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Geschichte des Alfred-Kunze-Sportparks

Die "Leutzscher Hölle", offiziell Alfred-Kunze-Sportpark oder kurz AKS, ist seit knapp einem Jahrhundert die Heimstätte des Fußballs im Leipziger Stadtteil Leutzsch. Das Gelände liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Leipziger Auenwald.

Aktuell ist das Stadion für 4.999 Zuschauer zugelassen. Es besteht aus Haupttribüne, Dammsitz, Gegengerade, Norddamm und Gästeblock. Zu DDR-Zeiten kamen nicht selten über 20.000 Zuschauer zu Fußballspielen in den Leutzscher Sportpark. Nach der Wende war das Stadion zunächst für 18.000 Zuschauer zugelassen (Tribüne: 927; Dammsitz: 2721; Stehplätze: 14.352). Derzeit ist das Fassungsvermögen wegen Sicherheitsauflagen drastisch reduziert.

Das Sportareal entstand nach dem Ersten Weltkrieg auf Betreiben der damals noch eigenständigen Gemeinde Leutzsch. Mit der Eingemeindung 1922 ging das Gelände in Leipziger Stadteigentum über.

Ob Fußball-, Sport- oder Turnvereine - in den Zwanziger Jahren trainierten verschiedene Arbeitervereine im heutigen Alfred-Kunze-Sportpark. 1925/26 entstand auf Initiative des Turnvereins "Jahn" das Vereinsgebäude an der heutigen Gegentribüne. Das zweigeschossige Haus im Art-Déco-Stil ist heute Sitz der Geschäftsstelle der BSG Chemie.

1933 enteigneten und liquidierten die Nationalsozialisten die in Leutzsch ansässigen Arbeitervereine.

In den Dreißiger und Vierziger Jahren lockte der SV Tura regelmäßig bis zu 20.000 Zuschauer zu Fußballspielen nach Leutzsch. Der Verein zählte damals neben dem FC Schalke 04 zu den populärsten Fußballclubs in Deutschland.

Der Widerstandskämpfer Georg Schwarz (1896-1945) nutzte in den Jahren der Nazi-Herrschaft die Anonymität des Stadions, um gemeinsam mit Gleichgesinnten Aktionen gegen das Regime zu planen. Ende 1944 wurde Georg Schwarz verhaftet. 1945 wurde er durch ein Dresdner Gericht zu Tode verurteilt und hingerichtet. Von 1949 bis 1992 trug das Stadion den Namen Georg-Schwarz-Sportpark.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und in der DDR nutzten SG Leipzig-Leutzsch (1946–1949), ZSG Industrie Leipzig (1949/50), BSG Chemie Leipzig (1950–1954), SC Lokomotive Leipzig (1954–1963) und erneut BSG Chemie Leipzig (1963–1990) die Sportanlage.

Unter Trainer Alfred Kunze (1909-1996) errang die BSG Chemie 1951 und 1964 den Meistertitel. Im Leutzscher Sportpark wurde die "Leutzscher Legende" geboren: Im Sommer 1963 hatte die DDR-Sportpolitik den Fußball reorganisiert. Der BSG Chemie sollte als nicht privilegierter Verein fortan keine bedeutende sportliche Rolle mehr spielen. Dennoch errang der "Rest von Leipzig" die Meisterschaft – der maßgebliche Verdienst von Alfred Kunze, dem heutigen Namensgeber des Stadions.

Zu DDR-Zeiten war der Leutzscher Sportpark für seine frenetische Stimmung bekannt. In dem Stadion entluden sich mitunter Frust und Kritik am DDR-System. Bereits in den Sechzigern Jahren wurden in der „Leutzscher Hölle“ Zäune zwischen Spielfeld und Zuschauerrängen angebracht – ein Novum im deutschen Fußball.

Nächstes Spiel

Landesliga,
27. Spieltag

Sa 19.05.2012, 15:00

Alfred-Kunze-Sportpark, Leutzsch

BSG Chemie Leipzig - SSV Markranstädt

 

Nächstes Spiel II. Mannschaft

Stadtklasse,
27. Spieltag

Sa, 19.05.2012, 13:00

Alfred-Kunze-Sportpark, Leutzsch

BSG Chemie Leipzig - SG Olympia Leipzig