen Abbruch. Auch wenn sich kurz vor Schluss noch einmal ein Kopfball von Reiniger in Richtung Chemie-Gehäuse verirrte (vorbei, 90.+1) – dieses Ergebnis hatte sich die Jagatic-Elf aufgrund einer deutlichen Steigerung absolut verdient.

Am kommenden Sonntag erfolgt dann der abschließende Test der BSG Chemie Leipzig, wenn man um 14.00 Uhr im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark den FSV Martinroda (Thüringenliga, 2.) empfängt.

SV Lichtenberg 47 – BSG Chemie Leipzig 2:2 (2:0)

SV Lichtenberg 47: Wollert – Kulecki (ab 46. Sinan), Hollwitz, Reiniger, Ohlow (ab 73. Abou-Saleh) – Fiegen (ab 62. Schöps), Haubitz, Banze – Jahn (ab 62. Künne), Gawe – Brechler (ab 62. M. Schmidt) – Trainer: Lehmann
BSG Chemie Leipzig: Dominic-René Heine – Manuel Wajer (46. Johannes Günther), Stefan Karau, Benjamin Schmidt (68. Sascha Rode), Lars Schmidt (62. Philipp Wendt) – Böttger (65. Niklas Opolka), Andy Wendschuch – Florian Schmidt (46. Max Keßler), Daniel Heinze (46. Branden Stelmak), Alexander Bury (75. Marko Trogrlic) – Kai Druschky (68. Ryutaro Omote) – Trainer: Miroslav Jagatic
Schiedsrichter: Channir (Berlin) – Schiedsrichter-Assistenten: Zastrow, Gentsch (beide Berlin)
Tore: 1:0 Jahn (35.), 2:0 Brechler (43.), 2:1 Kai Druschky (57.), 2:2 Ryutaro Omote (69.)
Rote Karte: Andy Wendschuch (Chemie, Tätlichkeit, 84.)
Zuschauer: 443 in der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ zu Berlin (davon etwa 200 Chemiker)